Charlie Whiting nimmt bei Zweikämpfen auf der Strecke künftig genauer Maß

Formel 1 2012

— 11.03.2012

Whiting nimmt Stellung zu kritischen Reglementsfragen

Rennleiter Charlie Whiting erklärt den FIA-Standpunkt hinsichtlich Motormapping, reaktiver Radaufhängung und Zweikampfverhalten

Als Reaktion auf die während der vergangenen Wochen und Monate aufgekommenen Fragen hinsichtlich zweideutiger Passagen sowohl im Technischen als auch Sportlichen Reglement der Formel 1, nimmt FIA-Rennleiter Charlie Whiting in einer Pressemittleilung des Weltverbands Stellung.

Was das Technische Reglement betrifft, so wurden die Artikel zur Motorsteuerung (Mapping) und Auspuffpositionierung (5.5, 5.6, 5.7 und 5.8 im Regelwerk) über den Winter umfangreich überarbeitet und umfassen in Summe mittlerweile mehr als zehnmal so viele Wörter wie vor einem Jahr. Das zeigt, wie komplex das Thema des "angeblasenen Diffusors" war und nach wie vor ist.

Mit den neuen Regeln soll eine Nutzung der Abgase zu aerodynamischen Zwecken verhindert werden. "Unser Ziel ist es, zu verhindern, dass die Teams einen angeblasenen Diffusor einsetzen, der unter bestimmten Voraussetzungen in Konflikt mit Artikel 3.15 (bewegliche aerodynamische Hilfsmittel; Anm. d. Red.) kommt", so Whiting.

"In Kombination mit zusätzlichen Auflagen das Motormapping betreffend (Technische Direktive Nummer 36; Anm. d. Red.), werden die Teams nichts unversucht lassen, das im Vorjahr erlangte Wissen weiterhin zu ihrem Vorteil zu nutzen", ist der Rennleiter überzeugt.

Der Weisheit letzter Schluss scheint seiner Ansicht nach noch nicht gefunden: "Ich gehe davon aus, dass dieser Bereich des Reglements für die Saison 2013 einer weiteren Prüfung unterzogen werden muss." Ob das automatisch bedeutet, dass die von Red Bull und Sauber beim Barcelona-Test präsentierten Lösungen legal sind, lässt der Rennleiter (noch) offen.

Reaktive Radaufhängung als Aerodynamik-Vorteil

Auch zum Thema reaktive Radaufhängung gibt Whiting Auskunft. Diese war im Vorfeld der Saison kurzerhand verboten worden, nachdem Lotus das System am E20 ursprünglich einsetzen wollte und auch Ferrari bereits eine ähnliche Lösung in der Hinterhand hatte.

"Das fragwürdige System nutzte das Bremsmoment, um die Bodenfreiheit zu beeinflussen. Gemäß Artikel 3.15 sind solcherlei Veränderungen als illegal einzustufen, wenn sie in erster Linie zum Zweck des aerodynamischen Nutzens verwendet werden." Dies war bei den betroffenen Teams im Frühjahr nach Auffassung der FIA der Fall.

Keine Zentimeterdiskussionen im Zweikampf

Hinsichtlich des Sportlichen Reglements wurden zulässige Grenzen für das Verhalten beim Verteidigen der Position formal in die Regeln aufgenommen. Der entsprechende Passus wurde in Reaktion auf das Duell zwischen Lewis Hamilton und Michael Schumacher beim Grand Prix von Italien in Monza 2011 überarbeitet.

Demnach dürfen die Fahrer nun "nicht mehr als einen Richtungswechsel zum Verteidigen der Position" ausführen. Beim Zurückwechseln auf die Ideallinie müssen die Piloten im Zweikampf genügend Raum zwischen ihrem Auto und dem Streckenrand lassen.

"Das Zurückwechseln auf die Ideallinie könnte als zweiter Richtungswechsel verstanden werden und wäre somit illegal", gibt Whiting zu bedenken und stellt klar: "Wir wollen uns hier nicht auf Diskussionen um Zentimeter einlassen und haben daher festgelegt, dass der sich verteidigende Fahrer mindestens eine Fahrzeugbreite zwischen seinem Auto und dem Streckenrand lassen muss."

Dem Gegner im Zweikampf soll so der notwenige Raum zu Überleben gelassen werden. "Anderenfalls wird der sich verteidigende Fahrer des zweiten Richtungswechsels bezichtigt und entsprechend bestraft", so der FIA-Rennleiter.

Fotoquelle: xpb.cc

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