Derzeit liegt Caterham in der Konstrukteurs-WM hinter Marussia

Formel 1 2012

— 05.04.2012

Caterham: Schritt vorwärts durch Updates?

Caterham kann sich dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr Updates bei jedem Rennen leisten - Bereits in Schanghai hofft man auf Fortschritte in Qualifying und Rennen

Obwohl Caterham auch dieses Jahr besser aufgestellt ist als die anderen zwei Nachzügler-Teams, liegt die malaysische Truppe in der Konstrukteurs-WM hinter Marussia auf dem vorletzten Platz. Das liegt daran, dass Timo Glock in Melbourne immerhin 14. wurde. In Sepang setzte sich zwar Witali Petrow gegen die direkte Konkurrenz durch, Platz 16 hilft dem Team aber nur bedingt weiter, auch wenn man damit nur einen Platz hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa lag.

Den Verantwortlichen bei Caterham ist bewusst: Das Ziel, zum Mittelfeld aufzuschließen, hat man vorerst nicht erreicht. Vor allem im Qualifying darf man sich derzeit keine Hoffnungen machen, in Q2 aufzusteigen. Im Gegensatz zu vielen anderen Piloten reiste Heikki Kovalainen nach dem Grand Prix von Malaysia nicht nach Europa: "Ich bin in Abu Dhabi, seit ich Malaysia verlassen habe, und lebe bei den Eltern meiner Freundin Catherine. Somit kann ich mein Trainingsprogramm aufrecht erhalten und vermeide den Jetlag, mit dem ich bei der Rückkehr nach Europa zurechtkommen hätte müssen."

In Sepang erlebte Kovalainen ein durchwachsenes Wochenende: Zunächst wurde er wegen eines Überholmanövers während der Safety-Car-Phase in Melbourne um fünf Startplätze zurückversetzt, dann machte er auf Intermediates einen Fahrfehler und musste sich eine neue Nase abholen. "Ich fühle mich jetzt wirklich gut", hat er das Kapitel abgeschlossen. "Ich bin wieder bei 100 Prozent nach dem Aussetzer in Malaysia - ich freue mich schon darauf, endlich wieder auf die Strecke zu gehen."

Kovalainen über die Tücken von Schanghai

"Schanghai ist eine recht gewöhnliche moderne Strecke. Es handelt sich um einen Mix aus langsamen und mittelschnellen Kurven, es gibt eine sehr lange Gerade mit einer engen Kurve am Ende, die eine natürliche Überholmöglichkeit bietet. Dann gibt es noch ein paar recht winkelige Abschnitte, wo man das Gefühl hat, dass man sie nie richtig hinkriegt."

"Die Strecke ist nicht allzu hart für die Bremsen, aber das Auto muss beim Bremsen stabil sein, damit man in jeder Bremszone attackieren kann. Man benötigt zudem eine gute Traktion aus den langsamen Kurven heraus, um die Autos um einen herum während der gesamten Runde unter Druck setzen zu können."

Doch wo befinden sich auf dem Shanghai International Circuit die Schlüsselpassagen? "Die befinden sich wahrscheinlich eingangs der Kurven elf, zwölf und 13", meint Kovalainen. "Man muss schauen, dass man den Bremspunkt in Kurve elf hinein gut hinkriegt, damit man so viel Geschwindigkeit wie möglich durch die Kurven zwölf und 13 auf die Gerade mitnehmen kann. Wenn man das hinbekommt, dann hat man am Ende der Geraden im Duell eine Chance."

Reißt Petrows Schanghai-Serie?

Teamkollege Petrow nutzte die dreiwöchige Formel-1-Pause für einen Heimaturlaub: "Als das Rennen in Malaysia zu Ende war, reiste ich zurück nach Rossland, um dort ein paar Tage zu verbringen, ehe wir uns auf den Weg nach China machen. Ich habe ein bisschen trainiert, traf ein paar Freunde und meine Familie und ich begegnete Andrei Arschawin, um ihm bei der Enthüllung der neuen Nike-Fußballschuhe zu helfen."

Für Petrow ein besonderes Erlebnis: "Ich bin ein großer Fußballfan, und es ist immer schön, Andrei zu treffen. Er hat eine sehr interessante Saison mit Arsenal, und ich weiß, dass sich das russische Team und er sehr auf die EURO 2012 im Juni freuen. Ich muss schauen, dass es sich ausgeht, ein paar Spiele anzusehen, während wir bei den Rennen sind. Ich werde beim Eröffnungsspiel von Russland in Kanada sein, also werde ich mich mit den IT-Jungs kurzschließen, ob sie etwas für mich tun können."

