Reifenhersteller Pirelli hat die Spannung in die Formel 1 zurückgebracht

Formel 1 2012

— 26.04.2012

Surer über Pirelli: "Ein Spannungsfaktor"

Experte Marc Surer erklärt, wie die Rennen durch Reifenhersteller Pirelli spannender geworden sind, schränkt aber ein: "Manchmal ein bisschen zu viel"



Jahrelang waren Überholmanöver in der Formel 1 Mangelware, doch seit 2011 DRS, KERS und vor allem die Pirelli-Reifen gleichzeitig eingeführt wurden, präsentiert sich die Königsklasse des Motorsports völlig verändert. Zwar ist es teilweise keine so große Herausforderung mehr, einen Gegner im direkten Zweikampf zu überholen, aber zumindest gehören langweilige Prozessionen weitgehend der Vergangenheit an.

Besonders in dieser Saison ist das Kräfteverhältnis bunt durchgemischt, denn in den ersten vier Rennen gab es vier verschiedene Sieger auf vier verschiedenen Fahrzeugen. So abwechslungsreich war die Formel 1 seit fast 30 Jahren nicht mehr. "Die Erklärung ist Pirelli - es sind die Reifen", meint Formel-1-Experte Marc Surer gegenüber 'ServusTV'. "Die Frage ist, wer die Reifen zum Funktionieren bringt, und das ist je nach Temperatur immer wieder ein anderer."

"Es gibt Autos, die fordern die Reifen, die verschleißen die Reifen mehr. Die haben den Vorteil, dass bei ihnen die Reifen, wenn es kalt ist, auf Temperatur kommen. Andere schaffen das dann nicht - die haben keinen Grip", erläutert der ehemalige Grand-Prix-Pilot. "Und dann gibt es die Autos, die die Reifen schonen. Die haben ein Problem, wenn es kalt ist. Wenn es heiß ist, haben sie den Vorteil, dass die Reifen nicht verschleißen. So könnte man es einfach erklären."

Generell gibt es in der Pirelli-Ära viel mehr Boxenstopps, als das früher der Fall war. Der italienische Reifenhersteller wurde jedoch von der Formel 1 gebeten, neue Wege zu gehen, um mehr Spannung in die Rennen zu bringen. "Es war von Anfang an klar, als Pirelli die Aufgabe übernommen hat, die Teams mit Reifen zu beliefern, dass man etwas anders macht als der Vorgänger Bridgestone", kann Surer die Strategie der Italiener nachvollziehen.

"Bridgestone hat so einen tollen Reifen gebaut, der das ganze Rennen durchhielt", erinnert er sich. "Dann gibt es aber das Reglement, das besagt, dass man einmal die andere Mischung fahren muss. Da gab es Teams, die zwei Runden lang die weichen Reifen fuhren und den Rest des Rennens mit einem Satz harter Reifen bestritten. Da wollte man für etwas mehr Wechsel sorgen, dass Strategie wieder eine größere Rolle spielt, denn jetzt tankt man ja nicht mehr nach."

Und weiter: "Die einzige Spannung, wenn jetzt zwei vorne wegfahren, ist ja, wenn sie an die Box fahren. Was passiert nach dem Stopp? Hat der eine bessere oder schlechtere Reifen? Der eine hat vielleicht noch neue Reifen, der andere nicht, und plötzlich kann sich wieder was verschieben. Da zeigt, dass es ein Spannungsfaktor ist, den die Reifenfirma herstellt. Aber vielleicht ist es manchmal ein bisschen zu viel", findet der Schweizer.

Fotoquelle: xpbimages.com

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