Christian Horner hat Ferrari trotz aller Probleme auf der Rechnung

Formel 1 2012

— 07.03.2012

Horner will Ferrari noch nicht abschreiben

Christian Horner warnt davor, Ferrari nach den Problemen bei den Testfahrten zu unterschätzen: "Ich glaube, sie sind konkurrenzfähiger, als die Leute glauben"

Bei Ferrari brennt nach Abschluss der Wintertests der Baum. Der innovative F2012 hält bislang nicht, was sich seine Erbauer von ihm versprochen haben. Ein teils unberechenbares Fahrverhalten, offensichtlich hoher Reifenverschleiß und stark schwankende Rundenzeiten haben in Maranello die Alarmglocken klingeln lassen.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemlo fordert eine umgehende Aufklärung der Probleme, während die Ingenieure bereits größere Umbaumaßnahmen vorbereiten, die eventuell sogar einen erneuten Crashtest nötig machen. Auch die italienische Presse schießt sich bereits auf die Scuderia ein, woraufhin das Team seinen Fahrern am Wochenende einen Maulkorb verpasste - was Fernando Alonso freilich wenig kümmerte. Gegenüber spanischen Medien gab er zu, dass das Team den F2012 in einigen Bereichen noch nicht verstehe.

Doch nicht alle Konkurrenten lassen sich vom Trubel bei Ferrari beeindrucken. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat die Italiener trotz aller Probleme nach wie vor auf der Rechnung. "Es wäre töricht, wenn wir Ferrari schon abschreiben würden", sagt Horner gegenüber 'SkySports'. "Ich glaube, sie sind konkurrenzfähiger, als die Leute glauben. Das Auto scheint schwierig zu beherrschen zu sein, aber manchmal kann ein nervöses Auto trotzdem sehr schnell sein."

Horner: Wintertests sagen nicht viel aus

Horner misst den Ergebnissen der Wintertests ohnehin nicht allzu viel Bedeutung zu. "Die Wintertests sind in vielerlei Hinsicht uneindeutig", sagt Horner und verweist auf das Jahr 2011: "Im vergangenen Jahr sah es so aus, als wäre Ferrari beim ersten Rennen das Team, welches man schlagen muss. Aber im Endeffekt haben sie nur ein einziges Rennen gewonnen. Es ist schwierig eine Einschätzung abzugeben, denn die Teams sind alle mit unterschiedlichen Benzinmengen gefahren."

"Das verschleiert die wahre Leistung. Aber McLaren sieht stark aus, und Mercedes scheint einen Schritt nach vorne gemacht zu haben", lässt sich der Brite eine kurze Einschätzung entlocken. Mit den eigenen Tests ist Horner, trotz der Getriebeprobleme am Schlusstag bei Sebastian Vettel, recht zufrieden. "Wir haben die meisten Punkte in unserem Programm abgehakt. Wenn wir dann in Melbourne das Benzin aus den Autos nehmen, zeigt sich die wahre Hackordnung."

Red Bull wird in Melbourne nach Aussage des Teamchefs mit dem überarbeiteten RB8 antreten, der am Samstag und Sonntag in Barcelona getestet wurde. "Die Upgrades scheinen zu funktionieren, die werden wir in Australien sicherlich am Auto haben", sagt Christian Horner im Gespräch mit der 'BBC'. Die Aufregung um den "neuen" Red Bull kann er dabei nicht ganz nachvollziehen. "Alle großen Teams nehmen vor dem ersten Rennen noch ein großes Update vor, und das bringst du so spät wie möglich auf die Strecke, damit dein Konzept nicht von der Konkurrenz kopiert wird."

"Vettel wird noch stärker"

Während Horner bei der Einordnung der Teams, wie die meisten Beobachter, noch ein wenig im Nebel stochert, präsentiert sich die Lage bei den Fahrern klarer. Als Hauptrivalen von Vettel sieht der Brite in erster Linie die beiden McLaren-Piloten: "Lewis wird in diesem Jahr viel Druck machen und Jenson hatte eine großartige Saison 2011."

Aus den bereits genannten Gründen möchte er auch Alonso noch nicht von seiner Liste streichen. "Fernando darf man auch nicht vergessen, denn er ist ein Weltklasse-Fahrer, und es wird interessant sein zu sehen, wie Kimi sich bei seinem Comeback schlägt." Befragt danach, welcher Gegner Vettel am ehesten das Wasser reichen könnte, sagt Horner: "Vielleicht Jenson."

Auch wenn es nach Vettels überlegenem Titelgewinn 2011 kaum möglich erscheint, traut der Teamchef seinem Schützling eine weitere Steigerung zu: "Wir werden noch mehr von ihm sehen, er wird sich weiter verbessern und stärker werden." Dennoch rechnet er nicht zwangsläufig mit einer ähnlich dominanten Vorstellung seines Fahrers wie im Vorjahr. "Mit sechs Weltmeistern im Feld gibt es einige starke Gegner", sagt Horner.

Fotoquelle: Red Bull

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