Romain Grosjeans Lotus E20 läuft so gut, als wäre er nie weg gewesen

Formel 1 2012

— 01.03.2012

Wenig aufregender Testauftakt in Barcelona

Gelungenes "Comeback" von Lotus: Romain Grosjean erzielt am viertletzten Testtag des Winters Bestzeit vor Jenson Button und Sergio Perez

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Formel-1-Teams zumindest gegen Ende des heute begonnenen Abschluss-Wintertests in Barcelona ihr wahres Potenzial andeuten werden, aber am ersten Tag war davon noch nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil: Das Geschehen auf dem ber weite Strecken frhlingshaft warmen Circuit de Catalunya war vermutlich sogar weniger aufschlussreich als vergangene Woche.

Das lag nicht nur daran, dass der bestehende 2012er-Rekord (Sauber-Pilot Kamui Kobayashi fuhr am vergangenen Freitag 1:22.312 Minuten) deutlich verfehlt wurde, sondern vor allem daran, dass kein Team eine richtige Rennsimulation absolvierte. So fehlten Referenz- und Vergleichswerte, um die gesehenen Zeiten einzusortieren. Das einzige Team, das einen extrem langen Longrun zurcklegte, war Ferrari - ab 15:40 Uhr war Felipe Massa fast ununterbrochen unterwegs.

Lotus luft wieder ohne Probleme

Die mit nur sehr geringer Bedeutung behaftete Tagesbestzeit sicherte sich Romain Grosjean, der eine halbe Stunde vor Schluss in 1:23.252 Minuten gestoppt wurde. Viel wichtiger als der erste Platz ist fr sein Lotus-Team aber die Erkenntnis, dass die Chassisprobleme mit dem E20 gelst zu sein scheinen. Bekanntlich hatte Lotus vergangene Woche auf drei Testtage verzichten mssen, weil die Ingenieure ein technisches Problem mit der Vorderradaufhngung entdeckt hatten.

Grosjeans schnellster Versuch passierte im Zuge eines Sechs-Runden-Runs auf Soft-Reifen von Pirelli. Zuvor hatte lange Zeit Jenson Button gefhrt, am Ende hatte der McLaren-Pilot aber 0,258 Sekunden Rckstand. Button stand zwischen 11:45 und 14:05 Uhr lange an der Box und lie sich auch am spteren Nachmittag immer wieder viel Zeit zwischen seinen fnf bis sieben Runden langen Runs. Ob McLaren technische Probleme hatte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Red Bull schneller als Mercedes

Mit jeweils gut einer halben Sekunde Rckstand sicherten sich Sergio Perez (Sauber) und Mark Webber (Red Bull) die Positionen drei und vier. Perez sorgte praktisch mit Ende der Vormittags-Session fr die erste von zwei roten Flaggen, als er whrend eines Benzinverbrauchs-Referenzruns planmig ausrollte. Die zweite Unterbrechung gab es kurz vor Schluss wegen Caterham-Pilot Witali Petrow (9./+1,624). Letzterer sprang kurzfristig fr den kranken Heikki Kovalainen ein.

Webber hielt sich mit dem RB8, der fr die meisten Experten als WM-Favorit gilt, erneut vornehm zurck. Teilweise fuhr der Australier vergleichbar lange Stints wie Nico Rosberg, teilweise sogar mit gleichen Reifen. Dabei war der Red Bull wie schon vergangene Woche um mindestens eine halbe Sekunde schneller als der Mercedes. Doch weil niemand genau wei, wie viel Benzin die beiden im Tank hatten, ist es mig, diese Rundenzeiten zu interpretieren.

Keiner so fleiig wie Rosberg

Was die absolute Bestzeit angeht, sicherte sich Rosberg Rang sechs, 0,740 Sekunden hinter Grosjean. Fleiiger als er war aber niemand: 128 Runden bedeuten umgerechnet fast zwei komplette Renndistanzen, was fr die Zuverlssigkeit des neuen F1-W03-Silberpfeils spricht. Ebenfalls noch weniger als eine Sekunde Rckstand hatte Jean-Eric Vergne auf Platz sechs, dessen Toro-Rosso-Team weiterhin einen sehr produktiven und ermutigenden Winter erlebt.

Paul di Resta (Force India) und Felipe Massa (Ferrari) wurden hauchdnn hinter Vergne Siebter beziehungsweise Achter. Ferrari arbeitete wieder viel mit Flow-Visualization-Farbe und Goldfolie, um aerodynamische Strmungen sichtbar zu machen. Auerdem rollte Massa mehrere Male mit gleichbleibender Geschwindigkeit am Boxengebude vorbei - ein Indiz dafr, dass die Scuderia den neuen F2012 noch immer nicht hundertprozentig verstanden hat.

Solider Longrun von Massa im Ferrari

Recht ordentlich war dafr der abschlieende Longrun nach mehreren Setup-Umbauten, den Massa mit 1:29er-Zeiten begann, die dann bis auf 1:31 Minuten absackten, nach dem Boxenstopp aber zu 1:28er- und 1:27er-Zeiten fhrten - sogar mit einem einzelnen 1:26er-Ausreier. Lange Distanzen scheinen dem Ferrari also auf den ersten Blick etwas mehr zu schmeicheln als kurze Qualifying-bungen - eine Tendenz, die uns aus dem Vorjahr bekannt vorkommt.

Abgerundet wurde das Klassement von Petrow und Pastor Maldonado (Williams/+2,335), der spt ins Geschehen eingriff und am Nachmittag wegen eines Elektronikproblems eineinhalb Stunden Fahrzeit verschenkte. Marussia ist wegen des nicht bestandenen finalen Crashtests gar nicht in Barcelona anwesend, HRT baute heute zunchst einmal das Motorhome auf. Die Spanier hoffen, das neue Auto gegen Ende der Woche erstmals testen zu knnen.

Fotoquelle: xpb.cc

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