Der Schein trügt: Das Geld sitzt in Valencia längst nicht mehr so locker

Formel 1 2012

— 02.03.2012

Nur ein Rennen in Spanien? Valencia-Grand-Prix wackelt

Die spanische Politik drängt darauf, künftig nur noch ein Rennen pro Jahr im Land auszutragen - Wechselspiel zwischen Barcelona und Valencia

Gibt es schon bald nur noch ein Formel-1-Rennen pro Saison in Spanien? Aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien zeichnet sich inzwischen immer deutlicher ab, dass vor allem die Veranstalter in Valencia, wo seit 2008 der Grand Prix von Europa ausgetragen wird, zunehmend größere Probleme damit haben, die vertraglich vereinbarten Lizenzgebühren an Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone bezahlen zu können.

Die Wirtschaftslage der Region Valencia ist dramatisch. Im Zuge der Krise stieg der Verschuldung der Region so stark an, dass Ende 2011 die spanische Zentralregierung einspringen und Valencia vor der Pleite retten musste. In Katalonien, wo auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona seit 1991 alljährlich der Grand Prix von Spanien stattfindet, gestaltet sich die Lage der öffentlichen Haushalte nicht viel besser.

Mit der spanischen Wirtschaftskrise ging zuletzt auch ein Rückgang des öffentlichen Interesses an der Formel 1 im Land des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso einher. Die Idee, der gesunkenen Nachfrage dadurch Rechnung zu tragen, künftig nur noch ein anstatt zwei Rennen pro Saison in Spanien durchzuführen, steht deshalb bereits seit geraumer Zeit im Raum.

Im Januar schlug deshalb Jose Ciscar, Vize-Präsident der Region Valencia, vor, über einen Wechsel mit dem Rennen in Barcelona nachzudenken. Ähnlich wie in Deutschland, wo sich der Hockenheimring und der Nürburgring seit 2007 mit der Austragung des alljährlichen Formel-1-Rennens in der Bundesrepublik abwechseln, könnte der Große Preis von Spanien künftig abwechselnd in Valencia und Barcelona stattfinden.

Während der Chef des Circuit de Catalunya, Salvador Servia, davon nichts wissen will und zuletzt sogar laut über eine Verlängerung des Formel-1-Vertrags bis 2020 nachdachte, scheinen die Regionalpolitiker in Katalonien den Gedanken ihrer Amtskollegen aus Valencia wesentlich offener gegenüber zu stehen. Ein Wechselspiel zwischen Barcelona und Valencia seit "aus Budgetgründen das Beste", wird Germa Gordo, enger Mitarbeiter des katalanischen Regierungschefs Artur Mas, von mehreren Nachrichtenagenturen zitiert.

Selbst Ecclestone scheint sich für diese Idee begeistern zu können. "Wir sollten dort nicht zwei Rennen haben", hatte der Brite im Januar den 'Salzburger Nachrichten' gesagt. "Ich versuche schon lange, dass abwechselnd in Barcelona und Valencia gefahren wird." Gut möglich, dass Ecclestone den Platz, den derzeit der Grand Prix von Europa im Formel-1-Kalender einnimmt, an einen zahlungskräftigeren Standort außerhalb Europas verkaufen möchte.

Schließlich machen im Fahrerlager in Barcelona, wo derzeit die abschließenden Testfahrten vor dem Saisonstart in Melbourne stattfinden, derzeit Gerüchte die Runde, wonach die Betreiber des Straßenkurses von Valencia nach wie vor nicht ihre Gebühren für das diesjährige Rennen an Ecclestone entrichtet hätten.

Fotoquelle: HRT

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