Michael Schumacher wird Sebastian Vettel auch morgen im Nacken haben

Formel 1 2012

— 24.03.2012

Schumacher weiß: Rennen bleibt ein Schwachpunkt

F-Schacht und Reifen sind die Sorgenkinder von Mercedes im Rennen, weshalb Michael Schumacher für den Grand Prix von Malaysia nur vorsichtig optimistisch ist

Genau wie vor einer Woche in Melbourne beeindruckte Mercedes auch im heutigen Qualifying zum Grand Prix von Malaysia mit einem tollen Speed auf eine schnelle Runde. Michael Schumacher feierte als Dritter sogar ein "Comeback" bei der FIA-Pressekonferenz - zum ersten Mal seit Japan 2006 durfte er nach einem Qualifying oder Rennen wieder an der internationalen Journalisten-Talkrunde teilnehmen.

"Das ist natürlich eine schöne Rückkehr, die ein bisschen auf sich hat warten lassen. Ich wäre in den letzten zwei Jahren natürlich schon gerne des Öfteren hier oben gesessen", grinst der 43-Jährige, der bisher in den Ergebnislisten nie über vierte Plätze hinauskam, seit er 2010 nach drei Jahren Pause in die Formel 1 zurückgekehrt ist. Aber sein Fokus richtet sich schon auf das Rennen: "Viel wichtiger ist, vielleicht auch morgen hier sitzen zu können!"

Nachteil F-Schacht, Nachteil Reifen

Das halten viele aufgrund der Erkenntnisse des Melbourne-Wochenendes für unwahrscheinlich, denn dort fiel Mercedes am Sonntag doch recht stark ab. Dafür verantwortlich war einerseits das F-Schacht-System, das im Rennen im Gegensatz zum Qualifying nur sehr begrenzt eingesetzt werden kann (nur im direkten Zweikampf in der dafür vorgesehenen Zone), und andererseits der hohe Reifenverschleiß. Dabei sind gerade die Reifen in Sepang ein Killer-Kriterium.

"Alle von uns sind ein bisschen besorgt, denn diese hohen Temperaturen sind neu für uns", weiß Schumacher um die Sensibilität der Pirelli-Gummimischungen Hard und Medium, die an diesem Wochenende zur Auswahl stehen. "Wir konnten uns gestern ein bisschen vorbereiten. Ich schätze, wir haben ordentliche Arbeit geleistet. In Australien haben wir eine ziemliche Lektion gelernt. Die Jungs in der Fabrik haben darauf reagiert und das Team hat einen superben Job gemacht."

Am Freitag fingen die Hard-Pirellis bei Mercedes nach 13 bis 14 Runden an abzubauen. Das suggeriert bei einer Renndistanz von 56 Runden mindestens drei Boxenstopps. Gerade die Hinterreifen werden auf der 5,543 Kilometer langen Strecke extrem belastet. "Wir haben uns natürlich darauf fokussiert, die Abstimmung so ausgewählt, dass die Hinterreifen am wenigsten belastet werden, die Balance aber trotzdem so ist, dass man gute Rundenzeiten erreichen kann", sagt Schumacher.

Rennen bleibt die große Schwachstelle

Direkt hinter ihm wird morgen Sebastian Vettel ins Rennen starten. Ob er seinen Freund hinter sich halten kann? "In Australien ist es mir leicht gefallen, bis der dritte Gang den Dienst quittiert hat", entgegnet Schumacher, weiß aber: "Morgen wird es eine Herausforderung. Wir müssen ganz klar sagen, dass die Longruns schon noch ein Schwachpunkt gegenüber McLaren und Red Bull sind, auch wenn wir daran gearbeitet haben."

"Wenn wir morgen dritte Kraft spielen können, wäre das für uns ein durchaus gutes Ergebnis", legt sich der Rekordsieger des Grand Prix von Malaysia die Latte nicht allzu hoch. Das führende McLaren-Duo kann er voraussichtlich nur auf den ersten Metern angreifen. Jenson Button, der seitlich versetzt neben Schumacher steht, wird jedenfalls ein Auge im Rückspiegel haben: "Der Mercedes ist für seine guten Starts bekannt, besonders Michael."

Haug glaubt nicht an eine Siegchance

Auch Norbert Haug hofft wohl, dass sein Schützling einen guten Start erwischt - denn dann ist vieles möglich, gerade bei unvorhersehbaren Wetterverhältnissen. Aber auch Haug gibt zu: "Wir sind nicht so ausgerüstet, dass wir aus dem Stand McLaren, Red Bull und dergleichen schlagen können. Dritte Kraft zu sein, ist auf jeden Fall der Fahrplan. Wir waren in der Startaufstellung von Australien und Malaysia ja bereits zweite Kraft."

"Das Rennen ist aber, was zählt. Es dauert aber noch ein bisschen, bis wir auch dort etwas Gutes hinbekommen", weiß der Mercedes-Sportchef. In der einen Woche seit Melbourne konnte man daran nur begrenzt etwas ändern, aber: "Wir haben sehr hart dahin gearbeitet, haben das ganze Training dazu benutzt, uns auf die Longruns zu konzentrieren. Da waren wir in Australien nicht gut genug", analysiert Schumacher.

"Hier in der Hitze ist das eine große Herausforderung", weiß er und hebt "zwei Punkte" hervor, "die sehr positiv sind: Wir waren sowohl in Australien als auch auf einer ganz anderen Rennstrecke wie hier in Malaysia sehr gut unterwegs, was die Qualifying-Performance angeht, und haben uns zudem sehr auf das Rennen vorbereitet. Die Abstimmung ist eher für das Rennen gedacht als für das Qualifying. Das stimmt mich eigentlich recht positiv."

Nur haarscharf hinter Button

"Es fehlt nicht viel auf Startplatz eins", hält Haug fest. Genauer gesagt 0,172 Sekunden, und 0,023 Sekunden auf die erste Startreihe. Dementsprechend groß ist die Freude bei den Silberpfeilen: "Wir haben immer an Michael geglaubt. Jetzt hat er es gezeigt. Michael war einfach superb. Ein Versuch und Platz drei. Das zeigt, dass es stimmt, was wir sagen: Wenn wir das Material zu Verfügung stellen, dann liefern die Fahrer auch ihre Leistung ab."

"Ich denke, es gibt Begeisterung in Deutschland, dass Michael jetzt einmal bei der Pressekonferenz dabei ist", sagt Haug - und Schumacher bedankt sich bei seinem Arbeitgeber: "Ich möchte Mercedes ein großes Kompliment und Dankeschön aussprechen. Sie haben einen immensen Aufwand betrieben, um mir so ein Auto zur Verfügung zu stellen. Vielen, vielen Dank dafür! Ich hoffe, dass ich das morgen mit einem guten Ergebnis und den ersten Punkten zurückzahlen kann."

Fotoquelle: xpbimages.com

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