Jenson Button setzte in Melbourne die erste Bestzeit der neuen Saison

Formel 1 2012

— 16.03.2012

McLaren-Doppelführung zum Saisonauftakt 2012

McLaren vor Mercedes, Weltmeister Sebastian Vettel im ersten Training in Melbourne nur Elfter, aber: Was hat das wirklich zu bedeuten?

Wer gehofft hatte, nach dem ersten Freien Training der Formel-1-Saison 2012 schlauer zu sein, was das neue Kräfteverhältnis angeht, der wurde heute Morgen bitter enttäuscht. Denn zwar setzte sich mit Jenson Button (McLaren) einer der Favoriten an die Spitze des Klassements des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Australien in Melbourne, aber bedeuten muss das noch nichts.

Button erzielte eine Bestzeit von 1:27.560 Minuten und blieb damit um knapp zwei Sekunden hinter seiner Freitags-Bestzeit von 2011 zurück. Sein Teamkollege Lewis Hamilton landete mit nur 0,245 Sekunden Rückstand auf Platz zwei, was dafür spricht, dass der McLaren MP4-27 mit der flachen Nase nicht nur schön, sondern möglicherweise auch schnell ist. Zusammengerechnet spulten Button (11) und Hamilton (14) 25 Runden ab - weniger als die Konkurrenz.

Vettels Rückstand "muss nichts heißen"

Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) musste zunächst mit Platz elf Vorlieb nehmen. Rückstand: 2,230 Sekunden. Auch sein Stallgefährte Mark Webber (+0,907) hatte als Fünfter großen Rückstand. Aber: "Das muss nichts heißen", relativiert 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer im Kommentar bei den TV-Kollegen von 'Sky'. "Vettel war sicher mit viel Sprit unterwegs, denn so viel langsamer kann er gar nicht sein."

Schwierig zu lesen sind die Zeiten auch aufgrund der Tatsache, dass die Session bei feuchten Bedingungen begann und die Strecke erst gegen Ende hin abtrocknete. Nach 45 von 90 Minuten war Sergio Perez (15./Sauber/+2,564) der Erste, der sich mit Pirelli-Medium-Slicks hinauswagte, doch bis dahin war alles nur harmloses Herumrollen. Die erste Bestzeit des Jahres 2012 hatte nach exakt 19 Minuten und 40 Sekunden Daniel Ricciardo (1:47.448 Minuten) erzielt.

Der Rookie-Lokalmatador landete unterm Strich mit 1,348 Sekunden auf dem siebten Platz und bestätigte damit die positiven Wintertests seines Toro-Rosso-Teams. Jean-Eric Vergne (+3,618) konnte anfangs ebenfalls gut mithalten, fiel im Laufe der Session aber immer weiter zurück. Schnellster Fahrer mit Ferrari-Motor war zum Auftakt allerdings programmgemäß Werkspilot Fernando Alonso: 0,800 Sekunden Rückstand, Platz vier.

Fahrfehler von Massa

Felipe Massa, der Teamkollege des spanischen Weltmeisters, manövrierte sich hingegen von Anfang an ins Abseits, als er eine Viertelstunde vor Schluss im Kiesbett landete und via Boxenfunk Bremsprobleme meldete. Doch die TV-Wiederholung enttarnte ihn: Massa war beim Anbremsen einer Rechtskurve zu weit nach außen gekommen und hatte auf dem nassen Gras überbremst. "Fängt schon wieder falsch an, das Jahr", kritisiert Surer.

Nicht meckern kann man hingegen im Mercedes-Lager: Michael Schumacher ging nach gut einer Stunde gleich mit seiner ersten fliegenden Runde (1:29.656 Minuten) in Führung, steigerte sich später noch auf 1:28.235 Minuten und landete damit als erster McLaren-Verfolger auf dem dritten Platz. Nico Rosberg (+1,123) wurde guter Sechster. Zwischendurch hatten die beiden sogar die ersten beiden Ränge inne - zumindest kein schlechtes Omen.

Zwar klagte Rosberg über zu starkes Untersteuern, doch das lag wohl am zu hohen Luftdruck in den Vorderreifen. Ansonsten gab es mit dem Silberpfeil F1 W03, der von vielen als Geheimtipp gehandelt wird, keine technischen Probleme. Zudem scheint der geheimnisumwitterte F-Schacht, der gestern von den Rennkommissaren abgenommen wurde, zu funktionieren, denn mit je 312 km/h erzielten Schumacher und Rosberg gemeinsam mit Ricciardo den besten Topspeed.

Räikkönen Schnellster auf den Geraden

Auch Kimi Räikkönen (Lotus) wurde mit 312 km/h "geblitzt", trotzdem wurde der Finne in seiner ersten Formel-1-Session seit 2009 nur Neunter. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich stand er lange an der Box, sodass er nur acht Runden drehen konnte. Teamkollege Romain Grosjean hatte er aber sicher im Griff - der Rookie aus Frankreich landete mit fast drei Sekunden Rückstand auf die Spitze auf Position 16.

Williams und Sauber brachten je ein Auto in die Top 10, bei Force India war Nico Hülkenberg (12.) um 16 Tausendstelsekunden schneller als Paul di Resta. In diese Zeiten etwas hineinzulesen, wäre aber verfrüht. Vier Autos verpassten indes den virtuellen 107-Prozent-Cut: Timo Glock und Charles Pic kamen beim ersten wirklichen Marussia-Test auf je acht Runden, hatten aber sieben beziehungsweise 13 Sekunden Rückstand.

Erwartet schwierig gestaltete sich das Training auch für HRT. Während Pedro de la Rosa nach der verspätet durchgeführten technischen Abnahme gar nicht fahren konnte, weil an seinem Auto noch gearbeitet wurde, hatte Teamkollege Narain Karthikeyan nach einer halben Stunde immerhin schon drei Runden absolviert. Doch dann rollte er plötzlich aus. "Der Motor ist einfach ausgegangen", meldete der Inder am Funk.

Fotoquelle: xpb.cc

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