Bringt McLaren bald ein ähnliches F-Schacht-System wie Mercedes?

Formel 1 2012

— 21.03.2012

McLaren: Kein Widerstand gegen Mercedes-F-Schacht

Während Red Bull und Lotus mit einem Protest drohen, verlässt sich McLaren bei der Debatte um das Mercedes-F-Schacht-System voll auf die FIA - Wie weit ist McLaren?

Das F-Schacht-System von Mercedes sorgt weiter für Unklarheit in der Formel 1. Ursprünglich stand sogar ein Protest von Lotus und Red Bull gegen die von der FIA abgesegnete Entwicklung des Teams von Ross Brawn im Raum, doch die Teamchefs Eric Boullier und Christian Horner sahen davon nach der Saisonpremiere ab und warten auf eine offizielle Äußerung des Technischen Delegierten der FIA, Charlie Whiting.

Obwohl aktive F-Schacht-Systeme verboten sind, hat man in Brackley ein System entwickelt, wo durch Bedienung des Fahrers beim Heckflügel ein Schacht geöffnet wird, der Luft über die Endplatten des Heckflügels durch das gesamte Auto zum Frontflügel leitet. Während also DRS beim Heckflügel einen Strömungsabriss hervorruft, sorgt man so vorne für den gleichen Effekt. Das bringt nicht nur eine bessere Höchstgeschwindigkeit, sondern verhindert beim Einsatz in schnellen Kurven ein abruptes Ausbrechen des Hecks.

System für Whitmarsh legal

Der Trick: Das System wird nicht direkt bedient. Wenn der Fahrer den DRS-Knopf drückt und den Heckflügel flacher stellt, wird durch die Bewegung des Flügels auch der F-Schacht geöffnet. Die Regelhüter müssen nun entscheiden, ob das System nach deren Einschätzung vom Fahrer aktiviert wird, oder ob die Nutzung als Zweitfunktion von DRS durchgeht.

Red-Bull-Teamchef Horner lässt durchschimmern, dass er sich ein Verbot des Systems wünschen würde: "Ich halte es für einen ziemlichen Graubereich. Der Mechanismus, den sie am Heckflügel verwenden, ist ein Schalter, der eindeutig aktiviert wird, wenn der Fahrer DRS öffnet, also könnte man sagen, das System wird durch den Fahrer aktiviert. Dann wäre es nicht reglementkonform."

Sein Rennstall scheint bei der Entwicklung einer eigenen Variante im Rückstand zu liegen. Anders die Lage bei der direkten Konkurrenz aus Woking. McLaren verhielt sich diesbezüglich in Melbourne auffällig ruhig. Auf die Frage, ob er das System für legal halte, meinte Teamchef Whitmarsh: "Ja, so sehe ich das. Es gibt nämlich eine Ausnahme für DRS-Systeme. Dazu gehört dieses Thema. Sie nutzen diese Ausnahme, um ihr F-Schacht-System zu aktivieren. Das ist, wie ich die Regeln interpretiere."

Neale vertraut Whiting

Und auch Geschäftsführer Jonathan Neale sieht von einem eventuellen Protest ab. "Mercedes war im Qualifying sehr schnell, und es gibt genügend Material auf YouTube, wo Michael versucht zu verhindern, dass sein Auto unter dem Frontflügel fotografiert wird. Dennoch denke ich, dass wir uns auf die FIA verlassen sollten."

Er behauptet, dass sein Team nicht "genug darüber weiß, was Mercedes macht", dies aber nicht für Whiting gelte. "Wenn wir etwas haben, das unserer Meinung nach innovativ ist oder die Interpretation des Reglements auslotet, dann haben wir die Verpflichtung, das Charlie und seinen Kollegen mitzuteilen", erklärt Neale. "Und ich bin sehr zuversichtlich, dass Mercedes das getan hat und ein Okay erhalten hat." Die Aussagen der McLaren-Vertreter lassen darauf schließen, dass man längst an einem ähnlichen System entwickelt. Man darf gespannt sein, wie lange es dauern wird, bis es erstmals eingesetzt wird.

Fotoquelle: xpbimages.com

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