Hat Ferrari die Probleme der bisherigen Tests in den Griff gekriegt?

Formel 1 2012

— 01.03.2012

Ferrari absolviert Rennsimulation

Aus Ferrari wird man weiterhin nicht schlau - Felipe Massa sammelte noch immer Aerodynamikdaten und absolvierte eine problemlose Rennsimulation

Bei Ferrari sprach man beim vergangenen Barcelona-Test vom heißersehnten Durchbruch. Endlich hätte man herausgefunden, welchen Weg man bei der Abstimmung des neuen F2012 einschlagen sollte. Davor schien man lange ratlos. "Wir testen jeden Tag 50 Komponenten und am Ende entscheiden wir dann, welche Teile funktionieren und welche wir in den Topf für den nächsten Tag geben", hatte Fernando Alonso nach seinem zweiten Barcelona-Testtag in der Vorwoche zu Protokoll gegeben.

Ersatzmann Marc Gene widersprach seinem Landsmann gestern beim FOTA-Fanforum in Barcelona: "Wir testen nicht 50 oder 60 Teile am Tag. Ich wünschte, wir könnten das tun." Dennoch gab er den Tifosi etwas Hoffnung: "Ferrari hat sich seit dem Start der Tests weiterentwickelt." Er selbst hatte den F2012 wenige Stunden davor beim sogenannten "Filmtag" erstmals probieren dürfen und gewann so einen ersten Eindruck.

Ferrari vergleicht Aufhängungssysteme

"Ich habe es sehr genossen, aber ich kann es nicht mit dem vergangenen Jahr vergleichen", sagte der Spanier. "Wir vergleichen die Zug- und die Druckstreben-Aufhängung immer noch beim gleichen Auto, aber viele Teile wurden für dieses neue Konzept gebaut. Aus diesem Grund ist es schwer zu vergleichen."

Er geht ins Detail: "Wir haben bei der Vorderrad-Aufhängung mit unserem Zugstreben-Design versucht, den Schwerpunkt und die Aerodynamik zu verbessern. Andere Aufhängungen haben einen Schwerpunkt, der nicht ideal ist, der es aber erlaubt, eine bessere Aerodynamik zu haben."

Ferrari sammelt weiter Aerodynamikdaten

Felipe Massa begann heute den ersten der letzten vier Testtage vor dem Saisonstart in Melbourne in gewohnter Manier. Er schlich in langsamer, aber konstanter Fahrt um den Kurs und sammelte Aerodynamik-Daten. Das deutet daraufhin, dass man den F2012 doch noch nicht hundertprozentig verstanden hat. Zudem verwendet man einmal mehr Flow-Visualization-Farbe und Goldfolie, um aerodynamische Strömungen sichtbar zu machen - und das sogar beim letzten Run des Tages.

Der Brasilianer fuhr seine persönliche Bestzeit in 1:24,318 Minuten am Vormittag in der zweiten Runde eines Elf-Runden-Runs. Das reichte zu Rang acht - 1,066 Sekunden hinter Leader Romain Grosjean. Nur Witali Petrow im Caterham und Pastor Maldonado im Williams waren langsamer. Dies ist in Anbetracht des Tagesprogramms aber kein Anlass zur Sorge.

Massa fährt Rennsimulation

Am Vormittag konzentrierte sich Massa auf das Setup des Autos, am Nachmittag standen Rennsimulationen auf dem Programm. Kurz nach Mittag stand der F2012 lange an der Box, was aber nicht auf einen Defekt, sondern auf einen Änderung der Abstimmung zurückzuführen war. Dennoch gelangen Massa insgesamt 105 Runden.

Es gestaltet sich heute als schwierig, Ferrari mit anderen Teams zu vergleichen, denn die Roten waren die Einzigen, die sich auf Rennsimulationen konzentrierten - der erste Eindruck ist aber durchaus positiv. Massa begann mit 1:29er-Zeiten, die dann bis auf 1:31 Minuten absackten, nach dem Boxenstopp aber zu 1:28er- und 1:27er-Zeiten führten - sogar mit einem einzelnen 1:26er-Ausreißer.

Fotoquelle: xpb.cc

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