Fernando Alonso war im Rennen stärker unterwegs und wurde Fünfter

Formel 1 2012

— 18.03.2012

Alonso: "Platz fünf ist die beste Nachricht"

Mit Platz fünf hält Fernando Alonso den Schaden in Melbourne in Grenzen - Ferrari hat die Probleme am F2102 verstanden und will nun schnellstmöglich reagieren

Nach den Wintertestfahrten konnte man erahnen, dass Ferrari von den Topteams in den größten Problemen steckt. Das Qualifying für den Großen Preis von Australien spiegelte das wieder. Beide Autos konnten sich nicht für Q3 qualifizieren. Im Rennen rückte Fernando Alonso das Bild wieder etwas gerade. Mit einer kämpferischen Leistung holte der zweifache Weltmeister alles aus dem F2012 heraus und kam schließlich als Fünfter ins Ziel. Teamkollege Felipe Massa hatte Reifenprobleme und schied schließlich nach einer Kollision mit seinem Landsmann Bruno Senna (Williams) aus.

Platz fünf bedeutete eine Schadensbegrenzung, denn vor Alonso lagen nur beide McLaren und beide Red Bull, die für Ferrari an diesem Wochenende nie in Reichweite waren. "Wir sind recht zufrieden mit dem Resultat, denn es war in Bezug auf die WM-Punkte Schadensbegrenzung. Es war von Freitag an ein schwieriges Wochenende. Kein Auto schaffte es im Qualifying in Q3. Das war kein gutes Resultat. Im Rennen ist mir ein guter Start gelungen", schildert der Spanier. "Wir hatten eine gute Strategie und sind Fünfter geworden."

"Das ist die beste Nachricht dieses Wochenendes, denn wir sind direkt hinter beiden McLaren und Red Bull ins Ziel gekommen. Trotzdem wartet auf uns in den kommenden Wochen viel Arbeit. Wir müssen das Auto verbessern. Im Qualifying hat uns eine Sekunde gefehlt. Das ist ganz klar zu viel. Hoffentlich finden wir in den nächsten Rennen die fehlenden Zehntel. Der Unterschied zum Vorjahr ist, dass sich jetzt innerhalb einer Sekunde zwölf oder 14 Autos befinden. Wenn man sich um zwei, drei Zehntelsekunden verbessert, dann kann man gleich fünf Plätze weiter vorn sein. Wir müssen uns sehr schnell verbessern."

Massa hatte deutlich mehr Probleme als Alonso. Alleine optisch war zu erkennen, dass der Brasilianer stark mit dem Auto zu kämpfen hatte. "Der Start war toll. Ich konnte viele Autos überholen, ich weiß nicht wie viele, aber es waren einige", fängt Massa sein Fazit an. "Es sah für das weitere Rennen sehr positiv aus. Leider bauten nach fünf Runden die Hinterreifen stark ab. Ich bin in jeder Kurve nur noch gerutscht."

"Es ging aber nur mir so und sonst niemandem. Ich hatte mit der Balance des Autos zu kämpfen. Ich rede jetzt nicht nur vom Rennen, sondern es war das gesamte Wochenende so. Wir müssen herausfinden, warum das so ist. Alle konnten viele Runden mit beiden Reifentypen fahren, aber ich nicht. Ich hatte stark mit der Balance zu kämpfen. Ich bin sehr ruhig gefahren, aber es war nicht einfach. Es war eigentlich unmöglich, weil die Hinterreifen stark abbauten."

Alonso im Gegensatz zu Massa mit Reifen zufrieden

Während Massa zu kämpfen hatte, lief es bei Alonso besser. Was hat der 30-Jährige im Rennen über die neuen Pirelli-Konstruktionen gelernt? "Ehrlich gesagt nichts Neues. Bei den Wintertests haben wir viele Infos über die Reifen gesammelt. Sie haben sich mehr oder weniger wie erwartet verhalten. Die unterschiedlichen Mischungen liegen dichter beisammen. Es ist jetzt nicht mehr so, dass man den anderen Pneu aufzieht und um zwei Sekunden langsamer fährt."

