Bei einem Fußballspiel waren di Grassi und Alguersuari bereits Teamkollegen

Formel 1 2012

— 30.03.2012

Alguersuari und di Grassi neue Pirelli-Testfahrer

Pirelli bestätigt offiziell, dass Jaime Alguersuari und Lucas di Grassi 2012 als Pirelli-Tester verpflichtet wurden - Beide hatten überraschend ihre Stammcockpits verloren

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery musste zuletzt ohne Testfahrer auskommen, doch für diesen Monat kündigte er eine Entscheidung an. Diese hat man nun getroffen - Jaime Alguersuari und Lucas di Grassi werden in Zukunft als Formel-1-Testfahrer des italienischen Reifenherstellers fungieren. Erstmals hat Pirelli damit zwei permanente Tester unter Vertrag. Im Vorjahr füllte di Grassi diese Rolle alleine aus.

Pirelli plant zwischen Mai und September vier Testwochen in Jerez, Spa-Francorchamps, Monza und Barcelona, wo erstmals der Renault R30 aus dem Jahr 2010 statt dem 2009er-Toyota eingesetzt werden soll. Dabei sollten die Reifenmischungen für die Saison 2013 entwickelt werden. Einige neue Mischungen könnten bereits diese Saison ausprobiert werden.

Alguersuari endlich wieder im Cockpit

Alguersuari, der von Toro Rosso im Dezember geschasst wurde und zuletzt mit einem Testfahrer-Job bei McLaren in Verbindung gebracht wurde, hat bei Pirelli eine Möglichkeit gefunden, sich weiterhin im Formel-1-Umfeld zu bewegen. "Ich bin sehr glücklich, diese fantastische Möglichkeit zu erhalten", sagt der Spanier. "Vor einer Woche feierte ich meinen 22. Geburtstag, und jetzt gibt mir Pirelli den besten verfügbaren Job."

Die Vorfreude ist enorm: "Ich kann es gar nicht mehr erwarten, mit dieser sehr wichtigen und herausfordernden Aufgabe, die Reifen der Zukunft zu entwickeln, anzufangen. Meine Sehnsucht, endlich wieder hinters Lenkrad eines Formel-1-Autos zu kommen und in den Wettbewerb einzusteigen, ist riesig, daher ist das eine brillante Chance für mich."

Di Grassi kehrt zu Pirelli zurück

Auch di Grassi, dessen Virgin-Saison bereits zwei Jahre zurückliegt, freut sich über die Gelegenheit, zumal er die Zusammenarbeit im Vorjahr als "extrem erfolgreich" bezeichnet. "Wir haben gemeinsam viel gelernt, und daher sind wir beide extrem glücklich weiterzumachen", sagt der 27-jährige Brasilianer, der einen Vertrag beim Le-Mans-Team von Peugeot in der Tasche hatte, ehe das Projekt gestoppt wurde. "Das ist für mich eine gute Gelegenheit, mit der Arbeit des Vorjahres weiterzumachen. Daher kann ich Vergleiche zu allen Reifen ziehen, die ich bisher getestet habe. Diese Reifen sind jetzt ein fantastisches Element der Formel 1."

Motorsportchef Hembery beweist mit zwei Testfahrern, dass Pirelli auch dieses Jahr keine Mühen scheut, für ein Spektakel zu sorgen: "Lucas wird uns den Referenzpunkt bieten, der wegen des bisherigen Entwicklungsprogramms notwendig ist. Jaime verleiht uns mit seiner Rennerfahrung aus den vergangenen drei Jahren eine zusätzliche Dimension. Wir werden die Fahrer für all unsere Aktivitäten mit Monoposto-Rennwagen verwenden, darunter die GP2 und die Entwicklung im Simulator."

Testfahrer-Job ein Sprungbrett?

"Ihr Inupt und ihre Expertise werden uns auf jeden Fall dabei helfen, noch weitere Fortschritte während der Saison zu machen, was in Wettbewerbs-Reifen resultieren sollte, die die Action weiter verbessern werden - und in Technologien, die sich vielleicht auch in unserer Produktpalette für die Serie wiederfinden werden."

Dem Briten ist durchaus bewusst, dass der Testfahrer-Job bei Pirelli für junge Piloten Chancen birgt: "Da die Möglichkeiten, ein Formel-1-Auto zu fahren, so limitiert sind, handelt es sich um eine große Chance für Lucas und Jaime, um nicht nur ihre Test- und Entwicklungsfähigkeiten zu verfeinern, sondern auch um möglicherweise unseren ehemaligen Testfahrern Romain Grosjean, Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld nachzufolgen und in die Formel 1 oder in eine andere Top-Motorsport-Kategorie zurückzukehren."

Auch di Grassi hätte diesen Sprung im Vorjahr beinahe geschafft, doch dann zog Peugeot den Stecker. "Mit einem Auto so viele Kilometer zurückzulegen ist auf jeden Fall eine gute Vorbereitung, sollte sich in der Formel 1 eine Gelegenheit ergeben", sagt di Grassi gegenüber 'Autosport'. "Und selbst, wenn es keine Formel-1-Chance gibt, bleibt man in guter Verfassung, wenn sich bei den Le-Mans-Autos oder bei den IndyCars oder wo auch immer was ergibt."

Di Grassi hatte angeblich zwei Formel-1-Angebote

Ursprünglich wollte di Grassi neben Peugeot auch dieses Jahr für Pirelli testen. "Es ist gut, in einem Formel-1-Auto Kilometer zu sammeln", meint er. "Und ich habe auch technisch meine Fähigkeiten erweitert." Laut eigenen Angaben hatte der Brasilianer im Vorjahr zwei Formel-1-Angebote: "Aber ich hätte Sponsoren gebraucht. In der Formel 1 gibt es viele Piloten, die Geld mitbringen müssen, obwohl sie Talent haben. Es zeigt sich, dass auch die wirtschaftliche Seite von Bedeutung ist."

Daher ist er von seinem Formel-1-Traum etwas abgekommen und könnte sich auch eine Karriere in anderen Kategorien vorstellen: "Wenn es die Möglichkeit gibt, in die WEC, die DTM oder zu den IndyCars zu gehen, um dort Rennen zu gewinnen, dann wäre das auch gut. Für mich steht im Vordergrund, um den Sieg oder um die Meisterschaft fahren zu können."

Fotoquelle: xpb.cc

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