Das Schweizer Sauber-Team will in der 20. Formel-1-Saison Zeichen setzen

Formel 1 2012

— 09.03.2012

Sauber: Große Spannung vor der 20. Saison

Die Sauber-Piloten Kamui Kobayashi und Sergio Perez wollen in diesem Jahr regelmäßig in die Punkteränge fahren: Guter Start in Melbourne als Ziel

Nach zwölf intensiven Testtagen auf den Rennstrecken von Jerez und Barcelona steht der Saisonauftakt unmittelbar bevor. Am Wochenende des 16. bis 18. März beginnt die Formel-1-Weltmeisterschaft 2012 mit dem Großen Preis von Australien im Albert Park von Melbourne.

Das Sauber-Team will sich mit den Piloten Kamui Kobayashi und Sergio Perez am Steuer der beiden C31 mit Ferrari-Motor im Vergleich zum Vorjahr verbessern. 2011 belegte die Mannschaft Platz sieben in der Konstrukteurswertung. Regelmäßiges Punktesammeln ist die Vorgabe für die kommende Saison.

Die Saison 2012 ist für Sauber bereits die 20. in der Formel 1. "Man könnte meinen, dass ein Saisonauftakt irgendwann zur Routine wird, aber mitnichten", sagt Teamchef Peter Sauber und hat "sogar das Gefühl, dass die Spannung in diesem Jahr besonders hoch ist". Die Wintertests hätten angedeutet, dass die Leistungsdichte größer ist als je zuvor.

"Anscheinend haben die Mittelfeldteams den Abstand zur Spitze reduziert", so der 68-Jährige. "Ich bin sehr erfreut, wie wir uns im Laufe der Testfahrten messbar gesteigert haben und denke, dass wir gut aufgestellt sind. Das ist auch nötig, denn wir haben uns für die Saison 2012 hohe Ziele gesetzt", sellt Sauber klar und präzisiert: "Wir wollen regelmäßig in die Punkte fahren und unsere Position in der Konstrukteurs-WM deutlich verbessern. Wir sind uns bewusst, dass das sehr ambitioniert ist, aber darauf arbeiten wir hin."

Kobayashi will in dritter Saison konstanter werden

Richten soll es für Sauber auch in diesem Jahr die bewährte Fahrerkombination Kobayashi/Perez. Für Kobayashi wird es nicht nur die dritte Saison in der Königsklasse, der Japaner bestritt auch den Großteil (38 von 40) seiner bisherigen Grands Prix für Sauber. "Ich freue mich sehr auf meine dritte Saison in der Formel 1 und mein drittes Jahr mit dem Sauber F1 Team. Wir hatten vielversprechende Testfahrten mit dem C31. Mit dem guten Gefühl für das neue Auto und den Erfahrungen, die ich vor allem im Vorjahr gesammelt habe, fühle ich mich insgesamt viel sicherer", sagt Kobayashi.

Das wichtigste Ziel für den 25-Jährigen ist es in diesem Jahr, "konstanter zu werden", wie er betont. "2010 hatten wir eine schwierige erste Saisonhälfte und haben später aufgeholt. 2011 war es umgekehrt - da hatten wir einen super Start, aber Probleme in der zweiten Saisonhälfte", erinnert er und glaubt: "Wenn wir unser Potenzial konstant voll entfalten, sollten wir auch regelmäßig Punkte holen."

Kobayashi gibt an, im Winter viel trainiert zu haben und sich für den Start in die neue Saison "sehr fit" zu fühlen. "Melbourne ist ein fantastischer Ort für den Saisonauftakt, weil die Menschen dort den Rennsport und die Formel 1 wirklich mögen", sagt er. "Die Stadt ist sehr lebendig, und man spürt gleich, dass in der Luft liegt: Jetzt geht es los!"

Für das Grand-Prix-Wochenende, das im australischen Herbst über die Bühne geht, hofft der Japaner "noch auf etwas schönes und warmes Wetter". "Die Tatsache, dass es sich nicht um eine permanente Rennstrecke handelt und der Belag deshalb am Anfang des Wochenendes sehr rutschig ist, macht die Aufgabe der Fahrzeugabstimmung für das erste Rennen nicht einfacher, aber an das ansteigende Grip-Niveau müssen sich alle anpassen", weiß Kobayashi.