"Die Reifen sind sich sehr ähnlich", findet Alonso. "Im Qualifying findet man mit der weichen Mischung vielleicht drei, vier Zehntel, aber im Rennen sind sie sich sehr ähnlich. Wir sind sehr viele Runden damit gefahren und es war in Ordnung. In Malaysia wird es anders sein, weil die Strecke die Reifen stärker beansprucht. Ich glaube, im Vorjahr gab es dort vier Boxenstopps. In Malaysia werden wir ein genaueres Bild haben."

Zumindest in Melbourne zeichnete sich ab, dass Massa auch in diesem Jahr wieder klar im Schatten seines Teamkollegen stehen wird. Frage an Teamchef Stefano Domenicali: Warum war der Unterschied zwischen den Fahrern so groß? "Es ging schon gestern los. Felipe hatte keine gute Balance an seinem Auto gefunden. Das hat seine Performance im Qualifying und Rennen beeinflusst. Wir müssen dafür sorgen, dass er sich auf sich selbst und das Fahren konzentriert. Er muss ohne Druck seine Leistung bringen können." Bereits in Australien kamen wieder Gerüchte auf, wonach Massa sein Cockpit bald verlieren könnte.

Domenicali: Probleme wurden verstanden

Unter dem Strich ist es Alonso gelungen Schadensbegrenzung zu betreiben. Von Siegen ist Ferrari aus eigener Kraft meilenweit entfernt. Nachdem man im Qualifying das schlechteste Auto mit Ferrari-Motor war - langsamer als die kleinen Teams Sauber und Toro Rosso - war man im Rennen deutlich stärker. "Es ist das gleiche Auto. Die FIA hat uns nicht erlaubt, etwas zu ändern", lacht Alonso über die Parc-Ferme-Regel. "Es war ein sehr gutes Rennen, auf das wir uns gut vorbereitet haben."

"Wir verfügen über viel Erfahrung. Ferrari ist Ferrari. Das ist eines der guten Sachen. Es gibt zwar Autos, die schneller sind, aber Fußballvereine wie Manchester United haben auch ein schlechtes Spiel und dann gewinnen sie wieder." Teamchef Domenicali bestätigt, dass man sich auch über den Winter mehr auf das Rennen konzentriert hatte als auf eine schnelle Runde. "Ja das stimmt. Aber wir müssen sagen, dass die Leistung im Qualifying nicht der eigentlichen Performance des Autos entsprach. Es stimmt, dass der Fortschritt von Samstag auf Sonntag sehr gut war."

"Wir haben mehrere Dinge gelernt. Die heute Performance entsprach nicht der gestrigen. Die Leistung in den ersten beiden Stints war nicht zu schlecht, wenn ich unsere Situation bedenke. Nach der Safety-Car-Phase passierte aber etwas. Das müssen wir noch verstehen, weil unsere Pace langsamer war als in den ersten beiden Stints. Das müssen wir herausfinden", tappt der Teamchef unmittelbar nach dem Rennen im Dunkeln.

"Fernando ist ein sehr gutes Rennen gefahren. Wenn man unser Performance-Level berücksichtigt, dann ist der fünfte Platz sehr wichtig. Aufgrund unserer Probleme sind wir mit Rang fünf sehr zufrieden. Dennoch sind wir mit der Performance unseres Autos nicht glücklich. Wir müssen jetzt so hart wie möglich arbeiten, damit wir die Probleme so schnell wie möglich lösen."

"Wir haben das Problem des Autos verstanden. Jetzt müssen wir es lösen und das schnell. Das fundamentale Problem ist nicht der Speed sondern die Traktion. Wir müssen das so schnell wie möglich lösen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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