Jenson Button fühlt sich im McLaren inzwischen pudelwohl

Formel 1 2012

— 31.03.2012

Wie Button zu McLaren kam

Martin Whitmarsh offenbart, warum er zunächst nicht an eine Verpflichtung von Jenson Button glaubte und wie er eines Besseren belehrt wurde

Als Jenson Button in der Saison 2009 im technisch überlegenen Brawn-Mercedes BGP 001 zum Weltmeistertitel fuhr, lag der Verdacht nahe, dass der Brite auch im darauffolgenden Jahr für Ross Brawn an den Start gehen würde. Schließlich hatte Button nach neun teils schwierigen Jahren bei Williams, Benetton/Renault und BAR/Honda mit dem BGP 001 endlich ein Auto, mit dem er seinen Fahrstil voll zur Geltung bringen konnte.

Bekanntlich blieb Button im Winter der Übernahme des Brawn-Teams durch Mercedes nicht in Brackley und wechselte stattdessen nach Woking zu McLaren. Dort galt Lewis Hamilton seit jeher als Institution und damit automatisch als die Nummer eins im Team. Selbst Teamchef Martin Whitmarsh glaubte anfangs nicht an ernsthafte Wechselabsichten auf Seiten des damals amtierenden Weltmeisters.

Wenige Wochen nachdem Button seinen WM-Titel in Brasilien unter Dach und Fach gebracht hatte, rief Manager Richard Goddard bei McLaren an, um die Möglichkeiten eines Wechsels zu eruieren. Whitmarsh - gerade auf der Suche nach einem Ersatz für Heikki Kovalainen - staunte nicht schlecht, dass der Weltmeister auf dem Markt war. Für Button-Manager Goddard genügte ein kurzer Anruf bereits, um die theoretische Möglichkeit, bei McLaren anzudocken, als Trumpfkarte im Verhandlungspoker mit Brawn/Mercedes zu nutzen.

Whitmarsh zunächst nicht überzeugt

"Es wäre nachlässig von mir gewesen, mich nicht mit ihm zu unterhalten, aber selbst als ich das tat, war ich der festen Überzeugung, dass er nicht zu wechseln würde", erinnert sich Whitmarsh gegenüber 'Autosport' an sein erstes Gespräch mit dem damals amtierenden Weltmeister. "Er hatte gerade seinen ersten Titel gewonnen und fühlte sich wohl im Team. Warum um alles in der Welt sollte er das aufgeben und zu McLaren wechseln, wo es in Person von Lewis einen verdammt schnellen Fahrer gab, der schon lange für uns fuhr?"

Nach einer Führung durch das McLaren-Technologiezentrum instruierte Button seinen Manager noch am selben Abend, den Deal mit Whitmarsh festzuzurren. "'Sieh zu, dass du den McLaren-Deal unter Dach und Fach bringst und sei es, dass ich für lau dort fahren müsste' soll er zu Richard gesagt haben", wie sich Whitmarsh erinnert. Dem war natürlich nicht so, dennoch hat sich die Investition für beide Seiten ausgezahlt. "Als er seine Entscheidung im vollen Wissen der ihn erwartenden Herausforderung (durch Hamilton; Anm. d. Red.) traf, wurde mir erstmals klar, dass wir mehr als nur einen guten Fahrer bekommen würden", blickt der McLaren-Teamchef zurück.

"Jenson hat bei McLaren die Erwartungen aller übertroffen, vermutlich nur seine eigenen nicht", ist Whitmarsh heute überzeugt. Neben seinen Leistungen auf der Strecke war es vor allem die menschliche Art, mit der der Neuzugang in Woking sofort punktete. Sein unkomplizierter Umgang brachte ihm auf Seiten der Ingenieure, Mechaniker und auch des Managements reihenweise Sympathiepunkte ein, während Hamilton mehr und mehr isoliert wirkte. Der langjährige McLaren-Zögling trennte sich zu dieser Zeit von Vater Anthony als seinem Manager und wurde alsbald auch auf der Strecke von Button in die Schranken gewiesen.

Button gewinnt im Teamduell die Oberhand

Mit zwei frühen und strategisch raffiniert herausgefahrenen Siegen in Melbourne und Schanghai legte Button die Basis für eine erfolgreiche Premierensaison bei McLaren. Zwar schloss Hamilton das Jahr sowohl nach Siegen als auch nach WM-Punkten vor seinem britischen Landsmann ab, dies lag jedoch nicht unwesentlich in der Tatsache begründet, dass der MP4-25 des Jahrgangs 2010 konzipiert wurde, bevor Button zum Team stieß. Unter anderem saß der amtierende Weltmeister in seiner ersten Saison für die Truppe aus Woking regelmäßig zu hoch im Auto und konnte so nicht sein volles Leistungspotenzial entfalten.

Die Saison 2011 sah in Form des MP4-26 erstmals einen McLaren, bei dem Button mit seinen Anregungen maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war. Dieser Umstand sowie der Wechsel des Reifenausrüsters von Bridgestone zu Pirelli spielten dem Hamilton-Teamkollegen in die Karten. Unterm Strich wurde der Weltmeister des Jahres 2008 erstmals in seiner Formel-1-Karriere von einem Teamkollegen nach Punkten geschlagen. Spätestens damit hat sich Button in den Köpfen aller Beteiligten als einer der Großen in der Formel-1-Szene etabliert.

Fotoquelle: xpbimages.com

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