Romain Grosjean dominiert zuletzt den Test in Mugello

Formel 1 2012

— 05.05.2012

Lotus stimmen Testfahrten optimistisch für Barcelona

Im Winter war Lotus bereits beeindruckend schnell in Barcelona - Romain Grosjean: "Wir müssen schauen, was wir aus dem Hut zaubern können"



Nach der absoluten Bestzeit in der zurückliegenden Testwoche in Mugello reist das Lotus-Team mit einem großen Motivationsschub zum ersten Rennen der Saison in Europa nach Spanien. Während Romain Grosjean an zwei von drei Tagen Bestzeit fuhr, ließ Kollege Kimi Räikkönen den Test in Norditalien aus.

"Wir hatten keine bedeutsamen neuen Teile, die wir hätten testen müssen, und wir fahren in Mugello keinen Grand Prix", rechtfertigt Räikkönen die Entscheidung. "Deshalb war ich nicht traurig, als entschieden wurde, dass ich nicht testen würde. Ich kenne die Strecke gut, aber es bestand kein Grund für mich, dort zu fahren. Ich bin hier, um Rennen zu fahren, und das werde ich in Barcelona tun."

Ähnlich erfolgreich wie diese Woche in Mugello - Grosjeans absolute Bestzeit war gut zwei Zehntelsekunden schneller als die des Zweitschnellsten, Sebastian Vettel - war Lotus bei den Tests vor der Saison in Barcelona. Damals hatte man direkt mit beeindruckenden Bestzeiten überzeugt.

"Ich habe hier sehr oft getestet", so Räikkönen über Barcelona. "Die Strecke ist anspruchsvoll - sie macht sehr viel Spaß, wenn man ein gutes Auto hat, aber weniger Spaß, wenn man ein nicht so gutes Auto hat. Für gewöhnlich ist ein Auto, das in Barcelona gut ist, auf allen anderen Strecken auch gut. Beim zweiten Wintertest dort hatten wir ein gutes Auto, und das, obwohl es für den ersten Test noch nicht ganz fertiggestellt war. Das Auto ist besser geworden und ich fühle mich noch wohler darin."

Grosjean: Richter Umgang mit den Reifen entscheidend

"Wir kennen die Strecke gut von den Winter-Testfahrten", sagt Teamkollege Grosjean vor dem Europa-Auftakt. "Sie erfordert eine gute Fahrbarkeit des Autos und wird ein guter Gradmesser für die restlichen Rennen in Europa sein. Jeder kennt die Strecke aufgrund der Testfahrten sehr gut. Der erste Sektor, die ersten vier Kurven sind ziemlich schnell. Dann folgt zwischen Kurve 10 und 15 ein langsamer letzter Sektor. Beim Herausbeschleunigen aus Kurve 15 braucht man ein gutes Heck mit einer starken Traktion. Dabei kommt es darauf an, die Hinterreifen nicht zu überhitzen."

"Der Abbau der Reifen wird in Barcelona eine Schlüsselrolle spielen, da man im Niemandsland landet, wenn der Abbau der Reifen hoch ist", erläutert er. "Der richtige Umgang mit den Reifen wird ein entscheidender Faktor sein, um im Rennen eine gute Leistung zeigen zu können. Mal sehen wie hoch die Temperaturen sein werden. Sollten sie so sein wie in Bahrain, dann sollte unser E20 gut funktionieren."

Das große Manko scheint bislang bei Lotus die Qualifikation zu sein. In Bahrain startete man nur von den Plätzen sieben und elf. Für Barcelona muss man sich in diesem Bereich verbessern, wenn man die Top-Teams schlagen möchte, denn: "In Barcelona kommt es darauf an, eine gute Platzierung im Qualifying zu erreichen, da das Überholen viel schwieriger ist als in Bahrain", sagt Grosjean. "Im Qualifying können wir uns noch ein wenig verbessern und wir wissen auch schon in etwa wie. Hoffentlich können wir in die erste Startreihe fahren."

2005 und 2008 konnte Teamgefährte Räikkönen in Barcelona gewinnen, damals allerdings noch für McLaren, bzw. Ferrari. Es waren gleichzeitig die einzigen beiden Podiumsplatzierungen des Finnen auf dieser Strecke. Lotus' Vorgängerteam Renault, bzw. Benetton war in Südspanien nur ein einziges Mal erfolgreich: 1995 gewann Michael Schumacher zuletzt.

