Nico Hülkenberg will den ersten Trainingstag nicht überbewerten

Formel 1 2012

— 16.03.2012

Hülkenberg: "Für Q3 müssen wir uns strecken"

Warum Nico Hülkenberg auf die Euphoriebremse drückt, welche neue Erfahrung er im Training machte und wieso er die nassen Bedingungen als Nachteil sieht

Nico Hülkenberg trumpfte im zweiten Training in Melbourne mit der zweitbesten Zeit hinter Michael Schumacher auf - insgesamt kam er auf den guten achten Platz. Die starke Performance kombiniert mit den guten Wintertests sorgt dafür, dass man im Fahrerlager Force India eine Überraschung zutraut. Hülkenberg drückt im Tischgespräch auf die Euphoriebremse und erklärt, welches Ziel das Team im Qualifying hat und wieso das Training für ihn eine völlig neue Erfahrung brachte.

Frage: "Nico, wie fühlst du dich nach dem ersten Tag?"
Nico Hülkenberg: "Ganz gut. Das war natürlich kein einfacher Tag. Normalerweise ist es ja trocken, und man macht sein Programm und fährt seine Runden. Heute war alles ein bisschen gemischt - durch den dicken Schauer vor dem zweiten Freien Training. Es war dadurch ein bisschen schwieriger, man versucht aber dennoch, das Beste draus zu machen."

"Ich habe das Auto heute erstmals nach längerer Zeit wieder im Nassen gespürt, auf Full Wets und Intermediates, was mit Sicherheit auch nicht schlecht war. Ich bin so viel wie möglich gefahren, um mich wieder an die Strecke zu gewöhnen. Melbourne ist doch eine ziemlich schwere Strecke, die auch sehr technisch ist und wo man viel Erfahrung braucht. Erfahrung ist hier sehr hilfreich."

"Die letzten 15 Minuten war ich mit den weichen Reifen glaube ich sehr gut unterwegs - das Auto hat sich sehr gut angefühlt. Ich glaube aber, dass man realistisch und auf dem Boden bleiben muss - der zweite Platz ist etwas, wovon wir träumen, was aber glaube ich nicht realistisch ist. Unser Anspruch und unsere Erwartungen liegen glaube ich woanders."

Frage: "Wo liegen die?"
Hülkenberg: "Das ist immer noch schwer zu sagen. Wir versuchen natürlich, in Q3 vorzudringen - mal schauen, ob uns das gelingt. Das ist glaube ich möglich, aber dafür müssen wir uns strecken."

Frage: "Haben sich die Regenreifen und die Intermediates im Vergleich zum Vorjahr verändert?"
Hülkenberg: "Ich bin letztes Jahr nicht gefahren."

Frage: "Auch am Freitag nicht bei Regen?"
Hülkenberg: "In Spa glaube ich - aber nur ein Run. Ich bin auf jeden Fall zu wenig gefahren, um einen Vergleich ziehen zu können."

Frage: "Bei den Tests hatte man den Eindruck, dass du für eine Überraschung sorgen könntest."
Hülkenberg: "Ich glaube, ich muss da ein bisschen auf die Euphoriebremse steigen. Die Mehrheit war heute auf harten, manche Piloten waren auf weichen Reifen unterwegs. Wenn man sich die Rundenzeiten ansieht, dann fällt auf, dass viele Piloten mit viel Sprit an Bord fuhren. Das ist also kein fairer Vergleich. Es ist immer schön, in einem Training im Bereich der Spitze zu liegen, aber gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben."

"So weit sind wir noch nicht. Natürlich werden wir es versuchen und so hart wie möglich pushen. Aber es gibt viele andere Teams da draußen, die gut aussehen. Ich bin nicht sicher, ob wir wirklich überraschen werden. Ich spüre das Auto, und es fühlt sich gut an. Es gibt keine Dramen, und die Fahrbarkeit ist gut, auch die Balance scheint zu passen. Ich bin aber noch nicht wirklich sicher, wie gut unsere Performance ist."

Frage: "Ist es bei diesen Bedingungen möglich, sich ordentlich auf das Rennen vorzubereiten?"
Hülkenberg: "Du hast die Bedingungen auch gesehen - es war nass. Wir rechnen aber mit einem trockenen Samstag und einem trockenen Sonntag. Die Runs bei trockenen Bedingungen waren aber heute sehr limitiert - 15 Minuten am Ende des zweiten und eine halbe Stunde am Ende des ersten Trainings. Die Daten sind im Vergleich zu dem, was wir sonst haben, schwer einzuschätzen."

"Der ganze Gummi wurde durch den Regen wieder weggespült. Einige Kurven waren feucht, vor allem Kurve 5. Die Strecke wird dann natürlich immer schneller, weil im Endeffekt 24 Autos unterwegs waren. Es ist also ganz normal, dass die Zeiten immer besser werden. Aber alle sind im selben Boot, weil die Bedingungen das Testprogramm verzögern."

"Obwohl man glaubt, dass es in den letzten 15 Minuten am besten ist, gab es immer noch ein paar nasse Kurven. Wir sammeln noch Erfahrungen mit den Reifen, mit dem Setup - zudem fehlt mir hier noch Routine."

Frage: "Kann es sein, dass ihr durch die Bedingungen überraschen könntet, weil alle derzeit verloren sind, selbst wenn es morgen am Vormittag trocken sein sollte?"
Hülkenberg: "Es ist schwieriger. Man ist nicht so gut vorbereitet wie mit zwei trockenen Trainings. Da spult man sein Programm ab, fährt die Longruns auf beiden Mischungen, fährt mit wenig Sprit. Da weiß einfach ziemlich genau, was dich erwartet und wo du stehst. Vielleicht hilft das einigen Leuten, anderen könnte es schaden."

Frage: "Was ist es für ein Gefühl, zu wissen, dass man auch morgen noch in Auto sitzt und wieder ein richtiger Rennfahrer ist?"
Hülkenberg: "Ein sehr schönes Gefühl. Darüber bin ich sehr glücklich."

Frage: "Vermisst du deinen Job als TV-Experte?"
Hülkenberg: "Auf eine gewisse Art und Weise vermisse ich ihn. Aber es gibt natürlich nichts besseres als selber zu fahren."

Frage: "Würdest du sagen, dass Melbourne eine Fahrerstrecke ist?"
Hülkenberg: "Jede Strecke ist eine Fahrerstrecke."

Fotoquelle: xpbimages.com

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