Die Gestaltung des Unterbodens beim neuen Red Bull RB8 gibt Rätsel auf

Formel 1 2012

— 08.03.2012

Red Bull RB8: Geniestreich oder illegal?

Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist überzeugt, dass sich Adrian Newey beim RB8 innerhalb der Regeln bewegt hat - Ferrari auf falschem Fuß erwischt

Adrian Newey scheint die Grenzen des Erlaubten beim neuen Red-Bull-Renault RB8 wieder einmal bis zum Limit ausgelotet zu haben. Nach dem jüngsten Update, das am vorletzten Testtag des Winters in Barcelona erstmals zum Einsatz kam, tritt der Auspuff beim neuen Red Bull weiter vorn als bei allen anderen Boliden der 2012er-Generation aus der Verkleidung.

Einige der Gegner - unter anderem Ferrari - haben bereits Bedenken bezüglich der Legalität des RB8 geäußert und der FIA nahe gelegt, den neuesten Newey-Streich genauer zu untersuchen. Der hintere Teil des Unterbodens ist so geformt, dass der Verdacht nahe liegt, Red Bull bläst auch beim diesjährigen Modell die Abgase direkt auf den Diffusor, was laut Reglement inzwischen verboten sein sollte.

Fernando Alonso wurde beim letzten Barcelona-Test beobachtet, wie er mit seinem Smartphone gezielte Videoaufnahmen unter anderem vom neuen Red Bull machte, um ein eventuelles Verstoßen gegen das Zwischengas-Verbot zu belegen.

Davon, dass das Weltmeisterteam die Grenzen des Erlaubten überschritten haben könnte, will Teamchef Christian Horner naturgemäß nichts wissen. "Wir sind froh, dass wir die Regeln eingehalten haben", wird Horner von 'Autosport' zitiert. "Die letzte Entscheidung liegt bei der FIA und nicht bei den anderen Teams. Diese sehen schließlich nur Fotos, während die FIA die Autos aus nächster Nähe betrachten kann." Der Red-Bull-Teamchef verweist darauf, dass sowohl McLaren als auch Sauber ein ähnliches Konzept verfolgen.

Ferrari-Technikchef Pat Fry sieht Rennleiter Charlie Whiting in der Pflicht: "Es kommt nun darauf an, wie die Nutzung der Abgase genau definiert wird. Das zu klären, ist die Aufgabe von Charlie", so Fry gegenüber 'Autosport' in Anspielung auf die Überarbeitung einer schriftliche Anordnung seitens Whiting an die Teams, welche zu Beginn des Jahres verteilt wurde. Darin brachte der FIA-Rennleiter zum Ausdruck, dass jegliche aerodynamische Nutzung der Auspuffgase in diesem Jahr verboten ist.

Ferrari auf falschem Fuß erwischt

Der Ferrari-Technikchef gibt vor, anhand der Entscheidung Whitings abzuwägen, wie weit Ferrari die Entwicklung auf diesem Gebiet vorantreiben wird. Im Vorfeld des letzten Barcelona-Tests hatte die Scuderia eine ähnliche Lösung wie sie Red Bull schließlich präsentierte, zu den Akten gelegt. "Wir versuchten etwas, das nicht richtig funktioniert hat und hätten damit mindestens bis zum vierten Rennen Probleme gehabt. Deshalb haben wir die Lösung wieder verworfen", bekennt Fry.

Im selben Atemzug fügt der Technikchef von Ferrari hinzu, dass der von Red Bull eingeschlagene Weg derjenige ist, den man verfolgen müsse. "Unterm Strich ist es die Methode, mit der man innerhalb der gegenwärtigen Regeln den meisten Abtrieb generieren kann, aber es hängt davon ab, wie es Charlie interpretiert."

Williams-Chefingenieur Mark Gillan bezeichnete die Red-Bull-Idee ebenfalls als interessant, sah angesichts der noch offenen Interpretation durch die FIA aber von einer Übertragung des Konzepts auf den Williams-Renault FW34 ab.

Anderson glaubt nicht an abgasangeströmten Diffusor

Unterdessen glaubt Ex-Jordan-Designer Gary Anderson nicht daran, dass Kollege Newey beim Red Bull RB8 darauf setzt, die Abgase auf den Diffusor zu leiten. "Der Luftstrom, den ein Fahrzeug bei Topspeed zwischen den Vorderrädern und den Endrohren des Auspuffs verursacht, ist gewaltig", so der Nordire gegenüber 'Autosport'.

"Es dürfte daher sehr schwierig sein, einen derart schnellen Luftstorm gezielt auf einen ganz bestimmten Bereich zu lenken. Meiner Ansicht nach ist das Hauptziel der Red-Bull-Philosophie, diese Unbequemlichkeit so gering wie möglich zu halten und die Wirkung des Gesamtpakets des Autos zu maximieren."

Wenn es gelingt, um die Cola-Flaschen-Form am Heck einen sauberen Luftstrom zu generieren und die aerodynamisch geformten Bremsbelüftungen kontrolliert anzuströmen, dann sei dies laut Anderson ein "signifikanter Vorteil". Erst recht, wenn die Auspuffgase in diesem Zusammenhang als Steuerung des Luftstroms dienen.

Fotoquelle: xpb.cc

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