Daniel Ricciardo fährt am Sonntag zum ersten Mal vor seinen Landsleuten

Formel 1 2012

— 13.03.2012

Ricciardo: Gänsehaut vor dem ersten Heim-Grand-Prix

Vor seinem ersten Heim-Grand-Prix blickt Daniel Ricciardo auf seinen Werdegang zurück und erklärt, wie Mark Webber ihm geholfen hat

Während Mark Webber am kommenden Wochenende in Melbourne sein zehnjähriges Formel-1-Jubiläum feiern kann, erwartet seinen Landsmann Daniel Ricciardo eine Premiere. Der Toro-Rosso-Pilot wird zum ersten Mal beim Großen Preis von Australien an den Start gehen. Vor seinem Debüt in Melbourne kann der 22-Jährige eine gewisse Aufregung nicht verleugnen. "Ich habe vor zehn Jahren Mark Webbers erstes Rennen hier gesehen. Dass ich jetzt selbst dabei bin, sorgt bei mir für eine Gänsehaut", sagt Ricciardo in der australischen TV-Sendung 'EMT'.

Obwohl der Australier im vergangenen Jahr bereits elf Grands Prix für HRT absolviert hat, ist der Start in seine erste volle Formel-1-Saison für ihn kein Rennen wie jedes andere: "Das Auftaktrennen hier in Australien vor meinen Heimfans zu bestreiten, ist toll. Als Kind bin ich immer zum Rennen gekommen und habe davon geträumt, einmal daran teilzunehmen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass dieser Traum einmal wahr wird." Ricciardo will jedoch versuchen, diese aus diesen Emotionen Motivation zu schöpfen und sein Heimrennen zu genießen.

Diesem droht unterdessen (wieder einmal) die Streichung aus dem Formel-1-Kalender. Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die Regionalregierung ihren Unmut über die hohen Verluste des Rennens kundgetan hatte, drohte vor kurzem Bernie Ecclestone mit dem Abzug der Grand Prix. Der Formel-1-Boss hatte Melbourne als das "am wenigsten profitable" Rennen bezeichnet und seine Forderung nach einem Nachtrennen erneuert.

Ricciardo erklärte, dass er und Webber hart dafür kämpfen werden, die Formel 1 so lange wie möglich in Australien zu halten. "Seinen Heim-Grand-Prix zu bestreiten, muss für jeden Formel-1-Fahrer ein besonderes Erlebnis sein. Ich werde dieser Erfahrung ja erst in ein paar Tagen machen. Was kann es Besseres geben, als vor seinen Landsleuten zu fahren?" Ecclestone selbst kennt der 22-Jährige nur flüchtig. "Als ich ihn das erste Mal traf, habe ich mich vorgestellt und gesagt, dass ich mich freue, ihn zu treffen. Er hat mir kurz die Hand geschüttelt, und das war es. Er ist ein sehr beschäftigter Mann."

Mutter war gegen Motorradrennen

Der Toro-Rosso-Pilot blickte auch auf seine Motorsport-Laufbahn zurück und verriet, dass er das Rennvirus von seinem Vater geerbt habe: "Ich habe schon als kleiner Junge Autos und die Geschwindigkeit geliebt. Mein Vater ist früher auch Rennen gefahren, vielleicht habe ich das Benzin im Blut von ihm geerbt."

Als kleiner Junge haben ihn jede Art von Rennen fasziniert, auch Motorräder. Doch da machte ihm die Frau Mama einen Strich durch die Rechnung: "Meine Mutter war sehr streng, was das Rennfahren generell betraf, da waren vier Räder die sicherere Wahl. Mit neun Jahren habe ich dann mein erstes Kart bekommen, und dann nahm die Entwicklung ihren Lauf." Diese Entwicklung forderte von ihm schon in jungen Jahren einen großen Schritt in die Selbständigkeit.

"Bis ich 16 Jahre alt war, bin ich in Australien Kart gefahren. Anschließend bin ich in Asien Formel-Autos gefahren, habe aber immer noch in Perth gewohnt. Mit 17 Jahren bin ich dann nach Europa, genauer gesagt nach Italien gezogen", sagt Ricciardo. "Der Weg bis in die Formel 1 ist lang und anstrengend, und die Belohnung erhält man erst, wenn man oben angekommen ist."

"Mark ist großartig"

Beim Weg in die Formel 1 konnte sich Ricciardo jedoch auf die Hilfe seines Landsmanns verlassen: "Mark ist großartig. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Test in der Formel 1. Ich war damals sehr nervös. Mark hat sich dann von einem der Teammitglieder meine Nummer besorgt und mich am Abend vor dem Test angerufen. Er hat mir gesagt, ich solle es genießen und mir nicht zu viele Gedanken über alles machen." Auch später habe Webber ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden: "Er hat mir dann auch seine Nummer gegeben und gesagt, dass ich ihn jederzeit anrufen kann, wenn ich eine Frage habe. Solche Kleinigkeiten sind wirklich hilfreich."

Der 22-Jährige sprach auch über sein Training, welche in seinen Augen einen Kompromiss darstellt: "Du brauchst natürlich vor allem Ausdauer, um die langen Rennen durchzustehen. Andererseits benötigst du auch Kraft, vor allem im Nacken. Du musst zwar stark sein, aber gleichzeitig schlank bleiben. Es ist wichtig, dass du nicht zu viel Gewicht zulegst." Das Leben als Formel-1-Fahrer ist daher nicht ohne Entbehrungen: "Du musst eine ziemlich strenge Diät einhalten und dich an den Trainingsplan halten."

Schließlich wurde im Gespräch auch noch das heikle Thema Geld angeschnitten. Befragt nach seinem Gehalt antwortete Ricciardo lachend: "Für eine Hose reicht es noch." Konkret ließ er sich entlocken, dass er "weniger als 500.000" (Australische Dollar, ca. 400.000 Euro) erhalte. Damit ist er nach eigener Einschätzung noch weit von den Top-Fahrern entfernt. Diese verdienen laut Ricciardo "auf jeden Fall einen siebenstelligen Betrag. Vettel wird sicherlich locker über zehn Millionen Australische Dollar (rund acht Millionen Euro, Anm. d. Red.) kommen."

Fotoquelle: Toro Rosso

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