Beim Boxenstopp wird es immer wichtiger, den richtigen Zeitpunkt zu wählen

Formel 1 2012

— 27.04.2012

Reifenlotterie: "Es kommt darauf an, schnell zu reagieren"

Für die Teams steht die Reifenfrage dieses Jahr im Vordergrund - vor allem auf das richtige Timing beim Boxenstopp kommt es an



In diesem Jahr spielen die Reifen in der Formel 1 eine größere Rolle denn je. Vor allem die Haltbarkeit steht im Mittelpunkt, die von vielen äußeren Faktoren beeinflusst und deshalb schon "Reifenlotterie" genannt wird. Zuletzt in Bahrain waren die Streckentemperaturen so hoch, dass die Fahrer die Pirelli-Reifen speziell im Rennen extrem schonen mussten. An ein Fahren am Limit war nicht zu denken.

"Ich würde es nicht Lotterie nennen, aber die richtige Strategie wird immer wichtiger", so Williams-Chefingenieur Mark Gillan. "Außerdem ist es wichtig, im Hinblick auf die Strategie richtig auf die sich ständig verändernden Umstände zu reagieren. An der Boxenmauer haben wir vor den Stopps daher sehr viel Denkarbeit zu leisten und für die Teams ist es wichtig, den Abbau der Reifen richtig zu verstehen - wird er durch die Abnutzung oder die Hitze beeinflusst? Es kommt darauf an, schnell zu reagieren."

Eine Vielzahl der Fahrer - allen voran der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher - beklagten sich bereits darüber, dass man aufgrund der Reifensituation nicht mehr am Limit fahren könne. Denn wenn ein Pilot attackiert, kann es leicht passieren, dass er im Feld mit vollkommen abgefahrenen Reifen durchgereicht wird. In Schanghai wurde beispielsweise Kimi Räikkönen Opfer dieses Umstands als der Finne an Position zwei liegend plötzlich Reifenprobleme bekam und ins hintere Mittelfeld zurückfiel.

"Die Fahrer spielen eine fundamentale Rolle", erklärt Mark Gillan zu dieser Thematik. "Sie sind der Sensor im Auto und müssen erkennen, wann der Reifen nachlässt. Der Trick besteht darin, zu erahnen, zu welchem Zeitpunkt der Reifen abbauen könnte und es nicht erst zu erkennen, wenn es soweit ist."

Laut Diego Ioverno, verantwortlich für den Betrieb des Ferrari-Rennstalls an der Rennstrecke, stellt das größte Problem an der Rennstrecke der richtig gewählte Zeitpunkt für den ersten Boxenstopp dar, da man ansonsten schnell in Verkehr geraten kann. "Der größte Unterschied dieses Jahr ist", so Ioverno, "dass das gesamte Feld sehr kompakt geworden. Es ist heutzutage praktisch unmöglich, nicht in Verkehr zu geraten."

"Letztes Jahr konnten die vorderen Teams dem Feld davonfahren und in Ruhe an die Box kommen. Das ist heute viel schwieriger. Vor allem für uns, weil wir nicht da sind, wo wir gerne sein würden." Für die nahe Zukunft rechnet Ioverno jedoch damit, dass sich das Feld weiter auseinanderziehen wird: "Die Top-Teams werden davonziehen und die restlichen werden da bleiben wo sie sind. Das liegt daran, dass die Top-Teams ihre Autos schneller weiterentwickeln können. Dazu muss man jedoch anmerken, dass es dieses Jahr sehr schwierig ist, die Reifen richtig zu verstehen. Von daher ist alles möglich."

In den Augen von Lotus-Chefingenieur Alan Permane liegt das momentan herrschende Durcheinander beim Kräfteverhältnis in erster Linie daran, dass die Rennställe noch in der Kennenlernphase sind, was die Pirelli-Reifen angeht. Denn laut ihm ergeben die aktuellen Kräfteverhältnisse wenig Sinn. "In Bahrain kamen Red Bull und wir mit den Reifen besser zurecht", so Permane gegenüber 'Autosport'. "Schwer zu glauben ist aber, dass dies wirklich eine Sekunde pro Runde ausmacht. Es liegt sicherlich nicht alles an den Reifen, aber ich glaube nicht, dass jeder schon wirklich weiß, wo er steht, weil sonst würden sie alle dieselbe Strategie verfolgen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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