Michael Schumacher und die Reifen: Da ist jemand nicht besonders zufrieden ...

Formel 1 2012

— 23.04.2012

Schumacher kritisiert die Reifen, Pirelli kontert sofort

Mercedes-Fahrer Michael Schumacher stellte in Bahrain die aktuelle Reifensituation in der Formel 1 in Frage, worauf Pirelli mit Verwunderung reagiert



Ist der Einfluss der Reifen auf die Gesamtleistung zu groß? Diese Frage stellte Michael Schumacher nach dem Großen Preis von Bahrain in den Raum. Der siebenmalige Weltmeister hat offenbar den Eindruck, dass die Pneus von Formel-1-Lieferant Pirelli zu sehr nachlassen, sodass auf der Strecke kein konstantes Fahren möglich ist. Und Schumacher hält nicht mit seiner Kritik hinter dem Berg.

"Man darf sich die Frage stellen, ob die Reifen eine so wichtige Rolle spielen sollten oder ob man nicht lieber Reifen haben sollte, die jedem erlauben, gleichmäßig seine Leistung abzurufen", sagt der 43-Jährige gegenüber 'RTL' und erläutert seinen Standpunkt: "Teilweise fahren wir mit 60 oder 70 Prozent durch die Kurven. Sobald du ein bisschen schneller fährst, fliegen die Reifen von der Felge."

Der Rekordchampion äußert seinen Unmut

"Nach wenigen Runden hast du nichts mehr. Das finde ich nicht ganz so passend", meint "Schumi" und wird bei der 'BBC' noch etwas deutlicher: "Was mir nicht gefällt, ist hauptsächlich, dass du unter deinem und dem Limit des Autos fahren musst, um die Reifen am Leben zu erhalten." Die Formel 1 biete auf diese Weise ein Spektakel, das nicht weiter spektakulär sei, erläutert der Rekordchampion.

"Ich stelle die Frage in den Raum, ob die Reifen eine so entscheidende Rolle spielen oder ob sie etwas länger halten sollten, damit wir ein normales Renntempo an den Tag legen können und nicht herumfahren wie ein Safety-Car. Ich bin nicht zufrieden mit der Situation. Schauen wir einmal, was in der Zukunft passiert", sagt Schumacher und macht dies nicht nur an seinen eigenen Eindrücken fest.

"Wenn nur ein Auto solche Probleme hätte, dann könnte man natürlich sagen, das ist unser Bier. Das betrifft aber tatsächlich alle, bis auf vielleicht ein oder zwei Ausnahmen", erklärt der Mercedes-Fahrer. "Und wenn 80 Prozent des Starterfeldes ein solches Problem haben, dann sollte der Reifenlieferant möglicherweise darüber nachdenken." Dieser reagiert prompt - und mit ein bisschen Verwunderung.

Ist Schumacher nur ein Einzelfall?

"Ich bin enttäuscht darüber, solche Kommentare von einem so erfahrenen Piloten zu hören", sagt Pirelli-Motorsport-Direktor Paul Hembery gegenüber 'Autosport'. "Andere haben einfach ihre Arbeit gemacht und brachten die Reifen zum Arbeiten. Bei den Wintertests hatte er noch gesagt, dass er sehr zufrieden sei mit den Reifen. Jetzt scheint Michael seine Meinung geändert zu haben."

Schumacher war allerdings nicht der einzige Fahrer, der in Bahrain etwas Kritik an den Reifen der Formel 1 äußerte. Auch Jenson Button (McLaren) zeigte sich ein bisschen ratlos: "Im vergangenen Jahr bauten die Reifen auch schon stark ab, doch wir verstanden die Pneus. In diesem Jahr werden wir einfach nicht schlau aus ihnen", meint Button. "Das soll jetzt aber keine Entschuldigung sein."

Der britische Rennfahrer stößt damit ins gleiche Horn wie Hembery: "Andere Leute haben an diesem Wochenende ja gute Arbeit geleistet. Für uns war es schlecht, denn wir hatten viel mehr erwartet. Wir verstehen die Reifen aber einfach noch nicht so gut", erklärt Button. Vielleicht können die Testfahrten in Mugello für Abhilfe sorgen. Vor dem nächsten Rennen besteht also Gelegenheit zum Experimentieren.

Fotoquelle: xpbimages.com

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