Robert Kubica wird in der Formel-1-Gemeinde schmerzlich vermisst

Formel 1 2012

— 10.03.2012

Lopez: Kubicas Abwesenheit ein großer Verlust

Gerard Lopez, Besitzer des ehemaligen Renault- und jetzigen Lotus-Teams spricht über Robert Kubica, der sein Comeback im Rallye-Auto gegeben haben soll

Während sich um den verletzten Robert Kubica im Verlauf der zurückliegenden Monate zahlreiche Gerüchte rankten und nach wie vor ranken, ergreift Gerard Lopez - Besitzer des ehemaligen Renault- und jetzigen Lotus-Teams - Partei für den Polen. Kurz vor seinem verhängnisvollen Unfall bei der Rallye Ronde di Andora am 6. Februar des vergangenen Jahres hatte Kubica am Steuer des Renault R31 bei den Wintertests im Vorfeld der Formel-1-Saison 2011 einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.

Der Crash am Steuer eines Skoda Fabia S2000 machte jedoch nicht nur die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison, sondern letztlich auch die auf eine Teilnahme an selbiger zunichte. "Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Für uns und noch viel mehr für Robert war es eine schwierige Zeit", so Lopez gegenüber 'Gazzetta dello Sport'.

Das damalige Renault-Team stellte sich im vergangenen Jahr lange hinter seinen verletzten Stammpiloten. Als verlässliche Informationen jedoch auch nach Monaten ausblieben und mehrere Kontaktanfragen seitens des Teams im Sande verliefen, sah sich die Truppe rund um Teamchef Eric Boullier gezwungen, zu handeln.

"Wir taten alles und noch mehr, um die Vereinbarungen mit ihm einzuhalten", bekräftigt Lopez in Bezug auf Kubica und dessen gültigen Renault-Vertrag. "Wir waren bereit, ihm eine neue Chance zu geben und schmiedeten Pläne, wie wir ihn zurück ins Auto bringen könnten, um eventuell zu einem späteren Zeitpunkt der Weltmeisterschaft wieder fahren zu lassen."

Lopez bedauert Kontaktabbruch und kritisiert dessen Management

Mit zunehmender Dauer gestaltete sich dieses Unterfangen jedoch schwieriger und schwieriger. "Was danach passiert ist, stimmt mich alles andere als froh. Wir konnten nicht mehr für ihn tun. Ich glaube nicht, dass es an Robert lag...", so Lopez vielsagend. Der Luxemburger bezieht sich damit auf die ins Stocken geratenen Gespräche und schließt in diesem Zusammenhang eine Beteiligung von Ferrari nicht aus.

Die Scuderia hatte bereits vor Kubicas Rallye-Unfall ihr Interesse am Polen kundgetan und verfügte über eine Option für die Saison 2011, welche letztlich nicht wahrgenommen wurde. Im Zuge der Rekonvaleszenz Kubicas kamen in Italien wiederholt Gerüchte ans Tageslicht, wonach der Kanada-Sieger von 2008 nicht für Renault, sondern für Ferrari einen ersten Test nach seinem Unfall und damit in Vorbereitung auf ein mögliches Comeback bestreiten könnte.

"Das stimmt, aber ich weiß nicht, ob das Roberts Illusion war oder die von jemand anderem", sagt Lopez und bekräftigt, dass sein Team zu keiner Zeit überstürzt gehandelt hätte: "Wir drängten ihn nicht, aber sein Management setzte ihn offenbar unter Druck. Ich weiß nicht, ob das mit dem Interesse zu tun hatte, dass sie ganz offensichtlich für Ferrari hatten", so der Luxemburger im Hinblick auf Kubicas Manager Daniele Morelli, "ich weiß aber sehr wohl, dass unsere Tür sehr lange für ihn offen stand".

"Ich bin bis heute der Meinung, dass Kubica zu den ganz wenigen Fahrern gehört, die mit einem Auto gewinnen können, das nicht perfekt ist. Seine Abwesenheit ist ein großer Verlust", so Lopez abschließend. In der bevorstehenden Saison greifen für den Genii-Chef, dessen Team inzwischen in Lotus umgetauft wurde, Kimi Räikkönen und Romain Grosjean ins Lenkrad.

Kubica-Comeback am Steuer eines Rallye-Autos?

Derweil mach in Italien Gerüchte die Runde, wonach Kubica gut ein Jahr nach seinem schweren Unfall bei der Rallye Ronde di Andora sein Comeback hinter dem Lenkrad eines Rallye-Fahrzeugs gegeben haben soll. Wie 'Gazzetta dello Sport' berichtet, legte der 27-Jährige in der norditalienischen Region Ligurien rund 100 Kilometer am Steuer eines Skoda Fabia WRC des Erreffe-Teams zurück.

Entsprechende Fotos im Internet belegen zumindest die Anwesenheit Kubicas beim Test, der am Donnerstag dieser Woche stattgefunden haben soll. Jaime Alguersuari hatte erst vor wenigen Tagen berichtet, dass es um Kubicas Comeback-Chancen nicht gut bestellt sei. "Er ist nicht imstande, ein Glas in die Hand zu nehmen und zu trinken", so der Spanier.

Fotoquelle: xpb.cc

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