Tony Fernandes würde auf KERS, F-Schacht und Co. liebend gerne verzichten

Formel 1 2012

— 27.03.2012

Fernandes: KERS ist Geldverschwendung

Tony Fernandes redet wieder einmal Klartext - Der Caterham-Teamchef will in der Formel 1 keine technischen Gimmicks, sondern packenden Rennsport sehen

Dass Tony Fernandes Vollblut-Racer und ein Freund klarer Worte ist, hat er in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt. Für ihn sind guter Rennsport und die Fans wichtig, vor allem Technikdebatten gehen dem Malaysier gegen den Strich. Nach seinem Heimrennen in Sepang hat der Caterham-Teamchef seinem Unmut über die aktuellen technischen Entwicklungen in der Formel 1 wieder einmal Luft gemacht.

"Wenn du dich im Fahrerlager umhörst, dann hat Christian (Horner, Anm. d. Red.) seine eigene Meinung zum F-Schacht, Ross Brawn möchte die Motoreneinstellungen überprüft haben, aber was kümmert das die Fans da draußen? Die wollen einfach nur ein gutes Rennen sehen!", sagt Fernandes im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AFP'. Der Malaysier gibt offen zu, dass auch er den technischen Entwicklungen in der Formel 1 nicht immer folgen kann.

"Ich verstehe den F-Schacht nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung davon, und mir gehört immerhin ein Team", so Fernandes. Daher lautet sein Appell: "Rennsport sollte spannend sein, er sollte Spaß machen, sollte glanzvoll sein und die Leute begeistern. Ich glaube nicht, dass irgendwer am F-Schacht interessiert ist. Meiner Meinung nach sollten die Reglen glasklar sein."

Eine deutliche Meinung hat Fernandes über KERS: "Ich glaube nicht an KERS. Das ist für mich Geldverschwendung, wir müssen diesen Unfug stoppen." Sein Rennstall setzt das Energie-Rückgewinnungssystem, welches von Motorenpartner Renault geliefert wird, in diesem Jahr zum ersten Mal ein. Allerdings ist das System laut Fernandes wesentlich teurer als erwartet: "Es hätte ursprünglich eine Million US-Dollar kosten sollen, tatsächlich kostet es sechs Millionen."

Nach Meinung des Caterham-Teamchefs viel Geld für nichts: "Und der Autoindustrie hilft es auch nicht. Ich kann KERS nicht in mein Caterham-Straßenauto einbauen, nicht einmal Ferrari kann das. Also, was bringt uns das?"

Allerdings darf man in diesem Zusammenhang nicht außer Acht lassen, dass der englische Sportwagenbauer Caterham, den Fernandes im vergangenen Jahr übernommen hat und der seit dieser Saison Namensgeber für sein Formel-1-Team ist, seit jeher für puristische Sportwagen bekannt ist. Einen Namen hat sich das Unternehmen vor allem durch einen Nachbau des legendären Lotus Super Seven gemacht. Dass Fernandes daher Hightech-Innovationen ablehnend gegenübersteht, ist zumindest aus Marketing-Sicht durchaus nachvollziehbar.

Fotoquelle: xpbimages.com

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