Sebastian Vettel muss wohl keine Sanktionen seitens der FIA befürchten

Formel 1 2012

— 29.03.2012

FIA gibt Entwarnung: Vettel hat nichts zu befürchten

Obwohl der Verhaltenskodex der FIA "jedwede Belästigung von FIA-Lizenzhaltern" verbietet, hat Sebastian Vettel in der "Idiot-Affäre" wohl nichts zu befürchten

Sebastian Vettel hat in der "Idiot- und Stinkefinger-Affäre" um seine Äußerungen gegenüber Narain Karthikeyan nach dem Grand Prix von Malaysia am vergangenen Wochenende offenbar keine Sanktionen seitens des Automobil-Weltverbandes FIA zu befürchten. Das Verhalten von Fahrern sei seit 2011 Gegenstand des Anhangs B des Internationalen Sportgesetzbuchs der FIA, "und ich gehe davon aus, dass das von den FIA-Kommissaren in Malaysia in Betracht gezogen wurde", lässt ein FIA-Sprecher auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' ausrichten. Ferne wolle man sich zu der Angelegenheit nicht äußern.

Zunächst waren Gerüchte aufgekommen, wonach es eine disziplinarische Untersuchung gegen Vettel geben könnte. Als Präzedenzbeispiel wurde der missglückte Ali-G-Witz von Lewis Hamilton in Monaco 2011 herangezogen - Hamilton musste sich damals bei den FIA-Kommissaren entschuldigen, um eine mögliche Strafe zu vermeiden. Den Unterschied zwischen Vettel 2012 und Hamilton 2011 sieht die FIA darin, dass Hamilton den FIA-Kommissaren mit der Aussage "Maybe it's 'cause I'm black" indirekt Rassismus unterstellte, wenn auch vermutlich eher im Spaß gemeint.

In besagtem Anhang B, dem Verhaltenskodex für alle Halter von FIA-Lizenzen, heißt es unter anderem, dass Lizenzhalter weder "in Wort, Handlung oder Schrift dem Ansehen und/oder der Reputation der FIA, ihren verschiedenen Organen, ihren Mitgliedern oder ihrem Management Schaden zufügen" dürfen. Das gelte auch für "die Interessen des Motorsports und die von der FIA vertretenen Werte". Ein Passus, der auf Hamilton anwendbar war, aber nicht auf Vettel, weil der zwar einen FIA-Lizenzhalter, aber nicht die FIA selbst angegriffen hat.

Allerdings heißt es im Verhaltenskodex auch wörtlich: "Jedwede Belästigung von FIA-Lizenzhaltern, sei sie physischer, professioneller oder moralischer Natur, und jedwede Praktiken, die ihrer physischen oder moralischen Integrität schaden, sind verboten." Ein Passus, den man für Vettels Beleidigung von Karthikeyan schon eher geltend machen könnte. Man munkelt jedoch, dass die FIA im Zweifel für den Angeklagten entscheidet und diesbezüglich Vettels bisher weiße Weste in Betracht gezogen hat.

Die Ansicht der FIA scheint sich übrigens weitgehend mit der unserer Leser zu decken. Denn in einer (nicht repräsentativen) Online-Umfrage mit mehr als 2.200 abgegebenen Stimmen auf 'Motorsport-Total.com' gaben nur 26,73 Prozent an, dass ein solches Verhalten eines Weltmeisters "keinesfalls" toleriert werden sollte, weil Vettel "ein Vorbild" ist und "bestraft werden" sollte. 42,51 Prozent halten Vettels Ausraster zwar nicht für guten Stil, "aber eine Strafe wäre übertrieben", und 30,76 Prozent sind sogar der Meinung, ein Weltmeister darf "natürlich" so reagieren, denn: "Wir wollen doch Typen in der Formel 1."

Fotoquelle: Red Bull

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