Adrian Sutil muss sich derzeit bezüglich eines Comebacks in Geduld üben

Formel 1 2012

— 25.04.2012

Sutil: "Ferrari ist mein Lieblingsteam"

Warum Adrian Sutil gerne für Ferrari fahren würde, ob es bereits Kontakt gab und wieso er nicht bei Pirelli oder einem anderen Teams als Testfahrer arbeitet



Der ehemalige Force-India-Pilot Adrian Sutil wartet weiterhin auf seine Chance auf ein Formel-1-Comeback. Wegen eines Gerichtsprozesses in Folge eines Zwischenfalls mit Genii-Boss Eric Lux in einem Nachtklub in Schanghai 2011 war der Deutsche bei der Vergabe der Cockpits für diese Saison nicht berücksichtigt wurde.

Nach Felipe Massas katastrophalen Saisonauftakt wurde Sutil mit dem Cockpit des Brasilianers in Verbindung gebracht, doch zuletzt wurde es wieder etwas ruhiger um den 29-Jährigen.

Sutil gibt gegenüber 'Eurosport' zu, dass seine aktuelle Lage für ihn eine enorme Herausforderung darstellt und er immer ungeduldiger wird: "Das lodernde Feuer wird immer größer, obwohl es natürlich hart ist, sich die Rennen vor dem Fernseher anzuschauen. Und mit jedem Rennen wird es immer schwieriger. Ich würde natürlich gerne so schnell wie möglich zurückkommen in die Formel 1, aber im Moment muss ich abwarten."

Ferrari als Präferenz

Er hofft nach wie vor, dass sich in einem anderen Team eine Chance ergibt: "Um in diesem Jahr noch einen Platz zu bekommen, muss ich auf einen Patzer von einem anderen Fahrer hoffen." Doch auch ein Jahr Rennpause schließt er nicht aus: "Dann kann ich nur hoffen, dass ich am Ende des Jahres einen Vertrag bekomme."

Sutil steckt den Kopf allerdings nicht in den Sand. Er trainiert derzeit so, als würde ein Comeback bevorstehen: "Ich bin keine Person, die aufgibt. Das motiviert mich eher, denn ich will wieder zurückkommen. Ich trainiere so viel ich kann und versuche mich 100 Prozent auf ein Comeback vorzubereiten, wenn eine Chance kommt."

Der Überraschungsmann des Vorjahres hat diesbezüglich Ferrari im Visier. Obwohl Massa in Bahrain eine leichte Aufwärtstendenz zeigte und seine ersten Punkte holt, ist das Team aus Maranello auf Sutils Wunschliste ganz oben: "Alleine die Vorstellung ist natürlich toll, denn Ferrari ist mein Lieblingsteam. Direkt gibt es noch keinen Kontakt, aber ich denke, dass sie wissen, dass ich bereit stehe. Und wenn Ferrari mich braucht oder wenn sie mich wollen, dann werden sie mich anrufen."

Mitleid mit Massa zeigt er verständlicherweise keines: "Er hat es nicht leicht in den letzten zwei Jahren. Aber wie gesagt, ich muss hoffen, dass andere nicht überzeugen und dass ein Cockpit frei wird. Das ist dann meine Chance." Er hoffe zwar nicht, dass jetzt alle Piloten schlecht fahren, aber Fahrerwechsel seien "Teil der Formel 1"

Sutils Alternativen zur Formel 1

Interessant ist, dass Pirelli auf der Suche nach einem Reifentester Sutil nicht berücksichtigte und stattdessen neben Lucas di Grassi auf Ex-Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari setzt. Was sind die Gründe dafür? "Die Zusammenarbeit mit Pirelli hat nicht geklappt, aber ich hatte auch nicht direkt nachgefragt", erklärt Sutil. "Von Pirelli kam aber auch nichts, denn die haben ihre Fahrer. Pirelli ist deshalb keine Option."

Die Attraktivität eines Testfahrerjobs bei einem Team hält sich für den erfahrenen Mann ohnehin in Grenzen, "da man im Moment fast nicht fährt." Sollte tatsächlich der Fall eintreten, dass Sutil auch in der kommenden Saison kein Cockpit erhält, dann würde er sich laut eigenen Angaben abseits der Formel 1 umschauen.

"Es gibt immer die Tourenwagen-Variante mit der DTM, aber auch Amerika mit der IndyCar- und der NASCAR-Serie", verrät Sutil seine Präferenzen. "Da gibt es viele Sachen, aber damit habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt. Für mich ist die Formel 1 im Kopf eingebrannt und da möchte ich zurück. Erst wenn es überhaupt nicht mehr geht, dann mache ich mir Gedanken über Plan B."

Fotoquelle: Force India

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