Nigel Mansell lässt die ersten beiden Saisonrenne Revue passieren

Formel 1 2012

— 27.03.2012

Mansell über Ferrari: "Sie haben alles richtig gemacht"

Nigel Mansell attestiert Red Bull einen "katastrophalen Start" - Fernando Alonso hingegen habe seine Chance beim Schopfe gepackt

Nach dem zweiten Saisonrennen hält die noch junge Formel-1-Saison bereits mehrere Überraschung bereit. Red Bull, das Weltmeisterteam der vergangenen beiden Jahre, hat seine Dominanz verloren, Williams meldet sich nach einer desaströsen Saison 2011 stark zurück und trotz aller Probleme führt mit Fernando Alonso ein Ferrari-Fahrer die WM-Wertung an. Dessen Vorstellung in Malaysia hat Ex-Weltmeister Nigel Mansell beeindruckt.

"Er ist ein fantastisches Rennen gefahren", sagt der Brite in der Radiosendung 'talkSPORT'. Für Mansell haben Alonso und Ferrari unter schwierigen Bedingungen das Maximum aus ihrem Auto herausgeholt: "Er hat das Potenzial des Ferrari voll ausgeschöpft, das Team hat großartige Boxenstopps gemacht, sie haben einfach alles richtig gemacht. Der Sieg kam unerwartet, aber für Ferrari genau zum richtigen Zeitpunkt", so der Weltmeister von 1992.

Durch seinen 28. Grand-Prix-Sieg hat Alonso in der ewigen Bestenliste der Formel 1 Jackie Stewart überholt und liegt jetzt auf Rang fünf. Vierter in dieser Wertung ist mit 31 Siegen - Nigel Mansell. Dieser hat sich jedoch damit abgefunden, dass er in dieser Liste zurückfallen wird. "Man darf nicht vergessen, dass es jetzt wesentlich mehr Rennen gibt, und die Strecken und Autos sind viel sicherer. Die Piloten fahren jetzt wesentlich länger in der Formel 1, daher werden viele der alten Bestmarken übertroffen werden. Meine wird die Nächste für Fernando sein."

Perez hätte gewinnen können

Doch auch ein anderer Fahrer hat den Briten in einem spannenden Rennen überzeugt: "Das war schon sehr aufregend, vor allem die Aufholjagd von Perez in den letzten Runden." Für den 58-Jährigen wäre der Mexikaner sogar ein Siegkandidat gewesen, wäre er nicht seinem Team per Funk zur Vorsicht ermahnt worden: "Leider gab es dann diesen unglücklichen Funkspruch, wodurch er unkonzentriert wurde."

Mansell, der für seine offene Art bekannt ist, lässt sich sogar zu Spekulationen über mögliche Absprachen zwischen Ferrari und Sauber hinreißen. "Da sind vielleicht ein paar Dinge geschehen, von denen wir nichts wissen", sagt der frühere Ferrari-Pilot vieldeutig, ohne freilich irgendwelche Fakten zu liefern. Unabhängig davon hat Perez für ihn durch seine Fahrt am Sonntag seine Klasse unter Beweis gestellt: "Das war schon außergewöhnlich, Perez ist jetzt als echter Herausforderer in der Formel 1 angekommen."

Der Brite zollte im Gespräch auch seinem Landsmann Jenson Button Anerkennung, der nach der Kollision mit Narain Karthikeyan die Schuld auf sich nahm: "Das zeigt einfach seine Reife." Mansell hingegen bewertet die Situation ein wenig anders: "Für mich war die Schuld da 50:50 verteilt. Wenn du ein solch langsames Auto fährst und um dich herum schnellere Autos sind, solltest du schon aufpassen. Er hätte Jenson meiner Meinung nach vorbeilassen sollen."

Unter dem Strich bewertet Mansell die Situation jedoch als normalen Rennunfall, vor allem wegen der feuchten Fahrbahn: "Wenn du dich unter diesen Bedingungen zu einem Manöver entschieden hast, gibt es kein zurück mehr, denn du hast nicht genügend Grip um das Auto schnell genug abzubremsen. Wäre die Strecke trocken gewesen, hätte es keinen Kontakt zwischen den beiden gegeben."

Buttons Teamkollegen Lewis Hamilton attestiert Mansell einen "sauberen Start." "Er hat zwei dritte Plätze und ist in der WM-Wertung vorne dabei. Ich war allerdings überrascht, dass das Auto im Regen nicht so schnell war, sie waren offenbar voll auf trockene Bedingungen abgestimmt. Aber so sind die Regeln nun einmal, wenn das Auto einmal im Parc Ferme steht, kannst du nichts mehr daran ändern. Im Regen waren die Ferrari und der Sauber offensichtlich besser. Vielleicht waren sie weicher abgestimmt", mutmaßt der Brite.

Mansell freut sich für Williams

Besonders erfreut zeigt sich Mansell über die Vorstellung seines ehemaligen Teams Williams: "Das ist ein toller Start in die Saison. Es ist schade, dass Maldonado in Australien die Punkte liegengelassen hat. Aber Bruno ist durch Feld gefahren und kam ins Ziel, das war großartig." Nachdem das Team jetzt schon mehr Punkte gewonnen hat als in der gesamten Saison 2011 prophezeit Mansell: "Es sieht für den Rest des Jahres gut aus für Williams."

Weniger gut sieht es hingegen für das Siegerteam der vergangenen beiden Jahre aus: "Red Bull als amtierender Weltmeister hatte einen katastrophalen Start. Aber sie werden hart kämpfen, um wieder an die Spitze zu kommen", so der 58-Jährige, der sein Bedauern über den Rennverlauf seines früheren Rivalen Michael Schumacher äußert: "Er hat einen tollen Job gemacht, und dann wird er gleich zu Beginn schuldlos aus dem Rennen genommen."

Unter dem Strich steht für Mansell fest: "Das Feld ist sehr ausgeglichen, vor allem zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison." Das liege auch an den Regeländerungen der FIA, der man dafür Anerkennung zollen müsse. So sei für Spannung gesorgt: "Auch wenn McLaren die erste Startreihe besetzt, braucht es nur etwas Regen, und plötzlich waren ihre Autos nicht mehr schneller als die anderen. Aber im Trockenen haben Jenson und Lewis das schnellste Auto."

Fotoquelle: xpb.cc

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