Im McLaren-Lager ist der Optimismus vor der neuen Saison wie gewohnt groß

Formel 1 2012

— 09.03.2012

McLaren: Großer Optimismus vor dem Saisonstart

Jenson Button und Lewis Hamilton können es kaum erwarten, in Melbourne die ersten richtig schnellen Runden mit dem neuen MP4-27 zu drehen

Am übernächsten Wochenende bildet der Albert Park in Melbourne zum 17. Mal die Bühne für den Grand Prix von Australien. In diesem Jahr steigt dort zum 15. Mal der Saisonauftakt. Nur zweimal in den zurückliegenden 16 Jahren (2006 und 2010) wurde in Melbourne nicht das erste Rennen einer neuen Formel-1-Saison ausgetragen.

Beim amtierenden Vizeweltmeisterteam McLaren sind der Optimismus und die Zuversicht vor dem Saisonauftakt 2012 nach den winterlichen Testfahrten groß. Die Truppe aus Woking peilt am 18. März den insgesamt sechsten Melbourne-Sieg an. "Vor Beginn einer neuen Formel-1-Saison bin ich immer ganz besonders optimistisch und motiviert. Dieses Jahr ist da keine Ausnahme", gesteht McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Trotz der zahlreichen Testkilometer, die Jenson Button und Lewis Hamilton während der vergangenen Wochen mit dem neuen MP4-27 zurückgelegt haben, ist sich Whitmarsh bewusst, dass das wahre Kräfteverhältnis erst am ersten Rennwochenende des Jahres zum Vorschein kommt. "Auch nach tausenden von Kilometern und der ausgiebigen Analyse der Datenaufzeichnungen hast du bis zum ersten Rennen kein klares Bild von der Gesamtform", sagt er und stellt diesen Aspekt sowohl für die direkt Beteiligten als auch für die Fans rund um den Globus als "einen der faszinierendsten der Formel 1" heraus.

"Aus McLaren-Sicht war es ein extrem produktiver Winter", wie der Teamchef betont. "Ich habe Jenson und Lewis noch nie zuvor so entschlossen und vorbereitet für eine neue Saison gesehen." Der Heißhunger auf Erfolge sei im gesamten Team spürbar. "Unser Wille zu siegen ist größer denn je und wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen, um unsere Performance zu verbessern", versichert Whitmarsh.

Seine Gedanken unmittelbar vor den Saisonstart formuliert der McLaren-Teamchef wie folgt: "Ich will keine Vorhersagen treffen, aber meine größte Hoffnung ist es, dass wir der Welt nicht nur beweisen, dass die Formel 1 wieder da ist, sondern dass sie im großen Stil wieder da ist."

Button gespannt auf das Kräfteverhältnis

Jenson Button kommt immer wieder gern nach Melbourne zurück. Im Jahr 2000 gab der Brite im Albert Park sein Debüt als Formel-1-Pilot. "Das ganze Wochenende verging wie im Flug", erinnert er sich und stellt drei weitere Highlights seiner persönlichen Melbourne-Vergangenheit heraus: "Im Jahr 2006 stand ich hier auf der Pole. Die zwei wichtigsten Erinnerungen sind für mich aber meine beiden Siege in den Jahren 2009 für Brawn und 2010 für McLaren."

Speziell der letztgenannte Triumph, der bei wechselhaften Wetterverhältnissen zustande kam, bereitet dem Briten noch heute große Genugtuung, "da er komplett überraschend kam", wie er betont: "Ich wechselte früh auf Trockenreifen, schmiss dann in Kurve drei das Auto beinahe raus, fand dann aber doch noch einen Rhythmus und fuhr meinen ersten Sieg für McLaren ein". Für ihn persönlich war dieser Sieg "ein sehr wichtiges Ergebnis", wie Button anfügt.

Den Kurs in Melbourne bezeichnet Button als "nicht übermäßig technisch". Eine Herausforderung sei der rutschige Belag, was daher rührt, dass es sich bei dem in den Albert Park eingebetteten Layout um einen nicht permanenten Rennkurs handelt. "Für einen Stadtkurs ist die Strecke recht flüssig und du kannst einen guten Rhythmus finden. Zudem gibt es einige schnelle Ecken, was für einen Straßenkurs ungewöhnlich ist", stellt der Weltmeister des Jahres 2009 heraus.

