Hatte Mercedes beim Zwischengas ein Schlupfloch gefunden?

Formel 1 2012

— 02.03.2012

Mercedes-Teams spielen neue Zwischengas-Regel herunter

Nachdem die FIA ein angeblich von Mercedes entdecktes Zwischengas-Schlupfloch schloss, geben sich Jonathan Neale und Norbert Haug unbeeindruckt

Seit dieser Saison gilt das Zwischengas-Verbot in der Formel 1, auch die abgasangeblasenen Diffusoren sind nicht mehr erlaubt. Doch es wäre nicht die Königsklasse des Motorsports, wenn die Teams nicht bereits versuchen würden, diese Restriktionen zu umgehen beziehungsweise ihre Grenzen auszuloten.

Beim Auspuff, dessen Austrittsort aus der Heckverkleidung nun mit etwas Spielraum vorgegeben ist, haben es die Teams geschafft, über Umwege das Diffusordach oder das untere Heckflügel-Element anzublasen. Und auch beim sogenannten Zwischengas - der Motor verbrennt Benzin, auch wenn der Fahrer nicht auf dem Gas steht, der Auspuff bläst damit weiter - dürfte man ein Schlupfloch gefunden haben.

Wie das neue Zwischengas-Verbot aussieht

Die FIA wurde jedenfalls von einem Motorenhersteller auf ein mögliches Schlupfloch hingewiesen und hat entschieden, für den Saisonauftakt eine neue Microsoft-MES-Standardelektronik vorzuschreiben. Laut 'auto motor und sport' hatte Mercedes entdeckt, dass die Elektronik bisher erlaubte, das Benzingemisch im Schleppbetrieb auf vier Zylindern um 50 bis 200 Prozent anzureichern.

Es könnte sein, dass auf diese Weise künstliche Fehlzündungen herbeigeführt werden sollen, die dazu führen würden, die Energie der Auspuffgase beim Austritt aus dem Motor dramatisch zu erhöhen und damit aerodynamischen Anpressdruck zu gewinnen. Das vermutet zumindest 'Autosport'.

Die FIA schreibt nun vor, dass das Benzingemisch im Schleppbetrieb nur noch um 75 bis 125 Prozent angefettet werden darf. Damit sollte das offenbar von Mercedes entdeckte Schlupfloch gestopft sein.

Mercedes-Teams geben sich gelassen

Die Teams geben sich diesbezüglich betont gelassen. "Für uns war das keine große Sache", sagt Jonathan Neale beim FOTA-Fanforum in Barcelona. Der McLaren-Geschäftsführer, dessen Team ein Mercedes-Aggregat einsetzt, weist daraufhin, dass man sich nicht im Unrecht sah. "Wir verstehen Charlies Punkt. Es geht um ein kleines technisches Detail, nicht um einen Verstoß - zumindest nicht für McLaren."

Er glaubt nicht, dass die Reglementklärung sich auf die Konkurrenzfähigkeit seines Teams auswirken wird: "Wir mussten unseren Plan für Australien nicht ändern, daher fühlen wir uns damit sehr wohl. Charlie hat im Grunde bestätigt, was wir uns ohnehin gedacht hatten."

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ist damit einverstanden, dass die FIA den Grenzgängen im Zwischengas-Bereich bereits vorzeitig den Riegel vorgeschoben hat. "Ich finde, dass es eine gute Entscheidung war, die potenzielle Entwicklung in diese Richtung bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu stoppen."

Fotoquelle: xpb.cc

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