Kann Sebastian Vettel in Schanghai an McLaren vorbeigehen?

Formel 1 2012

— 10.04.2012

Der Shanghai International Circuit aus Vettels Perspektive

Sebastian Vettel erklärt, welche in Schanghai die entscheidenden Passagen sind und wieso er die Boxeneinfahrt ausnahmsweise zu den Kurven der Rennstrecke zählt



Für Sebastian Vettel bedeutet der Grand Prix von China die Rückkehr zu einem ganz speziellen Ort in seiner Karriere. Auf dem Shanghai International Circuit feierte der nunmehrige zweifache Weltmeister 2009 den ersten Sieg mit dem Red-Bull-Rennstall - 19 weitere sollten bis heute folgen, den Premierensieg hatte der 24-Jährige 2008 mit Toro Rosso in Monza gefeiert.

Dieses Jahr fährt Red Bull bislang seiner Form hinterher. In Schanghai möchte Red Bull wieder zu alter Form zurückfinden. Doch was macht den Kurs so besonders? "Der Kurs ist durch seine Größe einzigartig", erklärt Vettel. "Die breite Strecke lässt an jeder Stelle ausreichend Platz für Überholmanöver, zudem sorgen große Auslaufzonen für höchste Sicherheitsstandards. Sogar in den sonst üblichen engen Boxenanlagen ist in Schanghai für ausreichend Platz gesorgt."

Riesige Boxen, enge Einfahrt

Die Boxen sind nicht nur groß - auch die Boxeneinfahrt hat einen speziellen Charakter. Hier fehlt den Piloten der Platz. "Normalerweise gehört eine Boxeneinfahrt nicht zu den Kurven einer Strecke, aber in China sehe ich das anders", meint der Red-Bull-Pilot. "Der Grund: Sie ist wirklich extrem eng und man darf auf keinen Fall den Bremspunkt zur eigentlichen Boxengeraden verpassen. Sonst steckt man im Kiesbett fest und alles ist vorbei. Genau das ist 2007 Lewis Hamilton passiert."

Damals war der Brite mit völlig verschlissenen Reifen unterwegs an die Box, nahm bei der Einfahrt zu viel Risiko und begrub seine Hoffnungen auf eine Zielankunft. Bitter, denn so verlor er im letzten Saisonrennen noch den WM-Titel an Kimi Räikkönen.

Herausforderung Schneckenkurve

Die erste Kurve in Schanghai stellt die Piloten ebenfalls vor eine spezielle Herausforderung: Es handelt sich um eine 360-Grad-Kurve, die aus Sicht des Piloten nicht zu enden scheint. "Es ist alles andere einfach, sie wirklich hundertprozentig zu erwischen, weil sie zum Ausgang hin immer enger wird", beschreibt Vettel die Wahrnehmung aus seiner Perspektive. "Es gibt verschiedene Linien, sie zu fahren, und das ist das Problem. Man kann hier viel Zeit gewinnen, aber bei einem Fehler auch schon entscheidende Zeit verlieren."

Nach einer schnellen Passage folgt eine Haarnadel und dann die schnelle Kurve sieben - eine Linkskurve, die in einer Rechtskurve mündet. "Sie macht richtig Spaß, weil man hier mit einem gut abgestimmten Auto so richtig 'durchfliegen' kann", ist bei Vettel die Vorfreude groß. "Wir fahren sie im sechsten Gang fast voll, die Geschwindigkeit beträgt um die 250 km/h. Das heißt, die seitlichen Fliehkräfte sind hier extrem hoch, ich schätze so um die 4,5 G."

Die beste Überholmöglichkeit

Von entscheidender Bedeutung für die Rundenzeit sind die Kurven elf, zwölf und 13. Die Kurven elf und zwölf bilden eine Links-Rechts-Schikane, die dann in eine leicht überhöhte, langgezogene 180-Grad-Kurve führt. Vettel sieht die Passage als Einheit: "Die drei Kurven gehören für mich zusammen. Man muss die enge Kurve sehr gut erwischen, um den richtigen Rhythmus zu haben, damit man am Ende am Ausgang von Kurve 13 die optimale Beschleunigung auf die extrem lange Gerade hat."

Wem dies nicht gelingt, der droht auf der 1.170 Meter langen Geraden einem Konkurrenten zum Opfer zu fallen, weil die Höchstgeschwindigkeit fehlt. Danach folgt nämlich eine entscheidende Bremszone zur Kurve 14.

Vettel weiß: "Hier ist die beste Gelegenheit zum Überholen. Wir bremsen vor der Haarnadel von 320 km/h auf circa 65 km/h herunter, fahren sie im ersten Gang. Doch Vorsicht: Wer in der engen Rechts-Kehre auf der Außenbahn ist, hat in der folgenden Linkskurve auf Start-Ziel die bessere Linie, um vorne zu bleiben."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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