Mark Webber freut sich schon auf den Grand Prix von Malaysia

Formel 1 2012

— 19.03.2012

Webber: "Qualifying- ist nicht gleich Rennpace"

Mark Webber kann sich gut vorstellen, dass in den Rennen andere Teams stark sein werden als in den Qualifyings - In Melbourne keine Chance gegen Lewis Hamilton

McLaren dominant, dahinter Lotus und Mercedes noch vor Red Bull - so sah am Samstag das Kräfteverhältnis im ersten Qualifying der Saison aus. Doch im gestrigen Rennen in Melbourne bot sich ein ganz anderes Bild: Zwar hatte McLaren unterm Strich wieder knapp die Nase vorne, doch fast gleichauf war Red Bull erster Verfolger, während Lotus und Mercedes aus verschiedenen Gründen überhaupt keine Rolle spielten.

Das wahre Potenzial von Lotus im Rennen richtig einzuschätzen, ist extrem schwierig, denn Romain Grosjean, nach dem Qualifying noch Dritter, hatte wegen seiner frühen Kollision mit Pastor Maldonado keine Gelegenheit, den Speed des E20 zu zeigen. Kimi Räikkönen steckte im Mittelfeld fest. Bei Mercedes war klar ersichtlich, dass der F-Schacht-Vorteil im Rennen bei weitem nicht so stark greift wie im Qualifying. Der F-Schacht ist bekanntlich an das DRS des Silberpfeils gekoppelt - und das darf im Rennen nur selten eingesetzt werden.

Webber erwartet einen Trend

Mark Webber ist "ein bisschen" überrascht, dass im Rennen ganz andere Kräfte stark waren, aber: "Lotus war sehr stark und Mercedes hatte auch eine gute Pace. Traue ich ihnen in Malaysia auch wieder zu", sagt der Red-Bull-Pilot. "Ich schätze, in diesem Frühstadium der Saison werden wir oft große Unterschiede zwischen Startaufstellung und Rennergebnis sehen. Qualifying- ist nicht gleich Rennpace, wie wir zumindest hier gesehen haben."

Der Vierte des Auftaktrennens kann sich "gut vorstellen, dass das für die nächsten paar Wochenenden ein Trend wird" - auch beim bevorstehenden Grand Prix von Malaysia in Sepang. Dort erwartet er im Vergleich zu Melbourne aber grundsätzlich keine großen Verschiebungen: "Zumindest nicht entscheidend. Ich denke, die ersten drei Reihen von hier werden in 'KL' wieder um diese Positionen kämpfen. Die üblichen Verdächtigen halt."

"Malaysia ist sehr heiß und die Streckentemperatur dementsprechend hart für die Reifen. Das muss man im Griff haben", analysiert er und schwärmt: "Die Strecke ist wunderschön zu fahren. Man spürt wirklich, was es heißt, ein Formel-1-Auto zu fahren, besonders im Mittelsektor. Es ist ein großartiger Schauplatz mit anderen Anforderungen als Melbourne. Aber das werden wir schnell in den Griff bekommen." Webbers Malaysia-Bilanz: zehn Starts, eine Pole-Position und ein zweiter Platz (2010) sowie im vergangenen Jahr Platz vier.

Keine Chance gegen Hamilton

Gestern wurde er ebenfalls Vierter, obwohl er sich nach der Safety-Car-Phase formatfüllend im Rückspiegel von Lewis Hamilton breit machte. "Nach dem Restart sah es so aus, als würden diese vier Fahrer um das Podium kämpfen, aber es wurde sehr schnell offensichtlich, dass man es da mit vier sehr erfahrenen und guten Jungs zu tun hat. Jenson hatte einen extrem guten Restart, war sehr schnell, bekam seine Reifen offensichtlich sehr gut auf Temperatur", sagt Webber.

"Ich habe versucht, Lewis zu attackieren, habe mal ein bisschen nachgelassen und den Druck dann wieder erhöht. Er hat sich da und dort mal verbremst, aber insgesamt meisterte er diese Herausforderung ziemlich gut", so der Australier. "Er war im Sandwich zwischen Sebastian und mir. Ich hätte eine etwas breitere Strecke gebraucht, um noch mehr Druck ausüben zu können, aber andererseits: Wenn mir nach der ersten Runde jemand den vierten Platz angeboten hätte, hätte ich wahrscheinlich angenommen."

Fotoquelle: Red Bull

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