Witali Petrow hält Mugello nicht für die ideale Strecke für Formel-1-Boliden

Formel 1 2012

— 03.05.2012

Petrow: "Mugello ist ziemlich gefährlich"

Witali Petrow spulte am Dienstag in Mugello ein umfangreiches Testprogramm für Caterham ab: Zufriedenheit mit den Updates und Kritik an der Strecke



Caterham-Pilot Witali Petrow fuhr am Dienstag in Mugello hinter Mercedes-Fahrer Michael Schumacher die meisten Runden. Mit den Erkenntnissen der Tests, bei denen unter anderem ein neuer Heckflügel zum Einsatz kam, ist der Russe zufrieden. An der Strecke in Mugello übt er jedoch Kritik.

Im Interview spricht Petrow über das Testprogramm des Teams, über die Strecke in Mugello, über seine Bilanz nach vier Rennen für Caterham und über seine Erwartungen für die kommenden Rennen.

Frage: "Witali, du fuhrst am Mittwoch mit 112 Runden nach Michael Schumacher die zweitmeisten Umläufe aller Piloten. Es lief offenbar alles nach Plan, oder?"
Witali Petrow: "Unser Ziel war es nicht, eine schnelle Runde in den Asphalt zu brennen. Wir hatten einige neue Teile im Gepäck und wollten in erster Linie Daten sammeln. Der Asphalt in Mugello ist ziemlich seltsam, denn du kannst hier mit den Option-Reifen schon zwei Runden drauf haben und in der dritten immer noch zulegen. Es ist tatsächlich so, dass die Reifen von Runde zu Runde besser statt schlechter werden. Ich fuhr fünf oder sechs Runs und es war jedesmal das Gleiche: Nach einigen Runden wurde ich schneller."

Frage: "Kann das vielleicht auch an der Benzinmenge liegen, die sich im Laufe eines Runs natürlich verringert?"
Petrow: "Wir tankten zwischendurch nicht nach, aber ich würde schon sagen, dass die Zeitverbesserung in erster Linie auf die Reifen zurückzuführen war. Die neuen Teile haben sicher auch einen Anteil an den besseren Rundenzeiten. Wir konnten unseren Plan nicht nur komplett durchziehen, sondern waren sogar eine halbe Stunde früher als geplant fertig. Da mussten wir uns erst einmal überlegen, was wir noch testen können. Es lief also sehr gut und ich bin für den Moment mit dem Chassis zufrieden, aber diese Strecke hier ist nicht unbedingt eine repräsentative."

Frage: "Was hältst du von der Strecke in Mugello?"
Petrow: "Einige Fahrer finden es nicht gut, dass wir hier testen. Da muss ich zustimmen. Es ist ein ziemlich gefährlicher Kurs, der an einigen Stellen nicht viel Platz bietet. Die Mauern stehen sehr nah an der Strecke. Wenn du in einer der schnellen Schikanen den Scheitelpunkt nur ein wenig verpasst, kann das einen höllischen Abflug zur Folge haben. Die letzte Kurve und der Bereich davor sind okay, dort gibt es genügend Sturzraum, aber der Rest ist kritisch. In den ersten beiden Sektoren sind wir fast nur im fünften, teilweise sogar im sechsten Gang unterwegs. Insgesamt ist die Piste für meinen Geschmack zu schmal. Schon ein kleines Problem am Auto wie ein Nachlassen des Reifendrucks kann in einem großen Unfall enden."

Frage: "Welche Bilanz ziehst du nach vier Rennen für Caterham?"
Petrow: "Mir war vom ersten Test an klar, was mich in diesem Team erwarten würde. Ich lache inzwischen häufiger als in der Vergangenheit, weil ich mich freier fühle. Natürlich ist es unser Ziel, in die Punkteränge vorzustoßen. Im Moment gilt mein gesamtes Augenmerk meinem Teamkollegen. Derzeit sieht es so aus, als wäre er im Qualifying stärker, ich dafür im Rennen. Für mich geht es vor allem darum, im Qualifying noch mehr herauszuholen (im direkten Duell der Caterham-Teamkollegen steht es 4:0 für Heikki Kovalainen; Anm. d. Red.). Ich weiß aber, wo ich die Zeit verliere und wo ich ansetzen muss, um künftig schneller zu sein."

Frage: "Wo genau musst du ansetzen?"
Petrow: "Das Problem ist die eine schnelle Runde auf den Option-Reifen. Manchmal kann ich das Maximum herausholen, manchmal nicht. Vor allem meine Hinterreifen bauen in der Regel zu schnell ab, sodass ich die Runde nicht sauber zu Ende bringen kann."

Frage: "Was erwartest du für die kommenden Rennen?"
Petrow: "Spanien wird für alle ein schwieriger Grand Prix, unser Team eingeschlossen. Ich gehe davon aus, dass wir ein ähnliches Rennen wie in Bahrain erleben werden. In Monaco kann alles passieren. Dort kannst du über eine gute Strategie oder über einen möglichen Safety-Car-Einsatz in die Top 10 vorstoßen. Das Überholen ist dort bekanntlich sehr schwierig. Es dürfte interessant werden. Im vergangenen Jahr hatte ich dort bis zu meinem Unfall viel Freude."

Fotoquelle: xpbimages.com

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