Zayed Al Zayani (Mitte) wehrt sich gegen die negativen Medienberichte

Formel 1 2012

— 19.04.2012

Weitere Zwischenfälle möglich? BIC-Chef: Vielleicht...

Zayed Al Zayani, Vorsitzender der Rennstrecke in Bahrain, relativiert den Zwischenfall um einen Force-India-Teambus als "unglückliches Timing"



Nach dem gestrigen Zwischenfall mit einem Molotow-Cocktail, der in der Nähe eines Mietbusses mit vier Force-India-Mechanikern im Wagen explodiert ist, wächst in Bahrain die Angst vor weiteren Ausschreitungen. Ging es bisher angesichts der in den vergangenen Monaten weitgehend ruhigen Gesamtsituation in Manama vor allem um moralische Bedenken der Grand-Prix-Gegner, so rückt nun das Thema Sicherheit und die Angst vor den von der schiitischen Opposition ausgerufenen "drei Tagen des Zorns" immer mehr in den Vordergrund.

Zwar betont Zayed Al Zayani, Vorsitzender des Bahrain International Circuit, dass der Formel-1-Zirkus "absolut" sicher sei, und zwar "für alle" Beteiligten, aber auf die Frage der 'BBC', ob es bis zum Renntag weitere Zwischenfälle wie den gestrigen geben könnte, entgegnet er nur: "Vielleicht." Mit der Einschränkung: "Nicht an der oder in der Nähe der Rennstrecke. Ich denke, man wird damit richtig umgehen."

Force-India-Explosion: "Unglückliches Timing"

"Ich sehe keinen Grund, warum das Rennen nicht ausgetragen werden sollte", unterstreicht der Bahrainer erneut und stempelt die Ausschreitungen um den Force-India-Bus, der ein Teammitglied dazu veranlasst hat, das Land zu verlassen, als "unglückliches Timing" ab: "Auf sie wurde nicht bewusst gezielt, sondern sie waren zufällig dort. Man kann überall auf der Welt in Ausschreitungen oder einen Zwischenfall geraten."

Er "verstehe die Sorgen" von vielen Teams und Fahrern, die Bedenken haben (diese aber nur hinter vorgehaltener Hand äußern), ebenso wie jene von Medienvertretern, aber: "Ich hoffe, dass auch unsere Botschaft verstanden wird", sagt Al Zayani und unterstreicht erneut: "Was da draußen passiert, hat nichts mit der Formel 1 zu tun. Leider wird das alles wegen des Glamours der Formel 1 auf ihrem Rücken ausgetragen."

Was die menschenrechtliche Situation in Bahrain angeht, auf deren Missstände zuletzt Organisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch eindringlich hingewiesen haben, räumt Al Zayani offen ein, dass nicht alles in Ordnung sei: "Ja, es hat Verstöße gegeben, das ist kein Geheimnis", gibt er zu. "Der Bericht der Untersuchungskommission hat das betont und die Regierung hat es anerkannt."

Was ist anders als etwa in China?

Gleichzeitig ergänzt er jedoch gegenüber der 'BBC': "Es wurden Maßnahmen ergriffen, damit das in Zukunft nicht mehr passieren kann. Aber in vielen anderen Ländern, in denen die Formel 1 fährt, ist die Situation viel schlimmer als in Bahrain. Ich frage mich, warum diese moralische Frage nur dieses Wochenende Thema ist. Was ist an den Wochenenden davor anders gewesen und was wird an den Wochenenden danach anders sein?"

Das sunnitische Regime sei außerdem in seinen Augen "legitim. Es muss seine Legitimierung nicht beweisen und ist schon seit vielen, vielen Jahren da. Es gibt einige Leute, die dagegen sind, aber nicht die Mehrheit, denke ich", sagt Al Zayani und relativiert die angeblich politisch motivierten Festnahmen von Aktivisten: "Die Leute wurden aufgrund von Gesetzen inhaftiert. Die Gerichte werden entscheiden, ob sie schuldig oder unschuldig sind."

Fotoquelle: xpbimages.com

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