Der Bahrain International Circuit wäre für den Grand Prix am 22. April gerüstet

Formel 1 2012

— 09.04.2012

Bahrain: Strecke bereit, Land noch nicht

Während diverse Stimmen für eine Absage des Bahrain-Grand-Prix plädieren, geben sich die Verantwortlichen an der Strecke überzeugt, dass das Rennen stattfindet

Hinter der Austragung des Grand Prix von Bahrain steht auch knapp zwei Wochen vor dem geplanten Rennen (22. April) ein Fragezeichen. Eine Absage des Rennens noch in dieser Woche ist nicht auszuschließen. Diverse Stimmen, darunter die des britischen Politikers Richard Burden, halten ein Rennen angesichts der nach wie vor stattfindenden Proteste im Königreich für äußert fragwürdig und sehen in einer (erneuten) Absage die einzig vernünftige Lösung.

Bei der FIA habe man derzeit keine ernsthaften Bedenken, was die Sicherheit angeht. "Uns wurde von den höchsten Behörden in Bahrain wiederholt versichert, dass alle Sicherheitsbelange unter Kontrolle sind", so ein Sprecher des Automobilweltverbands am Freitag.

Unterdessen ist Ex-Weltmeister Damon Hill - bis vor kurzem noch ein klarer Fürsprecher der Formel-1-Rückkehr in den Golfstaat - besorgt. "Die Lage hat sich geändert. Die Proteste haben nicht abgenommen und wurden sogar noch gezielter und kalkulierter. Es ist besorgniserregend", äußerte der Brite vor wenigen Tagen gegenüber 'The Guardian'.

Grand Prix als Weg zurück in die Normalität?

"Sollte das Rennen stattfinden, muss es an oberster Stelle stehen, dass keine Menschenleben gefährdet sind. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass das Rennen mehr Probleme entstehen lassen als lösen würde", so Hill.

Das sehen die Verantwortlichen in Bahrain naturgemäß anders. Streckenchef Sajid Rasched Al-Sajani glaubt, dass die gesamte Nation vom Rennen profitieren würde und die angestrebten Reformen dadurch einfacher zu erreichen wären. "Was in der Vergangenheit passiert ist, ist sehr traurig", sagt Al-Sajani, "aber wir können nicht zurück gehen und die Geschichte verändern, stattdessen müssen wir daraus lernen und nach vorn blicken".

"Bahrain braucht diesen Grand Prix, denn wir müssen einen Weg zurück in die Normalität finden. Das Land hat gelitten und auch die Wirtschaft hat gelitten", gibt der Streckenchef des Bahrain International Circuit (BIC) gegenüber 'BBC Radio 4' zu bedenken. Als ein politisches Instrument will Al-Sajani den Grand Prix nicht verstanden wissen: "Das Rennen findet nicht statt, weil die Obrigkeit es gern so hätte, sondern weil Bahrain im Mittleren Osten die Heimat des Motorsports ist."

Die Mehrzahl der Besucher bei den bisherigen sieben Rennen (2004 bis 2010) auf dem Kurs unweit der Hauptstadt Manama seien "Formel-1-Fans und Fans des Motorsports aus der ganzen Welt und nicht die Obrigkeit oder Mitglieder der Königsfamilie" gewesen, wie der BIC-Chef herausstellt.

Alle Vorbereitungen an der Strecke abgeschlossen

Knapp zwei Wochen vor dem geplanten Grand Prix, der als vierter WM-Lauf des Jahres im Formel-1-Kalender 2012 steht, seien die Vorbereitungen am BIC abgeschlossen. Sowohl der Sakhir-Tower als auch die 47 Luxus-Suiten auf dem Gelände der Rennstrecke wurden einer umfassenden Überholung unterzogen und seien bereit, wie es bei 'Gulf Daily News' heißt.

Die diversen Zuschauertribünen rund um die Strecke seien ebenfalls vorbereitet. Gleiches gelte für die Gebäude im Fahrerlager einschließlich der dortigen Koch- und Duschgelegenheiten. Auch das Media-Center stünde bereit, um bis zu 500 Journalisten zu empfangen. Zudem wurden einige der Zufahrtsstraßen ausgebessert, um eine reibungslose An- und Abfahrt zu garantieren.

Schließlich wurde auch an der 5,412 Kilometer langen Strecke selbst Hand angelegt. Die von den Offiziellen des BIC durchgeführten Sicherheitschecks sämtlicher Reifenstapel seien positiv verlaufen und in einigen der Kiesbetten wurde neue Farbe aufgebracht. Eine endgültige Entscheidung über die Austragung des Grand Prix von Bahrain ist spätestens am Sonntag im Rahmen des Grand Prix von China zu erwarten.

Fotoquelle: xpb.cc

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