Peter Sauber und Monisha Kaltenborn wünschen sich niedrigere Kosten

Formel 1 2012

— 03.04.2012

Kaltenborn: Wann wachen die Top-4-Teams endlich auf?

Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn fordert eine Budget-Obergrenze und kritisiert, dass die vier Top-Teams zu egoistisch handeln

Seit dem Ausstieg von BMW ist das Sauber-Team mit einer schwierigen finanziellen Situation konfrontiert. Derzeit fehlt dem Rennstall aus Hinwil ein zweistelliger Millionenbetrag im Teambudget - umso beeindruckender war der tolle zweite Platz von Sergio Perez mit dem neuen C31 in Sepang.

Hinter den Kulissen wird in der Formel 1 derzeit über Einsparungsmöglichkeiten diskutiert, doch innerhalb der Teamorganisation FOTA konnte man sich nicht auf einen Konsens beim Ressourcen-Restriktions-Abkommen RRA einigen. Das Resultat: Neben Red Bull, Toro Rosso und Ferrari stieg auch Sauber aus.

Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn nimmt nun die Top-Teams in die Pflicht. Sie kritisiert, dass die reichen Teams noch immer nicht begriffen haben, dass in der Formel 1 ein volles Starterfeld eine Grundbedingung für den Erfolg der Serie ist. Unter den aktuellen Umständen könne das aber nicht garantiert werden.

Kaltenborn wünscht sich Budget-Obergrenze

"Wenn die Situation für die kleineren Tams nicht gut ist - und ich würde soweit gehen, dass abgesehen von den Top-4-Teams alle in der gleichen Situation sind - dann ist das nicht gut für den Sport", argumentiert die Österreicherin gegenüber 'Formula1.com'. "Es ist die Herausforderung, Parameter zu erstellen, die es den aktuellen Teams erlauben, langfristig zu bestehen, in diesem Sport zu bleiben und unterschiedliche Aktivposten zu nutzen, um mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau zu konkurrieren."

Sie fragt sich, "wie lange die Top-Teams noch brauchen, um zu verstehen, dass die kleinen Teams genauso wichtig für die Formel 1 sind wie die großen Vier." Obwohl Sauber nicht mehr Teil der FOTA ist, findet Kaltenborn, dass das RRA ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber nicht als einzige Maßnahme zur Kostensenkung ausreicht.

"Jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen und es weiterentwickeln", sagt sie. Für die Zukunft sieht sie eine Budget-Obergrenze, wie sie ursprünglich von Ex-FIA-Boss Max Mosley vor einigen Jahren angedacht wurde, als bestes Mittel gegen die aus dem Ruder laufenden Kosten in der Formel 1: "Dann könnte jedes Team in diesem Bereich tun, was es will, denn wir alle haben unterschiedliche Stärken."

Concorde Agreement als Chance

Was sie damit meint? "Schauen wir einmal unser Team an", erklärt Kaltenborn. "Wir haben eine gute Infrastruktur und einen guten Windkanal, daher könnten wir dann davon profitieren. Andere Teams haben andere Aktivposten. Das würde die Formel 1 interessanter machen, da wird uns dem wirtschaftlichen Aspekt mit unterschiedlichen Strategien und Herangehensweisen nähern würden."

Obwohl es derzeit nicht nach einer Einigung im Streit um die Kostensenkung in der Formel 1 aussieht, rechnet Kaltenborn mit baldigen Fortschritten. Sie begründet dies mit dem fälligen neuen Concorde Agreement, das ab 2014 gelten soll: "Ich rechne im nächsten Jahr mit einem entscheidenden Schritt vorwärts bei der Realisierung. Wenn das aktuelle Concorde Agreement Ende dieser Saison ausläuft, dann wäre das der richtige Zeitpunkt, um entsprechende Regeln festzulegen."

Derzeit stehen sich die Teams aber laut der Geschäftsführerin noch selbst im Weg: "Inzwischen sollten es aber selbst die großen Teams begriffen haben, dass eine Formel 1 mit vier Teams nicht besonders attraktiv für die Fans wäre - das wäre eine ganz falsche Botschaft. Daher hoffe ich - und die meisten das RRA unterstützen und bereits signalisiert haben, dass sie auch den nächsten Schritt unterstützen würden -, dass sehr bald etwas geschieht."

Fotoquelle: Sauber

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