Sebastian Vettel findet einige Punkte, die er 2012 besser machen möchte

Formel 1 2012

— 06.03.2012

Vettel: "Hatten 2011 eine lange Fehlerliste"

Sebastian Vettel erklärt, warum die Fehlerliste 2011 so lang war, wieso er sich ohne Nachtarbeit schlecht fühlen würde und weshalb in der Formel 1 die Leidenschaft fehlt

Sebastian Vettel macht keinen Hehl daraus: Er geht diese Saison als klarer WM-Favorit ins Rennen. Der Heppenheimer erlebte im Vorjahr eine beinahe makellose Saison und ließ seinen Rivalen keine Chance - dennoch ist es für ihn keine Schwierigkeit, rückblickend Fehler zu finden. "Wir haben einige Male Fehler gemacht", sagt der Red-Bull-Pilot gegenüber dem 'Guardian'. "Die Freitage waren schwach. Da habe ich Fehler gemacht. Ich crashte mit dem Auto."

Red-Bull-Konsulent Helmut Marko bestätigt gegenüber 'ServusTV: "An den Freitagen hat er in diesem Jahr viermal unnötig das Auto hinausgeschmissen." Dies geschah in Istanbul, Kanada, Japan, und Abu Dhabi jeweils im Freien Training. "Als es darauf ankam, war die Konzentration wieder da, aber an den Freitagen hat man jeweils nur ein paar Stunden, um das Auto vorzubereiten - da können wir uns verbessern", sieht Vettel Luft nach oben.

Der zweifache Weltmeister meint, dass die Fehler in den Freitagtrainings in seiner Analyse des Jahres erst der Anfang waren: "Wir hatten im Januar ein Treffen und gingen die Dinge durch, die wir besser machen müssen - ihr wärt überrascht gewesen, es war eine lange Liste. Es gibt viele Punkte, wo wir uns verbessern können."

Kein Problem mit Nachtarbeit

Vettel gilt im Formel-1-Fahrerlager als akribischer Arbeiter, der meist als lezter Fahrer das Fahrerlager verlässt, weil er noch spät in der Nacht mit seinen Ingenieuren am Setup tüftelt. "Ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich früher abhauen würde", erklärt er seine Beweggründe. "Selbst wenn es nur einer von vielen Tests ist. Nur weil man weiß, wie man Weltmeister wird, heißt das nicht, dass man all die kleinen Schritte dorthin vergisst."

Mit seinem Fleiß beruhigt er auch sein Gewissen. "Wenn sich der Motor während des Rennens meldet, dann würde ich mich schlecht fühlen und mir denken, dass ich vielleicht faul war und nicht 100 Prozent gegeben habe", sagt er. "Wenn ich einen Fehler mache - okay, das passiert. Solange ich alles getan habe, um mein Maximum auszuloten, dann geht es mir gut. Das ist der Grund, warum es mich nicht stört, in der Nacht zu arbeiten."

Bier trinken verboten

In der Vergangenheit saßen die Piloten oft abends beisammen und feierten - heute wäre dies unvorstellbar. "Es ist heute unnatürlich, mit den anderen Fahrern auszugehen und ein Bier zu trinken", bestätigt Vettel. "Wenn ich das mit zwei, drei anderen Fahrern an einem Samstagabend tun würde... Ich will mir gar nicht vorstellen, welcher Aufruhr und welche Geschichte dabei entstehen würden. Und wenn am nächsten Tag bei einem der drei Fahrer etwas schief gehen würde... puhh."

Vettel sieht die Veränderung der Formel 1 mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Es ist traurig, aber gleichzeitig gibt einem diese extreme Professionalisierung die Möglichkeit, auf viel höherem Niveau zu arbeiten."

Fangio-Vergleich macht Vettel stolz

Ein Ex-Pilot, der die "wilden" Jahre der Formel 1 noch hautnah miterlebte, outete sich bereits mehrmals als Vettel-Fan: Sir Stirling Moss. Der 82-jährige Brite, der in den 1950er-Jahren haarscharf an einem WM-Titel vorbeigeschrammt war, verglich den Red-Bull-Piloten zuletzt mit seinem einstigen Rivalen Juan-Manuel Fangio, der fünf Mal Weltmeister wurde.

"Das ist etwas ganz Besonderes", fühlt sich Vettel gewürdigt. "Moss hat viel gesehen. Was er gesagt hat, hat mich überrascht. Ich habe ihn aber schon mehrmals getroffen und er ist einer der ersten Helden der Formel 1. Daher ist es für mich eine große Ehre, dass er mich im gleichen Atemzug wie Fangio nennt."

"Ich bin kein Experte, was die Geschichte der Formel 1 angeht", übt sich Vettel, der als äußerst geschichtsbewusst gilt, in Understatement. "Ich habe aber natürlich schon gehört, wie außergewöhnlich Fangio war. Es leben nicht mehr viele Menschen, die mit Fangio gearbeitet haben oder gegen ihn gefahren sind. Aber es gibt immer noch Moss und die Geschichten, die er erzählt. Was er gesehen hat, ist unglaublich, und daher ist das für mich ein großes Kompliment."

Wer folgt Kinky Kylie nach?

Vettel interessiert sich für das Erbe der Formel 1 - und so ist es auch kein Wunder, dass er sich die preisgekrönte Kino-Dokumentation über Ayrton Senna nicht entgehen ließ. "Das hat mich sehr inspiriert", sagt er. "Der Film zeigt vielleicht nicht die gesamte Geschichte, die ganze Wahrheit, aber es war sehr inspirierend, die Hintergründe zu sehen und sie mit heute zu vergleichen. Die Fahrerbesprechungen waren viel emotioneller."

Heute fehlt diese Leidenschaft seiner Meinung nach: "Es gibt immer noch Charaktere, aber es gibt weniger Spielraum und Zeit, um das zu zeigen." Apropos - für Vettel haben auch seine Boliden Charakter. Und so gibt er ihnen jedes Jahr Namen. "Wir wissen noch nicht genau, wie das diesjährige Auto heißen wird", sagt er, "aber wir haben eine Liste. Es muss ein Mädchenname sein, denn ich finde, dass das Auto immer nett, hübsch und sexy ist. Vielleicht eine Lady mit einem guten Chassis und einer großen Nase?", denkt er laut. "Solange es sich um ein Siegerauto handelt, soll es mir recht sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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