Lewis Hamilton will in Sepang mehr aus seiner Startposition machen

Formel 1 2012

— 22.03.2012

Hamilton: "Weiter vor Red Bull zu liegen wäre großartig"

Lewis Hamilton blickt dem Rennwochenende in Sepang zuversichtlich entgegen - In Melbourne lief für den McLaren-Piloten nicht alles nach Plan

Beim Saisonauftakt in Australien zog McLaren-Pilot Lewis Hamilton von der Pole-Position aus gestartet Rang drei an Land. Zufrieden ist der Brite mit der Rückwärtsentwicklung von Samstag auf Sonntag rückblickend nicht, kennt aber die Gründe dafür.

In Sepang spricht Hamilton über sein Rennen in Melbourne, über die dort erkannten Unterschiede zwischen dem Red Bull und dem McLaren, über seine Einschätzung der Verhältnisse in Malaysia und über Kritik gegen ihn in puncto Selbstvertrauen sowie Umgang mit den Reifen.

Frage: "Lewis, warum hattest du in Melbourne im Rennen keine Chance gegen Jenson Button?"
Lewis Hamilton: "Im Qualifying lief es bekanntlich großartig, weshalb ich für das Rennen zuversichtlich war. Leider hatte ich in den schnellen Kurven etwas zu viel Übersteuern. Das lag an einer anderen Frontflügeleinstellung im Vergleich zu Jenson. Unterm Strich lief für mich einfach nicht alles nach Wunsch, aber so ist Motorsport. Ich gehe davon aus, dass es hier in Malaysia im Rennen besser laufen wird."

Frage: "Du wirktest am Sonntag nach dem Rennen in Melbourne sehr enttäuscht. Warum?"
Hamilton: "Natürlich, denn ich kam weiter hinten ins Ziel als ich losgefahren bin. Das war aber keine Erinnerung an das vergangene Jahr, in dem für mich einiges schief lief. Unterm Strich war es einfach kein perfekter Start in die Saison für mich. Wenn du von der Pole-Position startest, willst du natürlich auch gewinnen. Startest du vom achten Platz, ist Rang vier ein gutes Ergebnis. Wenn du als 20. startest und das Rennen als Zehnter beendest, ist es toll. Was ich nicht mag ist, wenn es rückwärts geht. Immerhin konnte ich noch einen Podestplatz an Land ziehen."

Frage: "Glaubst du, dass du ohne die Spritsorgen Sebastian Vettel nach der Safety-Car-Phase noch hättest packen können?"
Hamilton: "Ich glaube, die von uns gezeigte Pace war echt. Durch die Spritgeschichte haben wir vielleicht eine Zehntelsekunde pro Runde verloren. Das hat keinen großen Unterschied gemacht. Durch die Safety-Car-Phase hat Seb rund sieben Sekunden gutgemacht, weil er in der Runde, in der wir reinkamen noch draußen geblieben ist. Als das Safety-Car herauskam, war ich etwa bei der Hälfte meiner Runde. Kurz darauf war Seb schon an der Box. Ich lag weit zurück und hätte zu diesem Zeitpunkt nicht schneller fahren können."

Red Bull mit mehr Abtrieb und mehr Traktion

Frage: "Wie fällt nach Melbourne dein Eindruck vom Red Bull RB8 aus?"
Hamilton: "Ich konnte Seb auf der Geraden nicht überholen. Obwohl ich DRS die ganze Zeit aktiviert hatte, konnte ich ihn nicht einholen. Aus irgendeinem Grund war ich lediglich genauso schnell wie er. In den langsamen Kurven im letzten Sektor hatte der Red Bull eine sehr gute Traktion. Im übrigen Teil der Strecke war ich schneller, konnte ihn aber nicht überholen."

