Während der Safety-Car-Phase wäre es in Melbourne fast zu Kollisionen gekommen

Formel 1 2012

— 04.04.2012

Safety-Car: Beinahe-Crashes durch Überholregel

Diese Saison dürfen sich Überrundete hinter dem Safety-Car zurückrunden, doch die Umsetzung der neuen Regel verlief in Melbourne mangelhaft

Das Safety-Car-Reglement sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen. Zunächst war es die Frage, ob man während der Neutralisierung des Rennens an die Box fahren darf, dann wurde über die erlaubte Geschwindigkeit in der Runde debattiert, in der das Schrittmacher-Fahrzeug auf die Strecke geht.

Auch dieses Jahr wurde das Reglement wieder leicht adaptiert. Um es zu verhindern, dass überrundete Piloten bei einem Neustart im Weg stehen und so als Spannungskiller agieren, entschied die FIA, dass sich die Überrundeten in der Safety-Car-Phase zurückrunden dürfen, sollte dies als sicher angesehen werden. Ein Grund für eine Ausnahme wäre zum Beispiel schlechte Sicht.

Bereits 2007 war es erlaubt, sich in einer Safety-Car-Phase wieder zurückzurunden, doch die FIA entschied sich damals aus Sicherheitsgründen für ein Verbot. "Nun haben wir die Regel mit neuen Sicherheitsbeauftragten wieder eingeführt", erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting. "Die Fahrer dürfen nur überholen, wenn sie die Boxeneinfahrt zwei Mal passiert haben. Dadurch wird den Fahrern gestattet, in die Box zu fahren. Wir werden zudem die führenden Fahrer instruieren, auf der Rennlinie zu bleiben sobald die Autos überholen dürfen."

Gefährliche Situationen in Melbourne

Ursprünglich hieß es sogar, dass das Aufwärmen der Reifen erst in der Runde, in der das Safety-Car wieder in die Box einbiegt, erlaubt ist, um etwaige Kollisionen beim Zurückrunden zu vermeiden. Doch bisher hapert es noch an der Umsetzung des neuen Reglements. In Melbourne wärmten die Piloten hinter dem Safety-Car stets ihre Reifen auf - als sich die Überrundeten ihren Weg durch das Feld bahnten, kam es beinahe zu Crashes.

"Das gab einige heiße Situationen", bestätigt Timo Glock gegenüber 'auto motor und sport' und übt Kritik. "Heikki wäre vor mir einmal beinahe abgeschossen worden. Die anderen Fahrer haben da leider überhaupt nicht kooperiert." Einer dieser Piloten war Kimi Räikkönen. Der Finne wunderte sich über Funk, "dass während der Safety-Car-Phase plötzlich Autos an ihm vorbeifahren wollten", erklärt Lotus-Teamchef Eric Boullier gegenüber 'auto motor und sport'. "Wir haben ihm das Procedere dann noch einmal genau erklärt."

Mayländer brach Safety-Car-Phase zu früh ab

In Malaysia nutzte Whiting die Fahrerbesprechung, um den Piloten ihr Fehlverhalten in Melbourne bewusst zu machen. Ein Zick-Zack-Fahren ist verboten, wenn die Überrundeten in der Safety-Car-Phase durch das Feld pflügen - die bereits in der richtigen Position befindlichen Fahrer müssen dabei auf der Ideallinie bleiben, damit die Situation für die Überrundeten nicht unberechenbar ist.

Doch nicht nur die Piloten verhielten sich falsch, sondern auch das Safety-Car selbst. Ursprünglich hieß es, dass das Schrittmacher-Fahrzeug zumindest so lange auf dem Kurs bleibt, bis die zurückliegenden Fahrer nach dem Zurückrunden wieder zum Feld aufgeschlossen haben. In Melbourne bog Bernd Mayländer aber bereits vorzeitig in die Boxengasse ein.

Das brachte Timo Glock um einen möglichen 13. Platz, denn als Pastor Maldonado in der letzten Runde crashte, befand sich der Wersauer bereits wieder eine Runde hinter Leader Jenson Button. Wäre der Marussia-Pilot tatsächlich 13. geworden, hätte er seinen Rennstall gegen HRT und Caterham in eine gute Position gebracht.

Fotoquelle: xpbimages.com

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