Dank des im vergangenen Jahr eingeführten DRS ist das Überholen in Melbourne laut Button inzwischen "einfacher als jemals zuvor. In diesem Jahr wird es im Albert Park erstmals zwei DRS-Zonen geben, was den Briten in seiner Meinung noch bestärkt: "Die Zone auf der Start/Ziel-Geraden im vergangenen Jahr war okay, aber nicht genug. Eine zweite Zone hat sicherlich Vorteile." Alles in allem sei Melbourne aufgrund seiner unvorhersehbaren Rennausgänge "der perfekte Ort für den Saisonauftakt", wie der Brite betont.

Mit den Vorbereitungen auf die neue Saison ist Button zufrieden. "Natürlich wünschst du dir immer noch mehr Runden und noch mehr Zeit im Auto, aber anders als im Vorjahr hatten wir diesmal einen soliden Start in unser Testprogramm. Die Rundenzeiten zu lesen, fällt aber sehr schwer, da kaum ein Team mit offenen Karten spielt." Der McLaren-Pilot kann es eigener Aussage zufolge "kaum erwarten, herauszufinden, wo wir tatsächlich stehen".

Hamilton warnt Gegner: Noch keine schnelle Runde probiert

Auch für Lewis Hamilton ist Melbourne "ein großartiger Ort, um in die neue Saison zu starten", wie er betont. "Melbourne bedeutet für mich Sonnenschein, zufriedene Gesichter, eine tolle Stimmung im Fahrerlager und eine großartige Stadt mit einer positiven Atmosphäre."

Der Kurs im Albert Park zählt für den Weltmeister des Jahres 2008 zu seinen liebsten im Kalender. "Du kannst hier das Heck schon einmal kommen lassen und hast trotzdem Kontrolle über das Auto." Als besonders aufregend empfindet der Brite die schnelle Link-Rechts-Kombination hinter den Boxen. "Wenn du die richtig hinbekommst, ist das ein großartiges Gefühl. Je mehr du dort attackierst, desto schneller bist du. Es ist gewissermaßen meine Stelle", so Hamilton.

Persönlich fühlt sich Hamilton im Vorfeld der neuen Saison "entspannter als je zuvor und mehr als bereit", wie er sagt. Genau wie Teamkollege Button stellt er positiv heraus, dass es im Verlauf der Testfahrten nahezu keine technischen Probleme am neuen McLaren-Mercedes MP4-27 gab. "An meinem letzten Testtag packten wir das Aero-Paket für das übernächste Wochenende drauf. Das Auto fühlte sich gut an und die Neuerungen waren ganz eindeutig ein Schritt nach vorn", versichert er.

"Es ist schon etwas eigenartig, fast einen Monat lang getestet zu haben, aber noch keine richtig schnelle Runde probiert zu haben", schickt der McLaren-Pilot eine Warnung in Richtung der Konkurrenz und fügt hinzu: "Ich gehe davon aus, dass wir das Limit am Samstag kennenlernen werden." Angesichts der Eindrücke von den Testfahrten gibt der 27-Jährige an, "in Australien mit einem breiten Lächeln aus dem Flugzeug" zu steigen.

So plant Hamilton, das Auftaktrennen 2012 "als Initialzündung für die Herausforderung Weltmeistertitel" zu nutzen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass uns eine lange Saison bevorsteht. Natürlich würde ich gern in Melbourne gewinnen, aber es gibt danach noch 19 andere Rennen. Ein paar nützliche WM-Punkte sind daher in meinen Augen ein realistisches Ziel", sagt der McLaren-Pilot, der in dieser Saison zur gewohnten Stärke zurückfinden möchte. "Solange ich Australien mit dem Gefühl verlasse, dass wir ein Auto haben, mit dem wir um den Titel fahren können, bin ich zufrieden."

Fotoquelle: xpb.cc

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