Frage: "Der McLaren wirkte beim Barcelona-Test in schnellen Kurven stärker als der Red Bull, während der Red Bull in den langsamen Passagen Vorteile zu haben schien. Glaubst du, dass euch das hier entgegenkommt?"
Hamilton: "Ich hoffe es. Unser Auto liegt in den schnellen Kurven sehr gut. Es gibt hier nicht sehr viele mittelschnelle und langsame Kurven, aber auch dort sollten wir mithalten können. Insgesamt glaube ich, dass wir für dieses Wochenende sehr gut aufgestellt sind - auf jeden Fall besser als im vergangenen Jahr."

"Man darf nicht vergessen, dass Red Bull auf den Geraden zuletzt neun km/h langsamer war als wir. Es wäre natürlich großartig, wenn der Abstand zu ihnen hier größer wäre. Ich gehe aber davon aus, dass sie auch hier im Rennen sehr schnell sein werden, vor allem das Haushalten mit den Reifen funktioniert bei ihnen offenbar gut. Ich vermute, sie haben wohl etwas mehr Abtrieb als wir."

Frage: "Welche Teams außer Red Bull hast du noch auf der Rechnung?"
Hamilton: "Im Moment geht es an der Spitze sehr eng zu. Ich gehe davon aus, dass Mercedes hier deutlich schneller sein wird - nicht unbedingt im Rennen, aber im Qualifying. Ich erwarte sie hier sehr stark. Im Rennen selbst war Red Bull mit unser nahezu auf gleicher Höhe. Auch Ferrari war durchaus dabei. Wir müssen jetzt sicherstellen, dass wir anhand der Informationen vom vergangenen Wochenende weiterhin vorn blieben. Neue Teile haben wir hier aber nicht im Einsatz, weshalb ich davon ausgehe, dass die Situation ähnlich sein wird wie in Melbourne. Es sei denn, die anderen Teams haben nachgelegt."

Meinungen von Kritikern interessieren Hamilton nicht

Frage: "Wie reagierst du auf Kritiker wie David Coulthard, die an deinem Selbstvertrauen zweifeln?"
Hamilton: "Diese Leute werden die Antwort an diesem Wochenende auf der Strecke zu sehen bekommen. In Melbourne liefen einfach zwei, drei Dinge außerhalb meiner Kontrolle schief. Vom Setup her hätte ich mein Auto gern etwas anders eingestellt. Das werde ich an diesem Wochenende besser machen. Wir hatten hier in der Vergangenheit oft interessante Rennen. In diesem Jahr habe ich erneut Chance, mein Bestes zu geben."

"Ich habe über den Winter hart an mir selbst gearbeitet, vor allem in mentaler Hinsicht. Wenn es dann im Rennen nicht wie gewünscht läuft, ist es denke ich normal, dass man enttäuscht ist. Es ist aber gerade einmal ein Rennen gefahren und daher viel zu früh, um sich negative Gedanken zu machen."

Frage: "Den Reifen kommt in Malaysia eine große Bedeutung zu. Siehst du dich auf diesem Gebiet im Nachteil gegenüber Jenson Button?"
Hamilton: "Bis zum Ende des Jahres sollte klar sein, ob ich meine Reifen mehr beanspruche als Jenson oder nicht. Es geht hin und her und hängt davon ab, wie hart du attackierst, wie viel Über- und Untersteuern du hast. Was für mich zählt, sind die Datenaufzeichnungen und nicht die Vermutungen von irgendwelchen Leuten, dass Jenson schonender mit den Reifen umgeht."

Frage: "Hättest du ein Problem damit, wenn es am Sonntag regnen sollte?"
Hamilton: "Nein. Jedesmal wenn es regnet gehöre ich zu den ganz wenigen Leuten, die dafür sind, zu fahren. Südkorea vor zwei Jahren ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn der Regen zu stark wird, kann es gefährlich werden, da du dann Aquaplaning bekommst. Andererseits musste ich in den Anfangsjahren meiner Karriere im Formelsport auch mit Aquaplaning klarkommen. Manchmal erwischt es dich eben."

Fotoquelle: xpbimages.com

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