Romain Grosjeans Sepang-Chassis reist in diesen Tagen um die ganze Welt

Formel 1 2012

— 30.03.2012

Lotus: Umfangreiche Chassis-Tests in Europa und Amerika

Lotus-Teammanager Paul Seaby gibt Einblick in die umfangreiche Testarbeit des Teams zwischen den Rennen in Sepang und Schanghai

Das Lotus-Chassis, mit dem Romain Grosjean das Rennwochenende in Sepang bestritt, traf am Mittwochabend dieser Woche in der Fabrik im englischen Enstone ein und wird in den kommenden Wochen umfangreichen Tests unterzogen. "Wir hatten stets vor, nach Malaysia ein Chassis zurckzufliegen, da wir einen Test auf dem Fahrwerksprfstand in unserem eigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum geplant haben", sagt Teammanager Paul Seaby.

Dass es Grosjeans Einsatzauto war, das die Heimreise antrat, begrndet Seaby mit den Ereignissen am vergangenen Sonntag: "Wir hatten nicht unbedingt vor, dieses Auto zurckzubringen, aber angesichts der Beschdigungen ergab es Sinn, es in der Fabrik zu reparieren und damit alle anderen geplanten Tests durchzufhren." Grosjean war beim Grand Prix von Malaysia in der ersten Runde mit dem Mercedes von Michael Schumacher kollidiert und wenig spter ins Kiesbett ausgeritten, wo er sein Rennen beenden musste.

Beim zurck nach Europa geschickten Chassis handelt es sich um das vom Typ E20-01 und damit das betagteste im Team. "Wir haben noch drei Autos fr die beiden anstehenden Rennen zur Verfgung. Ein viertes wird das erste ersetzen und Romains Nummer-eins-Auto ab China werden", erklrt der ehemalige Technische Leiter im vormaligen Renault-Team, der im November zum Teammanager befrdert wurde.

Der angesetzte Test auf dem Fahrwerksprfstand dient in erster Linie der Simulation der bevorstehenden Rennen. "Nach den Schwierigkeiten, die wir bei den Testfahrten hatten, ist es die erste Mglichkeit fr die Jungs im Forschungs- und Entwicklungszentrum, mit dem Auto zu arbeiten und Vernderungen am Setup vorzunehmen", sagt der Teammanager mit Blick auf die Probleme beim ersten Barcelona-Test, als der E20-01 aufgrund eines Produktionsfehlers verfrht die Heimreise nach Enstone antreten musste. "Wir sind zuversichtlich, dass wir bereits ein gute Basis-Abstimmung gefunden haben, aber man wei nie, was man noch herausfindet", so Seaby.

Umfangreicher Aerodynamiktest in den USA

Im Anschluss an den Test auf dem Fahrwerksprfstand, der nach Aussage des Teammanagers am Wochenende durchgefhrt wird, steht dem E20-01 ein Windkanaltest in den Vereinigten Staaten bevor. "Ende April wird das Chassis dann soweit sein, um zum Grand Prix von Spanien oder Kanada geflogen zu werden, falls wir es bentigen", offenbart Seaby und versichert: "Es ist nicht stillgelegt, denn es ist nach wie vor ein gutes Chassis."

Trotz der dreiwchigen Pause zwischen den Grands Prix in Malaysia und China bleibt den Lotus-Mechanikern nicht viel Zeit. "Das Auto kam am Mittwoch in der Fabrik an und muss bis zum heutigen Freitag fertig zusammengebaut sein. Bis Montag wird es dann auf dem Prfstand laufen." Fr den im hochmodernen Windshear-Windkanal im US-Bundesstaat North Carolina anstehenden Windkanaltest, bei dem sich das Auto auf einer sich bewegenden Vorrichtung befindet, stehen dem Team laut Seaby inklusive An- und Abreise neun Tage zur Verfgung.

"Wir nutzen dort einen Windkanal der Gre 1:1", sagt Seaby und stellt damit den Unterschied zum Windkanal in Enstone heraus, in dem die Aerodynamiktests mit Modellen in 60 Prozent der Originalgre durchgefhrt werden. "Der Test in den Vereinigten Staaten ist sehr hilfreich, da wir die Luft ber das tatschliche Auto strmen lassen. Wir haben damit die Mglichkeit, das Auto in der aktuellen Konfiguration kontrolliert zu analysieren."

Ein weiterer Vorteil im Vergleich zum 60-Prozent-Windkanal und der CFD-Einrichtung in Enstone liegt fr Seaby in North Carolina auf der Hand: "Der Test stellt eine gute Mglichkeit dar, neue Teile am Auto auszuprobieren und ihre Wirkungsweise auf der Strecke vorherzusagen." Angesichts der vom Reglement vorgegebenen Beschrnkungen, wie viel Zeit die Teams in die Entwicklung der Fahrzeuge investieren drfen, ist jede Testgelegenheit wertvoll.

Enormer Vorbereitungsaufwand

Die Vorbereitung fr den Aerodynamiktest in den USA, der von Lotus als Ersatz fr Aerodynamiktests auf der Strecke in Anspruch genommen wird, ist nicht zu unterschtzen: "Zunchst mssen wir das Auto mit einer hydraulischen Vorderradaufhngung ausstatten, die automatisch die Bodenfreiheit reguliert." Mit einer neuen Version der im Frhjahr seitens der FIA fr den Renneinsatz verbotenen Lsung umgeht Lotus "stndige manuelle Vernderungen der Bodenfreiheit", wie Seaby betont.

"Zudem wird das Auto mit einem speziellen Getriebe ausgerstet, das ohne Differenzial daherkommt. So haben wir die Mglichkeit, die Hinterrder frei durchdrehen zu lassen. Schlielich wird das gesamte Auto mit elektronischen Sensoren versehen, um smtliche Daten zu erfassen." Der Aufwand im Vergleich zu einem herkmmlichen Windkanaltest ist nach Aussage des Teammanagers "enorm".

Basierend auf den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr ist es diesen Aufwand wert, wie Seaby betont: "Wir haben uns dazu entschieden, die vier Tage Aerodynamiktests auf der Strecke, die jeweils auf 100 Kilometer begrenzt sind, gegen einen umfangreichen Windkanaltest einzutauschen. Dasselbe taten wir bereits im vergangenen Jahr und es stellte sich fr uns als nutzbringend heraus."

Ein Teil der fr die Umbauten des Autos notwenigen Teile ist nach Aussage Seabys noch im Windshear-Windkanal in North Carolina vor Ort. Bereits im vergangenen Jahr nutzte das damalige Renault-Team die 1:1-Einrchtung fr einen vergleichbaren Test.

Fotoquelle: xpbimages.com

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