James Allison freut sich auf den Saisonauftakt in Melbourne

Formel 1 2012

— 12.03.2012

Allison: Mit kleinen Verbesserungen nach Melbourne

Lotus verfeinert den E20 vor dem Saisonstart und peilt die Top 4 an - James Allison spricht im Interview über die Tests und die Prognosen für 2012

Für James Allison war das Verbot des angeblasenen Diffusors das Hauptthema für 2012. Der Technische Direktor von Lotus hatte wie seine Konkurrenten alle Hände voll zu tun, den Verlust beim Abtrieb zu kompensieren. Anhand der Rundenzeiten der Vorsaisontests kann man mutmaßen, dass ihm das recht gut gelungen ist. Im Interview gewährt Allison einen Einblick und schildert, wie Lotus das Chassis-Problem von Barcelona in den Griff bekommen hat.

Frage: "Was waren die größten Herausforderungen der Regeln für 2012?"
James Allison: "Die signifikanteste Änderung war mit Abstand das Verbot der durch den Auspuff angeblasenen Diffusoren. Dieses Feature war während der vergangenen Saison bei jedem Auto dominant. Die Veranstalter und Teams haben beschlossen, dass dieser Weg der Entwicklung eingeschränkt werden soll."

"Die Regeln für 2012 erlauben immer noch einen übriggebliebenen Einfluss auf den Abtrieb durch den Auspuff. Verglichen mit dem, was wir 2011 hatten, ist der Abtrieb aber nur noch sehr gering. Das bedeutet, dass die große Herausforderung für 2012 darin bestand, den Aufbau des Autos ohne den Effekt des angeblasenen Diffusors neu zu entwerfen, der 2011 ein zentraler Aspekt in der Konstruktion war."

Räikkönen bereite Freude

Frage: "Wie war es, mit Kimi Räikkönen zusammenzuarbeiten?"
Allison: "Ich muss sagen, dass es eine wahre Freude war, mit ihm bei den Tests zu arbeiten. Er war vom ersten Tag an in der Lage, eine Renndistanz zu bestreiten. Es gab keine Anzeichen dafür, dass es eine physische Anstrengung für ihn darstellt. Es war sofort klar, dass er sehr fit und enthusiastisch zurückgekommen ist. Die Zusammenarbeit mit ihm ist eine wahre Freude für seine Ingenieure. Er gibt in einer höflichen Art uns Weise sehr klare Feedbacks."

Frage: "Wie kam Grosjean mit der neuen Herausforderung zurecht?"
Allison: "Romain ist ein frisches, junges Talent. Er hat in Jerez bewiesen, dass er in der Lage ist, respektable Rundenzeiten abzuliefern. Er hat beim ersten Test alle Feedbacks von uns aufgenommen und beim nächsten Test in Barcelona angewandt. Es war eine freudige Überraschung, einen Fahrer zu haben, der für neuen Input aufgeschlossen ist und zudem auf die Lektionen so schnell und umfassend reagiert."

Chassis-Problem reduziert Testzeit

Frage: "Wie groß war die Enttäuschung über das Problem beim ersten Barcelona-Test?"
Allison: "Es war eine große Enttäuschung. Wir haben vier Testtage verloren. Positiv ist, dass unser Auto während des ersten Tests sehr zuverlässig war. Die Basis des Autos war bereits stark. Dadurch hatten wir keine großen Bedenken, ob wir viele Kilometer abspulen, als wir den Fehler lokalisiert hatten."

"Wie dem auch sei, dadurch haben wir Zeit für die Abstimmung verloren, weiterhin stellt es eine ungenutzte Chance für unsere Fahrer dar, mehr Erfahrungen zu sammeln und zuletzt konnten wir die Gelegenheit nicht nutzen, mehr über die diesjährigen Reifen zu lernen. All diese Dinge sind unerwünscht, doch es stellt keine moralische Schwächung dar."

Frage: "Wie schnell konntet ihr das Problem lösen?"
Allison: "Die Diagnose ging schnell. Unterm Strich haben wir das Problem gelöst, indem wir eine Umgestaltung vornahmen. Danach bestand die Herausforderung darin, die Reparatur schnell durchzuführen, um für den zweiten Barcelona-Test bereit zu sein."

Frage: "Das Medieninteresse konzentrierte sich auf das Chassis-Problem. Gibt es weitere Bereiche am E20, die Grund zur Sorge bereiten?"
Allison: "In Jerez haben wir einige kleine Wasserlecks entdeckt. Das konnten wir aber schnell und einfach beheben. Beim zweiten Barcelona-Test hatten wir ein Problem mit der Servolenkung. Abgesehen davon war das Auto von Beginn an sehr gut."

Kleine Verbesserungen für Melbourne

Frage: "Wie denkst du über die Pirelli-Reifen für 2012?"
Allison: "Offensichtlich funktionieren sie mit dem E20 recht gut. Wir konnten vernünftige Rundenzeiten fahren und sind in der Lage, sie gut auf Temperatur zu bringen. Durch den Abbau werden wir die Rennen sehen, bei denen das Publikum auf seine Kosten kommt. Die Reifen werden nicht sofort schlechter, dass man im Rennen unzählige Boxenstopps sieht. Vielmehr gibt es einen ausreichenden Unterschied zwischen den unterschiedlichen Mischungen, der ein interessantes Rennspektakel erlaubt."

Frage: "Wird das Auto in Australien dem entsprechen, was wir beim Barcelona-Test gesehen haben?"
Allison: "Wir haben ein paar kleine Verbesserungen für Australien geplant, die man sieht, wenn man genauer hinschaut."

Frage: "Es wurde viel über die Ästhetik der Stufennasen gesagt. Welche Gedanken hast du dazu?"
Allison: "Ich stimme zu, dass es nicht unbedingt etwas Schönes ist. Aber man wird sich daran gewöhnen."

Frage: "Lässt das Potenzial des E20 einen Angriff auf die Top 4 zu?"
Allison: "Das ist unser Ziel. Ich denke, dass wir eine Chance haben, das zu erreichen. Die genaue Rangordnung des Feldes lässt sich nur sehr schwer aus den Wintertests herauslesen."

Fotoquelle: xpb.cc

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