Perez will sich endgültig in der Formel 1 etablieren

Teamkollege Perez kann es kaum erwarten, wieder Rennen zu fahren. "Meine Gefühle vor dieser Saison sind ganz anders als im vergangenen Jahr, als für mich noch alles komplett neu war", sagt der Mexikaner, der im Vorjahr für Sauber seine Rookie-Saison in der Königsklasse absolvierte. "Jetzt, mit einer Formel-1-Saison hinter mir, fühle ich mich der Aufgabe körperlich und mental wirklich gewachsen. Ein Jahr Erfahrung ist nicht viel, wird mir aber schon helfen, mich stärker auf meine eigene Leistung konzentrieren zu können, als das im vergangenen Jahr möglich war."

"Viele Aspekte, die auf einen zukommen, wenn man Formel-1-Rennfahrer wird, sind mir jetzt vertrauter", versichert Perez. Das gelte sowohl für die Abläufe und die Kommunikation im Team als auch für die persönliche Balance, sein Leben mit den vielen Reisen zu gestalten. "Ich will 2012 in jeder Situation das maximal Mögliche mit dem Auto erreichen und mich fest in der Formel 1 etablieren", stellt der GP2-Vizechampion von 2010 klar.

"Wir haben bei den Testfahrten gute Fortschritte erzielt und viel über das neue Auto gelernt", sagt Perez. "Nichtsdestotrotz kann man auf der Strecke in Melbourne Überraschungen erleben. Im vergangenen Jahr hatten wir beispielsweise nicht erwartet, mit nur einem Boxenstopp über die Renndistanz zu kommen."

"Wir werden sehen, wie wir den ersten Grand Prix meistern. Obwohl der Kurs in Melbourne nicht sehr repräsentativ ist, werden wir auch einen ersten Eindruck erhalten, wo wir mit dem C31 im Vergleich zur Konkurrenz stehen", ist sich der 22-Jährige sicher.

C31 gegenüber dem Barcelona-Test nur geringfügig modifiziert

Giampaolo Dall'Ara, bei Sauber Leitender Ingenieur an der Rennstrecke, ist nach den drei Vorsaisontests ebenfalls gespannt darauf, "wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen". "Als Team fühlen wir uns gut vorbereitet. Sergio ist kein Rookie mehr und beide Piloten arbeiten mit denselben Renningenieuren zusammen wie im vergangenen Jahr, was zweifellos ein Vorteil ist", wie der Italiener betont.

Aufgrund des Sop-and-Go-Charakters und der schnell aufeinander folgenden Richtungswechsel im Albert Park macht Dall'Ara "eine gute Traktion und hohe Bremsstabilität" als die entscheidenden Faktoren im Hinblick auf eine gute Rundenzeit in Melbourne aus. "Weil der Kurs im Albert Park keine permanente Rennstrecke ist, verändert sich das Gripniveau während des Wochenendes erheblich. Das muss man bei der Abstimmung ebenso berücksichtigen wie die Tatsache, dass dieser Kurs die Hinterreifen mehr beansprucht als jene Strecken, auf denen wir vor der Saison getestet haben."

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Asphalttemperatur, wie der Ingenieur betont. Hingegen erwartet er was das Überholen betrifft, weniger Probleme als in der Vergangenheit. "Diesmal wird es zwei DRS-Zonen geben", weiß Dall'Ara und: "Pirelli wird die weiche und die mittlere Reifenmischung zur Verfügung stellen. Beide Mischungen sind aggressiver ausgelegt als 2011, entsprechend ist zu erwarten, dass es mehr Boxenstopps gibt als früher."

Abgesehen von kleinen Modifikationen entspreche der Sauber C31 technisch jener Spezifikation, die zuletzt in Barcelona getestet wurde. "Wenn man sich die Resultate der letzten Testfahrten anschaut, können wir zuversichtlich sein, stark in die Saison zu starten", so Dall'Ara.

Fotoquelle: Sauber Motorsport AG

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