Kimi Räikkönen war in Bahrain ein ernstzunehmender Anwärter auf den Sieg

Formel 1 2012

— 22.04.2012

Lotus: "Wollen uns langfristig an der Spitze etablieren"

Eric Boullier, Gerard Lopez und James Allison sprechen über die Hintergründe des Rennens in Bahrain und die restliche Saison



Laut Lotus war das heutige Ergebnis in Bahrain, der zweite und dritte Platz von Kimi Räikkönen und Romain Grosjean, kein Zufallstreffer, sondern das Ergebnis langer harter Arbeit. Bei den restlichen Saisonrennen möchte man dieses Ergebnis wiederholen, wie Lotus-Teamchef Eric Boullier, Gerard Lopez (Vorstandsvorsitzender) und James Allison (Technischer Direktor) erklärten.

Frage: "Ein großartiges Ergebnis. Hätte es auch der Sieg sein können?"
Eric Boullier: "Vielleicht, das weiß man nie. Doch es ist eine tolle Belohnung für unsere Leute in Enstone und das ganze restliche Team. Es freut mich wirklich sehr für alle. Wir rechneten damit, dass Red Bull stark ist, hatten aber auch McLaren auf der Rechnung. "

Frage: "Kimi hatte angeblich ein Problem mit dem Frontflügel. Hat er sich darüber beklagt?"
Boullier: "Ja, er hatte eine kleine Kollision und die Balance seines Autos stimmte teilweise nicht mehr."

Frage: "Manche werden sagen, dass es zum Sieg gereicht hätte, wenn Romain Kimi früher vorbeigelassen hätte..."
Boullier: "Wir wollen keine Teamorder aussprechen, sondern sie normal gegeneinander fahren lassen."

Frage: "Sie hatten schon vorher gesagt, dass das Auto schnell ist, jetzt haben Sie es auch unter Beweis gestellt. War das jetzt ein wichtiger Schritt?"
Boullier: "Ja, auf jeden Fall. Wir haben das Pech besiegt, auch wenn wir es uns oft selber eingebrockt hatten. Doch um intensiv zu arbeiten und das Material fordern zu können, braucht man ein gut aufgestelltes Team. Das Wochenende lief perfekt, fast das beste Ergebnis, das man den Leuten in Enstone und überall liefern kann."

Frage: "Schwingt auch ein bisschen Enttäuschung mit, nicht gewonnen zu haben?"
Boullier: "Wir sollten nicht zu ambitioniert sein. Ja, wir hatten eine Möglichkeit, an Vettel vorbeizukommen und zu gewinnen. Das sparen wir uns nun halt für später auf."

Frage: "Hat Kimi beim einzigen Manöver gegen Vettel alles richtig gemacht?"
Boullier: "Er war vielleicht auf der falschen Seite, aber er hätte vorbeikommen können. Wir waren schnell genug, er hätte auf die andere Seite fahren können, aber da war es sehr schmutzig. Also war es meiner Meinung nach die richtige Entscheidung."

Frage: "Glauben Sie, dass dieses Ergebnis wirklich ihren Entwicklungsstand widerspiegelt? Oftmals standen Sie doch bei den Abstimmungen vor Rätseln."
Boullier: "Ich denke, wir haben schon oft gezeigt, wie schnell wir sind. Wir konnten uns nach schlechten Qualifyings stets verbessern. Kimi ist es gelungen, nach zwei Jahren Pause sehr schnell zurückzukommen und er hat mit diesem Ergebnis gezeigt, dass er immer noch stark ist."

Frage: "Steht der erste Sieg nun unmittelbar bevor?"
Boullier: "Wenn wir mit beiden Autos immer weit vorne landen sollten, wäre ich schon zufrieden. Über Siege würde ich mich natürlich freuen, aber wir müssen uns erst einmal auf unsere aktuellen Aufgaben konzentrieren bevor wir über Siege nachdenken dürfen."

