Christian Horner nimmt Sebastian Vettel für sein Verhalten in Sepang in Schutz

Formel 1 2012

— 31.03.2012

Horner: "Sebastians Reaktion verständlich"

Christian Horner nimmt Sebastian Vettel in der "Idiot"-Affäre in Schutz und schildert seine Sichtweise der Dinge zum Funkproblem in den letzten Runden

Nachdem sich Sebastian Vettel und Narain Karthikeyan im Anschluss an ihre Kollision beim Grand Prix von Malaysia gegenseitig Freundlichkeiten zugeworfen haben, meldet sich nun auch Christian Horner zu Wort. Der Red-Bull-Teamchef ergreift Partei für seinen Fahrer und kann die Reaktionen Vettels angesichts der Umstände nachvollziehen.

"Diese Jungs bekommen unmittelbar nach dem Rennen ein Mikrofon vor die Nase gehalten. Natürlich war er in diesem Moment verärgert und machte seiner Frustration Luft", so Horner gegenüber 'Sky Sports'. Durch die Kollision mit dem HRT von Karthikeyan waren dem Weltmeister in der Schlussphase des Rennens in Sepang zwölf sicher geglaubte WM-Punkte für Platz vier durch die Lappen gegangen.

"Ich glaube in dieser Situation wäre jeder Fahrer verärgert", findet der Red-Bull-Teamchef und verweist auf die Entscheidung der Kommissare und der FIA, die dem Inder eine 20-Sekunden-Zeitstrafe aufbrummten und von einer Bestrafung Vettels absahen: "Die Stewards haben entschieden, dass Narain einen Fehler beging und sind mit der Situation entsprechend umgegangen. Dass Sebastian in diesem Moment frustriert war, ist nur verständlich."

Nach Aussage Horners hätte sich Vettel bereits im teaminternen Meeting eine halbe Stunde nach dem Rennen wieder beruhigt. "Die Fahrer besprechen im Anschluss an das Rennen eine bis eineinhalb Stunden lang, was vorgefallen ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits wieder abgekühlt." Am Dienstag dieser Woche war Vettel für Simulator-Arbeit in der Fabrik in Milton Keynes. Über eine mögliche Aussprache mit seinem Fahrer lässt sich Horner nichts entlocken.

Funk-Missverständnis aus der Sicht Horners

Mehr noch als durch die Kollision waren Berichte über einen Rapport Vettels bei seinem Team durch das Funk-Missverständnis in den letzten Runden des Grand Prix von Malaysia aufgekommen. Horner leistet auch in diesem Fall Aufklärungsarbeit und schildert seine Sichtweise der Dinge.

Demnach hätte der Kommandostand unmittelbar nach der Wiederaufnahme des Rennens im Anschluss an die Rote Flagge die Funkverbindung zu Vettel verloren. Nachrichten wurden aber weiterhin durchgegeben, in der Hoffnung, dass der Fahrer zumindest Teile davon hören kann.

"Nach der Kollision mit Karthikeyan verursachte der zerfledderte Reifen einen Temperaturanstieg im Bereich der linken hinteren Bremskühlung. Wir befürchteten, dass ein Dreher oder Unfall die Folge sein könnte und gaben ihm die Anweisung, das Auto abzustellen", so der Teamchef mit Blick auf den Funkspruch von Vettels Renningenieur Guillaume Rocquelin "Box, Box, Box. We're gonna retire the car, retire the car. Stop the car, stop the car. Emergency - stop the car!"

Im Meeting nach dem Rennen hätte Vettel von einem "langen Bremspedal" gesprochen und "hatte die Situation im Griff", wie Horner es formuliert. Durch den technisch bedingten Ausfall von Williams-Pilot Pastor Maldonado kurz vor Schluss änderte man bei Red Bull noch einmal die Strategie: "Es war nur noch eine Runde zu fahren und die Möglichkeit für einen WM-Punkt war gegeben, falls noch etwas passieren sollte. Dann gingen die Temperaturen aber wieder schlagartig nach oben und wir wollten auf Nummer sicher gehen." Die Folge war ein zweiter energischer Funkspruch von Rocquelin: "Stop the car, stop the car. Emergency - stop the car!"

"Leider kam diese Nachricht nicht bei Sebastian an. Wie sich später herausstellte, betätigte er die Bremse in der letzten Runde kaum und wollte unbedingt die Karierte Flagge sehen", so die Erklärung Horners dafür, dass Vettel der Aufforderung des Teams nicht nachkam und das Rennen stattdessen ehrlich beenden wollte, was er letztlich auch tat.

Fotoquelle: xpb.cc

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