Zunächst gilt aber die volle Konzentration dem Grand Prix von China: "Ich war in den vergangenen zwei Jahren in China in den Punkten. Natürlich wäre es toll, das mit Caterham dieses Jahr wiederholen zu können, aber ich rechne damit, dass es für uns wohl noch etwas zu früh kommt, in China einen Punkt zu holen."

Obwohl der Kurs laut Petrow "nicht besonders schwer zu fahren ist, muss man die engen Abschnitte zwischen den Kurven eins bis vier und elf bis 13 hinbekommen, da es dann auf Geraden geht. Man kann in diesen Passagen sehr viel Zeit holen oder verlieren. Daher muss man die Autos so abstimmen, dass man eine gute Balance aus der Hochgeschwindigkeits-Passage bis zu Kurve 14, wozu man wenig Luftwiderstand benötigt, und den langsameren Kurven in den Sektoren eins und drei findet, wo man viel mehr Abtrieb benötigt."

Smith rechnet mit Fortschritten

Technikchef Mark Smith fordert von seinem Rennstall Fortschritte: "Wir wissen, dass immer noch Spielraum haben, um das beste aus dem Auto und aus den Reifen in Qualifying und Rennen herauszuholen. Wir haben uns das seit der Rückkehr aus Malaysia im Detail angesehen und haben eine Reihe von Plänen vorbereitet, die uns bereits in Schanghai dabei helfen sollten, vorwärts zu kommen."

"Die Lufttemperatur ist in China stets viel niedriger als beim letzten Rennen in Malaysia, obwohl Regen zu irgendeinem Zeitpunkt am Wochenende keine große Überraschung wäre. Das Streckenlayout macht das Überholen recht knifflig, daher bin ich gespannt, wie sehr uns KERS jetzt, wo wir es erstmals gemeinsam mit DRS dabei haben, helfen wird."

"Der Streckenbelag ist relativ glatt und die Randsteine sind üblicherweise in China kein Problem", blickt Smith voraus. "Wir werden diese Faktoren bei der Vorbereitung des perfekten Setups für dieses Wochenende in Betracht ziehen. Wir warten dieses Jahr nach wie vor auf ein Trockenrennen auf einer richtigen Grand-Prix-Strecke, wodurch wir nur limitierte Reifendaten für das chinesische Grand-Prix-Wochenende zur Verfügung haben. Dadurch müssen wir unser Hauptaugenmerk auf die Reifen-Programme in den ersten zwei Trainings liegen, was für die Ingenieure viel Arbeit am Freitagabend bedeutet."

"Wir werden die Autos diesmal in der Konfiguarion für viel Abtrieb einsetzen, und wir haben eine verbesserte Verkleidung dabei, die belastbarer ist und eine effizientere Kühlung beinhaltet, was bei der niedrigeren Lufttemperatur in Schanghai von Bedeutung sein könnte. Der Kurs in China ist nicht besonders fordernd für die Bremsen, doch auch in diesem Bereich haben wir ein paar Updates dabei."

Fernandes freut sich über regelmäßige Updates

Teamchef Tony Fernandes sieht sein Team auf dem Vormarsch: "Während das Rennteam nach dem Rennen in Malaysia ein paar wohlverdiente Wochen Pause hatte, hat sich das Arbeitstempo in der Fabrik intensiviert , da wir uns mitten im Entwicklungsrennen befinden. Zu dieser Zeit im Vorjahr wollten wir bei jedem Rennen Updates bringen, aber wir waren weder finanziell noch logistisch dazu imstande. Dieses Jahr schaffen wir es, und das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen."

Laut Fernandes war das Kräfteverhältnis in Australien und in Malaysia für sein Team keine Überraschung, jetzt müsse man "die Lücke zu den Autos vor uns weiter schließen. An den Rennwochenenden müssen wir versuchen, das Qualifying zu verbessern, und es sieht so aus, als könnten wir effizienter daran arbeiten, das Performance-Niveau der Reifen über das gesamte Wochenende hinweg zu verbessern."

In der Fabrik sieht er die Aerodynamik noch als Schwachstelle: "Verbesserungen werden uns die Chance geben, um den heißersehnten Punkt zu kämpfen. Dass wir jetzt mit den Updates in die kommenden zwei Überseerennen gehen können, von denen wir vor einem Jahr nur träumen konnten, ist ein sehr ermutigendes Signal - es beweist, wie hart das gesamte Team arbeitet, damit wir unsere Ziele erreichen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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