Frage: "Glauben Sie, dass es ein Schlüssel zum Erfolg war, dass Kimi im Qualifying einen Reifensatz für Rennen aufsparte? War es vielleicht sogar geplant, dass er nicht in Q3 kommt?"
Boullier: "Die Strategie ging definitiv auf, denn er kam von Platz elf auf Platz zwei nach vorne und kämpfte mit Vettel um die Führung. In Q2 gingen wir einfach das Risiko ein, durch das Aufsparen des Reifensatzes nicht in den nächsten Durchgang zu kommen. Es war ein Kompromiss."

Frage: "Was können Sie zu den Strategien Ihrer beiden Fahrer sagen? Waren sie ähnlich?"
Boullier: "Sie waren sehr ähnlich, außer, dass Kimi einen neuen Reifensatz hatte."

Frage: "Werden Sie den Fronflügel noch verbessern? Damit gab es zuletzt ja ein paar Probleme."
Boullier: "Ja, das werden wir noch in Angriff nehmen."

Frage: "Wie wichtig ist ein Fahrer wie Kimi für Ihr Team?"
Boullier: "Er ist Weltmeister, was schon etwas bedeutet. Er ist sehr wichtig für unser Team."

Frage: "Gerard Lopez, herzlichen Glückwunsch, was bedeutet Ihnen dieses Ergebnis?"
Gerard Lopez: "Es ist ein Beweis dafür, wie viel Arbeit alle Mitarbeiter tagtäglich investieren. Ich bin sehr stolz darauf, was sie erreicht haben. Hoffentlich ist das der Beginn einer konstanteren Saison für uns, in der wir jedes Wochenende zeigen können, zu was das Auto imstande ist."

Frage: "Wie sieht Ihr kurzfristiges und langfristiges Ziel aus?"
Lopez: "Kurzfristig möchten wir solche Ergebnisse wie heute erzielen und auch gewinnen. Langfristig möchten wir uns an der Spitze etablieren. Das ist aber alles mit harter Arbeit verbunden. Zu Saisonbeginn wünschte ich mir ein Wochenende, an dem wir wirklich zeigen können, was in dem Auto steckt und das haben wir ja heute geschafft."

Frage: "Eric, wie ist es, mit Gerard zusammenzuarbeiten? Ist er ein harter Vorgesetzter?"
Boullier (lacht): "Das ist eine fiese Frage! Er fordert sehr viel, was auf eine gewisse Weise gut ist, es ist ein angenehmer Druck."

Frage: "Gerard, welchen Anteil trägt Eric an diesem Erfolg?"
Lopez: "Er hat großartige Arbeit geleistet, genau wie alle anderen Mitarbeiter. Wir haben einige wichtige Positionen im Team neu besetzt und ein paar Mitarbeiter mussten uns auch verlassen. Man stellt in diesem traditionsreichen Sport ständig Dinge in Frage und jetzt hat sich gezeigt, dass unsere Entscheidungen richtig waren."

Frage: "James Allison, hatten Sie heute mit Platz zwei und drei gerechnet?"
James Allison: "Wir waren am Freitag mit viel Benzin im Tank schon schnell, weshalb wir auf ein gutes Ergebnis hofften. Nach dem schlechten Qualifying ist das heute ein wirklich sehr gutes Ergebnis. Und ich freue für mich fürs das ganze Team hier und Zuhause."

Frage: "Glauben Sie, dass Sie mit diesem Auto um die WM mitfahren können?"
Allison: "Ich denke, dass wir in diesem Jahr bislang immer hätten aufs Podium fahren können. Bei diesem Rennen gelang uns das endlich. Das müssen wir jetzt bei den restlichen Saisonrennen wiederholen."

Frage: "Jetzt geht es nach Europa. Zuerst steht der Test in Mugello an. Wie optimistisch sind Sie für die Europa-Saison? Führen Sie Neuerungen ein?"
Allison: "Wir werden bei fast jedem kommenden Rennen Neuerungen einführen. In Barcelona, Kanada und in Monaco vor allem. Doch da sind wir keine Ausnahme, das wird die Konkurrenz auch machen."

Fotoquelle: Lotus

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