Sebastian Vettel erlebte in Sepang ein unglückliches Formel-1-Wochenende

Formel 1 2012

— 04.04.2012

Vettel: "Will nicht den Smiling Boy spielen"

Sebastian Vettel gibt angesichts der Debatte um seine wütende Reaktion nach Sepang zu, dass er ein schlechter Verlierer ist, und erklärt, wo er die Grenze zieht

Nach dem Grand Prix von Malaysia stand Sebastian Vettel im Kreuzfeuer der Kritik. Der Weltmeister war beim Überrunden mit Narain Karthikeyan kollidiert, wobei der linke Hinterreifen des Red-Bull-Boliden aufgeschlitzt wurde. Vettels vierter Platz war damit dahin - er verpasste als Elfter sogar die Punkteränge. Unmittelbar nach dem Manöver, für das der Inder eine 20-Sekunden-Zeitstrafe erhielt, zeigte ihm Vettel wütend den "Stinkefinger" - nach dem Rennen bezeichnete er den HRT-Piloten als "Gurke" und als "Idiot".

Vettel-Kritiker meinten daraufhin, ein derartiges Verhalten sei eines Weltmeisters nicht würdig - der 24-Jährige könne nicht verlieren. Doch der Red-Bull-Pilot steht gegenüber 'Sport Bild' zu seiner Reaktion: "Es stimmt, ich kann nur schlecht verlieren. Warum sollte ich da lügen? Wenn ich gut verlieren könnte, wäre ich nicht in der Formel 1. Es stimmt auch, dass ich enttäuscht war."

Vettel setzt auf Authentizität

Vettel zieht es aber laut eigenen Angaben vor, authentisch zu reagieren, als etwas vorzuspielen: "So kurz nach dem Rennen habe ich mich so gegeben, wie ich mich gefühlt habe. Das finde ich ehrlicher, als den Smiling Boy zu spielen, dem es eigentlich gar nicht zum Lachen zumute ist."

Dass seine Aussagen und das enttäuschende Wochenende in Sepang so hohe Wellen schlagen, hätte er sich nicht erwartet. Ihm fällt aber auf, dass manche Medien zu Übertreibung neigen. "Von Drama war die Rede. Drama ist nun wirklich was anderes. Rein sportlich habe ich nach zwei Rennen mehr Punkte, als ich es in meiner WM-Saison 2010 hatte", sieht er die Situation durchaus positiv. "Da schaue ich jetzt nur nach vorne."

Für ihn selber war die Meinungs-Verschiedenheit mit Karthikeyan am Tag nach dem Rennen kein Thema mehr. Er gibt aber zu, dass seine Äußerungen im TV direkt nach der Zielflagge in der Hitze des Gefechtes entstanden sind: "Manchmal reichen zehn Minuten nach dem Rennen aus, um wieder runterzukommen, manchmal eben nicht. Am Montag war meine Stimmung schon wieder normal. Ich kann Dinge abhaken und positiv nach vorne schauen, wenn ich eine Nacht darüber geschlafen habe."

Von Omis und Supermärkten

Zudem sei er ein Pilot, der Fehler auch zugibt und mit ihnen auch umgehen kann. Er gibt gegenüber 'Sport Bild' ein Beispiel: "Als ich in Spa 2010 Jenson Button aus dem Rennen warf, habe ich mich am nächsten Tag bei ihm entschuldigt." Und auch abseits dessen, will er nicht den Eindruck aufkommen lassen, vom Ehrgeiz zerfressen zu sein: "Selbst wenn ich das Wettbewerbs-Gen in meinen Adern habe, kann ich zwischen Wettkampf und Leben noch unterscheiden. Ich dränge bestimmt keine Omis ab, nur weil sie vor mir in der Supermarktschlange stehen."

Und dann gab es noch das Gerücht, dass Vettel in Milton Keynes zum Rapport musste, weil er seinen Boliden nicht wie vom Team befohlen in den Schlussrunden abgestellt hatte, um einen Getriebewechsel zu ermöglichen. Stattdessen argumentierte er nach dem Rennen, dass sich so etwas "nicht gehört".

Der Heppenheimer gibt zu, dass er tatsächlich in der Fabrik war, allerdings aus anderen Gründen: "Ich war zweimal im Simulator und gehe optimistisch nach China. Das ist der Grund, warum ich in der Fabrik in England war."

Fotoquelle: xpbimages.com

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