Die Formel 1 wird nach einem Jahr Pause nach Bahrain zurückkehren

Formel 1 2012

— 12.04.2012

Bahrain: FIA soll grünes Licht geben

Die Zeichen sind eindeutig: Trotz anhaltender Unruhen in Bahrain wird der Grand Prix offenbar stattfinden - Polizeiberater fühlt sich "in Bahrain sicherer als in London"



In genau einer Woche wird der Formel-1-Tross in Manama sein. Auch wenn über der Austragung des Grand Prix von Bahrain immer noch einige Fragezeichen stehen, so gibt es nun deutliche Hinweise darauf, dass die FIA grünes Licht für die Veranstaltung geben wird. Die Teams hatten stets betont, dass man sich auf das Urteil des Automobil-Weltverbandes verlassen und dessen Empfehlung folgen werde. Wie britische Medien übereinstimmend berichten, soll FIA-Präsident Jean Todt am Samstag in China zu den Teamchefs sprechen.

Es gilt als sicher, dass Todt eine Empfehlung zur Austragung des umstrittenen Rennens aussprechen wird. Die FIA hat in den vergangenen Wochen die Einschätzungen von Experten, Botschaftern und Sicherheitsberatern gesammelt. Als wichtiger Leitfaden gilt unter anderem eine schriftliche Stellungnahme des britischen Experten John Yates, der als Polizeiberater im Innenministerium von Bahrain fungiert. Aus Yates' Sicht gebe es in Bahrain "ein ehrliches Bemühen um Reformen, die von obersten Regierungsstellen gefördert werden."

"Es sind bereits zahlreiche Veränderungen eingetreten, vor allem auch im Bereich der Wahrung von Menschenrechten", beschreibt Yates in seinem Brief. Die Medienberichte von Straßenschlachten und Attentaten seien "verzerrte Darstellungen" und aus seiner Sicht überzogen. "Es handelt sich um Gewaltausbrüche einer kleinen Minderheit - meistens sind es Gruppen von 15 bis 20 jungen Männern. Sie greifen Polizisten an, die darauf natürlich mit gewisser Härte reagieren. Diese Leute wollen der Polizei schaden und der Gesellschaft, in der sie leben."

"Dies alles soll nicht davon ablenken, dass es nach wie vor Probleme gibt. Die nächtlichen Scharmützel blockieren den Reformprozess und bringen Unschuldige in Gefahr", betont Yates. Für das Formel-1-Rennenwochenende erwartet der Polizeiberater keine erhöhte Gefahr in Bahrain. "Meine gesamte Familie fühlt sich sehr sicher, ich selbst fühle mich in Bahrain oft sicherer als in London", sagt der Brite und spricht damit Bernie Ecclestone aus der Seele.

Ecclestone wird es mit Freude hören

Der Formel-1-Boss hat eine solche Unterstützung geradezu herbeigesehnt, denn er selbst hat ein kommerzielles Interesse daran, dass der Grand Prix stattfinden kann. "Die britische Königin hat den König von Bahrain anlässliches ihres Jubiläums eingeladen. Wir müssen also ein gutes Verhältnis pflegen", scherzt Ecclestone gut gelaunt in der Zeitung 'Guardian'.

Der mächtige Formel-1-Promoter hatte in den vergangenen Tagen Kontakt zu einer Oppositionsgruppe in Bahrain aufgenommen. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie Bahrain als Unternehmen betrachten sollen, an dem die königliche Familie die Mehrheit hält und von dem sie nun auch ein paar Anteile wollen. Man sollte doch kein Unternehmen anzünden, von dem man ein Stückchen bekommen möchte", erklärt Ecclestone, der die Namen seiner Gesprächspartner nicht nennt.

Er selbst werde den Grand Prix genießen wie jeden anderen. "Ich habe meine Leute dabei, die sich frei bewegen und ihr Leben genießen als wären sie in London", sagt Ecclestone, der auf Personenschutz verzichten wird. "Wenn dich jemand schnappen will, dann hilft dir keine noch so tolle Sicherheitsmaßnahme. Das hat amerikanischen Präsidenten oder italienischen Richtern auch nicht geholfen, die erschossen oder in die Luft gesprengt wurden. Mir würde es auch nicht helfen."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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