McLaren lotet das Reglement beim Auspuff bisher am meisten aus

Formel 1 2012

— 06.04.2012

Whiting kündigt verschärfte Auspuffregeln ab 2013 an

Trotz des vermeintlichen Verbots des auspuffangeblasenen Diffusors gehen die Teams in diesem Bereich ans Limit - 2013 will Charlie Whiting nicht mehr zusehen

Schon bei den Testfahrten war klar, dass das neue FIA-Reglement mit der Absicht, die aerodynamische Wirkung des Auspuffs einzuschränken, nur bedingt Wirkung zeigt. Die Regelhüter erwiesen sich bisher aber als äußerst tolerant. Erst einmal lehnte der Technische Delegierte der FIA, Charlie Whiting, eine eingereichte Auspufflösung ab. In diesem Fall werden alle Teams über die Idee informiert, um Missverständnisse zu vermeiden.

Das unbekannte Team hatte versucht, über einen Trichter an der Innenseite des hinteren Bremshutzen die Abgase in den Diffusor zu leiten. Whiting befand noch in der Winterpause, dass diese Idee zu weit geht. Doch auch der McLaren-Trick, die Gase durch einen Schacht auf die Bremsbelüftung zu zielen, über die sie dann auf das Diffusordach geblasen werden, ist grenzwertig - kein Team wagt sich so weit in den Grenzbereich vor wie die Truppe aus Woking.

Ab Mugello radikalere Auspufflösungen?

Das erkannte auch Adrian Newey nach den ersten Tests in Spanien: Red Bulls Stardesigner brachte zwei Tage vor Testschluss in Barcelona eine neue Lösung, die die heißen Gase ebenfalls auf das Diffusordach und nicht mehr auf das untere Heckflügel-Element bläst - die vorangegange Lösung war aufgrund der vielen Windabweiser, die vor Hitzeschäden schützen sollten, illegal gewesen. Doch das aktuelle System, das an die Sauber-Variante erinnert, funktioniert noch nicht wie erhofft.

Übrigens: Auch Ferrari möchte angeblich mit einer ähnlichen Lösung wie das Sensationsauto aus der Schweiz aus der Krise fahren, berichtet 'Autosprint'. Das System soll bei den Tests in Mugello enthüllt werden. Beim F2012 versteckt man den Auspuff derzeit in den röhrenförmigen Seitenkasten-Öffnungen - damit die Reifen nicht wie bei den ersten Tests weichgekocht werden, musste man nachbessern und den Auspuff weiter innen anbringen. Die Lösung ist aber suboptimal.

Whitings Kampf gegen Windmühlen

Vor allem Whiting muss sich auf eine fordernde Testwoche in Mugello einstellen. Die Teams werden das Limit bei den Versuchsfahrten ausloten, denn das Reglement kann laut einiger Teams im Bereich des Auspuffs unterschiedlich ausgelegt werden. Das ist dem Briten durchaus bewusst, wie er gegenüber 'Inmotion' zugibt: "Wir wissen alle, dass unsere neuen Regeln nicht 100 Prozent effektiv sind. Das ist ein klassischer Fall davon, dass man einmal erfundene Dinge nicht einfach wieder vergessen kann. Die Ingenieure wissen, dass man aus diesem Bereich Nutzen ziehen kann und dass es sich immer noch lohnt, hier zu entwickeln."

Aus diesem Grund möchte Whiting in der kommenden Saison härter durchgreifen: "Ich vermute, dass wir 2013 noch einmal nachbessern müssen". Dieses Jahr soll das Reglement aber wie bisher angewendet werden: "Wir haben keine Ahnung, wie groß der aerodynamische Nutzen der einzelnen Lösungen ist. Es interessiert uns auch nicht, solange alle Varianten mit den Regeln im Einklang sind. Wir können deshalb auch nicht sagen: 'Das ist zu viel, oder das ist okay'. Mit dem neuen Reglement wollten wir solche Diskussionen verhindern. Bisher war alles, was wir gesehen haben, legal."

Fotoquelle: xpbimages.com

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