Sebastian Vettel erlebte in Barcelona einen enttäuschenden Schlusstag

Formel 1 2012

— 04.03.2012

Schwarzer letzter Testtag für Weltmeister Vettel

Einmal neben der Strecke, dritter Getriebeschaden des Winters: Sebastian Vettel erlebte einen schlechten Testabschluss in Barcelona, bleibt aber guter Dinge

So hatte sich Sebastian Vettel den Abschluss des Testwinters sicher nicht vorgestellt: Der Titelverteidiger drehte aufgrund zahlreicher Probleme gerade mal 23 Runden auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona und hatte somit kaum Gelegenheit, sich einen Eindruck von den finalen Updates für den RB8 zu verschaffen, die Mark Webber gestern erstmals ausprobiert hatte.

Doch Vettel nimmt's gelassen: "Es ist normal, dass das Auto etwas rumzickt, wenn es neu ist. Schlimm wäre nur, wenn es nicht schnell wäre", sagte er während der einstündigen Mittagspause. Wegen eines Getriebeschadens - bereits Red Bulls dritter während der Saisonvorbereitungen - konnte er anschließend nur noch acht Runden drehen. Zwischen 11:50 und 16:54 Uhr wurde von ihm keine einzige gezeitete Runde registriert.

Ausritt und Getriebeschaden

"Manchmal ist einfach der Wurm drin. Erst hatten wir ein Problem mit dem Getriebe, davor war ich kurz neben der Strecke und habe den Frontflügel etwas beschädigt. Das hat alles ein bisschen gedauert", meint Vettel und gibt zu: "Wir hätten uns mit Sicherheit gewünscht, mehr zu fahren." Über die Updates, inklusive eines neuen Auspuffsystems, möchte er sich vorläufig kein Urteil bilden: "Leider bin ich damit noch nicht viel gefahren, deswegen kann ich dazu noch nichts sagen."

Teamkollege Webber kam mit dem überarbeiteten Modell am Samstag besser zurecht und schaffte 70 Runden. "Gestern", sagt Vettel, "machten wir einen guten Schritt, es war ein guter Tag für Mark. Daraus nehmen wir mit, was wir können." Renningenieur Guillaume Rocquelin zeigt sich ebenfalls um Entspannung bemüht: "Zum Glück ist das alles am letzten Tag passiert. Wir sind aber guter Dinge für die Rennen, und auf die kommt es bekanntlich an."

"Der gesamte Winter lief eigentlich ganz gut für uns, aber so ein Schlusstag ist natürlich eine Enttäuschung", sagt Rocquelin. "Wir sind am Vormittag kaum gefahren und als wir am Nachmittag dann endlich wieder testen konnten, war die Zeit zu kurz, um noch groß etwas auszuprobieren. Es ist frustrierend, weil die Jungs den ganzen Tag hart gearbeitet haben, aber wenn so etwas passiert, muss man das Beste aus der Situation machen."

Mit dem Winter insgesamt zufrieden

Insgesamt ist Vettel mit der Vorbereitung dennoch zufrieden: "Das Auto hat sich - bis auf heute - gut benommen. Ich war mit dem Gefühl im Auto recht zufrieden. Auch mit den neuen Teilen sind wir bis jetzt ganz zufrieden", so der Weltmeister. "Der Rest wird sich zeigen, wenn beim Saisonstart in Australien alle die Hosen runterlassen müssen. Ich freue mich jedenfalls darauf, mit der Zicke in Australien zu starten."

Der Red-Bull-Pilot schätzt vor allem McLaren sehr stark ein und glaubt, dass "Mercedes definitiv stärker ist als die Jahre zuvor". Bei Ferrari ortet der Weltmeister derzeit noch Schwierigkeiten. "Lotus ist vielleicht so etwas wie ein Geheimtipp", sagt er. Auch von den Außenseitern Force India und Sauber zeigt sich Vettel beeindruckt: "Die Zeiten muss man erst einmal fahren", zollt er den beiden Teams Respekt.

"Zusammenfassend kann man sagen, dass man sich bei den Tests immer das eine oder andere anders wünschen würde, aber man muss eben mit dem leben, was man bekommt", gibt er zu Protokoll. "Es gibt nicht viele Jahre, in denen man sich zehn von zehn Punkten geben würde, denn es ist wahrscheinlich, dass etwas kaputt geht oder man mal vorsichtshalber stehen bleibt. Aber insgesamt können wir diesmal mit unserer Arbeit ziemlich zufrieden sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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