Michael Schumacher fuhr heute in Barcelona genau 100 Runden

Formel 1 2012

— 04.03.2012

Mercedes: Letzter Platz, aber vorsichtig optimistisch

Obwohl der F1 W03 in Barcelona das langsamste Auto war, sind Michael Schumacher und Ross Brawn nach dem letzten Testtag durchaus zufrieden

Bei den abschließenden Testfahrten in Barcelona belegte Mercedes mit einer Bestzeit von 1:22.939 Minuten, aufgestellt heute von Michael Schumacher, den zehnten und letzten Platz unter den neuen Autos. Trotzdem ist Teamchef Ross Brawn davon überzeugt, mit dem F1 W03 im Vergleich zum Vorjahr einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

"Einige der Grundlagen sind gut: Die Kühlung passt, die Systeme funktionieren - und das bedeutet, dass sich all unsere Ingenieure von Beginn an darauf konzentrieren konnten, Performance zu finden", erklärt der Brite. "Im Vorjahr wurden viele Ressourcen dafür verwendet, Probleme mit dem Auto zu beheben. In den zwölf Monaten haben wir uns also sicher gut weiterentwickelt." Zudem sei das Team durch technische Neuzugänge stärker geworden, was ihn ebenfalls optimistisch stimmt.

Brawn sieht kein fundamentales Problem

"Ich glaube nicht, dass wir ein großes Problem haben, sondern ein brauchbares Auto. Unsere Rennsimulationen waren in Ordnung", sagt Brawn. Das Kräfteverhältnis wagt er trotzdem nicht einzuschätzen: "Das variiert von Tag zu Tag. Es gibt eine dichte Spitzengruppe. Sogar das neue Paket, das Red Bull gestern gebracht hat, scheint nicht hervorzuragen, aber vielleicht sind sie auch einfach nur mit viel Benzin gefahren. Das wissen wir nicht."

"Sie werden auf jeden Fall konkurrenzfähig sein. McLaren war sehr vernünftig und hat ein gutes Auto, aber wir sind nicht weit dahinter. Es ist halt schwierig einzuschätzen. Bei den Rennsimulationen ist es so, dass du manchmal mit der Balance ein bisschen daneben sein kannst, was gleich eine Menge Zeit kostet, aber das lässt sich bis Melbourne noch beheben", relativiert er die teilweise nicht allzu ermutigenden Direktvergleiche mit den Topteams.

"Mir scheint, dass fünf oder sechs Teams in einer viel engeren Spitzengruppe liegen, als das in den vergangenen Jahren der Fall war", lautet Brawns Fazit. Ein gutes Beispiel dafür war der heutige Schlusstag, an dem Schumacher mit weniger als einer Sekunde Rückstand den achten Platz belegte. Insgesamt lagen diese Woche alle Teams innerhalb von einer Sekunde - nur HRT und Marussia, die nicht anwesend waren, haben sich nicht in die Zeitentabelle eingetragen.

Schumacher konzentrierte sich heute Vormittag auf Reifentests mit den harten und weichen Pirelli-Reifen, evaluierte dann am Nachmittag verschiedene Setups und die neuen Teile, die in letzter Minute noch für Melbourne getestet wurden. Was die Nutzung der Reifen angeht, fiel Mercedes durch einen relativ hohen Verschleiß auf, insbesondere auf den weicheren beiden Gummimischungen. Aber auch das muss kein Sargnagel sein.

Rätselraten bei den Reifentests

"Die Schwierigkeit ist, dass wir hier in Barcelona bei relativ kühlen Temperaturen versuchen, wie der Verschleiß unter verschiedenen Bedingungen auf verschiedenen Strecken sein wird. Das ist schwierig vorherzusagen", analysiert Brawn. Das Geheimnis sei nun, das Gelernte bis Melbourne richtig zu interpretieren und umzusetzen, auch die richtige Balance für das Auto zu finden: "Das ist die große Herausforderung für Melbourne und die ersten Rennen."

Schumacher absolvierte heute genau 100 Runden, gleichmäßig verteilt auf Vor- und Nachmittag. "Nach vier intensiven Testtagen in dieser Woche", sagt der siebenfache Weltmeister vor seiner 19. Formel-1-Saison, "brechen wir jetzt bald nach Australien auf. Aber es ist jetzt auch an der Zeit, dass es endlich losgeht. Wir sind sehr glücklich mit dem, was wir erreicht haben, denn wir haben viele Kilometer zurückgelegt und viel über unser Auto gelernt. Das ist eine gute Ausgangsbasis, um weiter zu arbeiten."

"Das Auto fühlte sich von Anfang an gut an und es ist uns gelungen, es an den Testtagen weiter zu verbessern. Ich glaube, wir können behaupten, dass wir gut vorbereitet sind", sagt Schumacher. "Was das im Vergleich zu unseren Gegnern bedeutet, kann man erst nach ein paar Rennen sagen, denn wir wissen alle, dass bei den Tests nicht alles gezeigt wird. Sicher ist nur, dass das Feld enger beisammen liegt als vergangenes Jahr. Es wird sicher eine spannende Saison."

Glaubst du, dass der Reifenverschleiß für euch zum Problem werden könnte, Michael? "Nein", entgegnet er kurz und knapp. "Ich glaube nicht, dass wir um Siege kämpfen können, denn Red Bull scheint mir sehr stark zu sein. Aber dahinter liegt alles eng beisammen. Wir haben das Auto definitiv verbessert, aber die Frage ist um wie viel. Aber im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren sind wir sicher besser aufgestellt."

Fotoquelle: xpb.cc

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