Lewis Hamilton war im ersten Freien Training klar schneller als Sebastian Vettel

Formel 1 2012

— 23.03.2012

Auftakt in Malaysia: Hamilton vor Vettel

Allzu viel scheint sich seit Melbourne nicht verschoben zu haben: Lewis Hamilton fuhr im ersten Training in Sepang Bestzeit vor Vettel und dem Mercedes-Duo

Zwar ist der Sepang International Circuit ein ganz anderes Kaliber als die Strecke im Albert Park von Melbourne, auf der vor einer Woche der Formel-1-Saisonauftakt 2012 stattgefunden hat, doch die von einigen Experten für möglich gehaltene Verschiebung des Kräfteverhältnisses gab es zumindest im ersten Freien Training zum Grand Prix von Malaysia nicht. Auf trockener Strecke erzielte Lewis Hamilton die Bestzeit, gefolgt von Titelverteidiger und Vorjahressieger Sebastian Vettel.

McLaren und Red Bull scheinen also wieder die beiden Teams zu sein, die den Ton angeben, auch wenn das nach 90 Minuten noch relativ schwierig zu beurteilen ist. "Zehn Kilogramm Benzin machen über vier Zehntelsekunden aus, weil das Gewicht in den schnellen Kurven extrem drückt", rechnet 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer vor. "Daher ist umso schwieriger einzuschätzen, wie gut die Rundenzeiten wirklich sind."

Red Bull startet diesmal besser

Aber: "Im Gegensatz zu Australien ist Red Bull von Anfang an bei den Schnellsten dabei. Red Bull fängt gut an", stellt er fest. Das liegt möglicherweise auch daran, dass das Wetter-Radar zu Beginn der Session plötzlich immer mehr drohende Regenschauer für den Nachmittag anzeigte. Also stellten einige Teams ihr Programm um, um die trockene Strecke optimal nutzen zu können, sodass das erste Training aussagekräftiger war, als das sonst der Fall ist.

Hamilton wurde im schnellsten seiner 19 Versuche in 1:38.021 Minuten gestoppt und nahm Vettel damit eine halbe Sekunde ab. Am meisten gewann Hamilton im ersten und zweiten Sektor, während die beiden im dritten in etwa gleich schnell waren - ein mögliches Indiz dafür, dass der Red Bull ein paar Liter mehr Benzin im Tank hatte. Vettels Teamkollege Mark Webber (+1,071) wurde Sechster, Melbourne-Sieger Jenson Button (1,302) Neunter.

Der McLaren-Pilot stand nach seinen ersten 15 Runden allerdings bis zum Schluss an der Box, wo die Mechaniker emsig an seinem Auto arbeiteten. Grund dafür war ein Ölfleck, der sich in der Garage bildete, sodass der Motor gründlich unter die Lupe genommen werden musste. Besser lief es für Mercedes: Nico Rosberg (+0,792) und Michael Schumacher (+0,805) belegten nach einer soliden Session ohne offensichtliche Probleme die Plätze drei und vier.

Grosjean wieder im Spitzenfeld

Fünfter wurde Romain Grosjean, obwohl der Tag für den Franzosen schlecht begonnen hatte: "Da ist ein Problem. Etwas stimmt nicht, irgendwo hinten", meldete er nach knapp einer halben Stunde bei langsamer Fahrt am Boxenfunk. "Er steckt im siebten Gang und hat keine Drehzahl", fiel Experte Surer im Live-Kommentar bei 'Sky' auf. Aber schon eine Viertelstunde später war Grosjean wieder unterwegs: "Wir haben das Auto überprüft. Scheint okay zu sein", so das Team.

Grosjean nahm seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen (7.) zwei Zehntelsekunden ab. Paul di Resta (Force India/+1,277), der für einen der wenigen Ausritte sorgte, dabei aber völlig unbeschadet blieb, Button und Nico Hülkenberg (Force India/+1,419) rundeten die Top 10 ab. Dahinter eine Überraschung: Williams-Freitagstester Valtteri Bottas (+1,703) wurde solider Elfter und war damit sogar um einen Tick schneller als Stammpilot Pastor Maldonado.

Ferrari spielte wieder einmal keine Rolle, belegte die Positionen 13 (Felipe Massa) und 15 (Fernando Alonso). Rückstand: knapp zwei Sekunden. Die Verzweiflung der Italiener zeigte sich am Ende der Session, als bei Massa die Frontpartie gewechselt wurde, obwohl nicht einmal klar war, ob er es dann noch einmal auf die Strecke schaffen würde. "Das ist mit das Merkwürdigste, was ich in der Formel 1 je gesehen habe", wundert sich Technik-Experte Gary Anderson.

Reifen der Schlüssel zum Erfolg

Das große Thema sind an diesem Wochenende die Hinterreifen. Pirelli hat die Mischungen Hard und Medium im Angebot, wobei am Vormittag noch kaum jemand mit den weicheren Pneus unterwegs war. "Unsere beiden Fahrer und auch viele andere sagen, dass sie hinten wenig Grip haben", teilt Mike Gascoyne von Caterham mit. Laut Mercedes-Auskunft baut die Medium-Mischung nach 13 bis 14 Runden spürbar ab. Dann beginnen die Autos stark zu übersteuern.

Über eine mäßige Balance klagten am Boxenfunk die Sauber-Piloten, die zum Auftakt genau wie die beiden Toro-Rosso-Junioren relativ weit von den Top 10 entfernt waren. Ganz hinten die üblichen Verdächtigen: Caterham, Marussia und - jenseits der 107-Prozent-Marke - HRT. Das spanische Team wurde wieder einmal Opfer der chaotischen Organisation, als Narain Karthikeyan schon vor Halbzeit mit einem technischen Problem ausrollte.

Caterham-Pilot Heikki Kovalainen (17.) war immerhin bis auf zwei Zehntelsekunden an Jean-Eric Vergne dran, landete sogar vor Daniel Ricciardo im Toro-Rosso-Sandwich. "Nach den ersten Runs auf harten Reifen sind die Autos zu kühl. Da können wir noch ein paar Kühleröffnungen zumachen", meinte Gascoyne zu Beginn der Session. Das verbessert die Aerodynamik. Davon kann Timo Glock (Marussia) nur träumen: fünf Sekunden Rückstand, aber immerhin klar vor dem Teamkollegen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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