Der Spanien-Grand-Prix wird das erste Rennen der Saison in Europa sein. Räikkönen sieht darin Vorteile bei der Arbeit. "Ich mag es wirklich sehr, in Europa zu fahren. Wir müssen nicht zu weit reisen und die Energie kann für das eigentliche Wochenende gespart werden. Traditionell beginnt die Saison erst in Europa richtig. Ich finde das einfach toll."

Die Streckencharakteristik von Barcelona könnte vor allem wieder die Pirelli-Reifen fordern. Speziell in Kurve drei sind die seitlichen Fliehkräfte enorm, was sich logischerweise auf den Zustand der Reifen auswirken wird. "Egal welche Reifen: Du musst immer eine Strategie verwenden, die am besten zu ihnen passt", sagt Räikkönen im Hinblick auf die Reifen trocken. "Ich komme gut mit den Reifen zurecht. Was die Strategie angeht, arbeite ich mit meinen Ingenieuren zusammen, und wir treffen dann die bestmöglichen Entscheidungen."

Räikkönen: "Haben gezeigt, warum wir tun, was wir tun"

Dabei ist es aber nicht immer ganz einfach, richtig zu entscheiden. Räikkönen: "Manchmal liegen wir richtig, so wie in Bahrain. Manchmal sind wir sehr nah dran, wie in Schanghai. Nach dem Rennen in China und nach dem Qualifying in Bahrain haben viele Leute bestimmt angefangen zu denken, dass wir Idioten sind und nichts hinkriegen. Doch im Rennen haben wir gezeigt, warum wir tun, was wir tun. Es ging schon in China eng zu und dieses Mal konnten wir von unserer Strategie sehr gut profitieren. Es ist alles Teil des Motorsports und für jeden gleich."

Grosjean weist aufgrund der größeren Unterschiede der Reifenmischungen darauf hin, dass man im Qualifying bereits die weiche Mischung einsetzen sollte, um nicht unterzugehen. Die Strategie sollte aufgrund des starken Konkurrenzkampfes an der Spitze zwar aggressiv, jedoch nicht zu aggressiv gewählt werden. Grosjean: "Man muss die richtige Balance finden, das nötige Risiko eingehen, um die Konkurrenz zu schlagen, aber gleichzeitig nicht zu viel zu riskieren, da man dann in Schwierigkeiten kommt. Man kann viel durch eine aggressive Strategie gewinnen, doch auch viel Zeit verlieren."

"In Barcelona stehen uns die harte und die weiche Reifenmischung zur Verfügung", fährt er fort. "Wir müssen einfach abwarten, wie es läuft, doch beide Mischungen funktionieren mit unserem Auto sehr gut. Das Qualifying wird anspruchsvoller sein, da mit den beiden Mischungen sehr unterschiedliche Rundenzeiten möglich sind. Deshalb müssen wir vielleicht die weichere Mischung schon in Q1 verwenden."

Zuletzt in Bahrain hätte es für Lotus kaum besser laufen können. Räikkönen und Grosjean stürmten gen Spitze und mussten sich am Ende lediglich Sieger Sebastian Vettel geschlagen geben. Für Spanien rechnet Räikkönen wieder mit einer "sehr konkurrenzfähigen" Leistung seines Teams, merkt jedoch an: "Es wird unter den Topteams sehr, sehr eng zugehen. Das ist die einzige Strecke, auf der die Teams schon mit den neuen Autos getestet haben, und das Setup ist entscheidend, da sich die Windrichtung und die Temperaturen sehr oft verändern. Alle Teams reisen mit Neuerungen zum ersten Rennen in Europa, was die Situation noch interessanter machen und das Feld noch enger zusammenrücken lassen wird."

Für das anstehende Rennen gibt sich der 32-Jährige noch bedeckt. Vorausschauend auf den Rest der Saison zeigt sich der Weltmeister von 2007 hingegen angriffslustig: "Ich bin hier, um Rennen zu fahren und um zu gewinnen. Das ist mein Ziel und das Ziel des Teams. Wir wollen Grands Prix gewinnen. Wir haben ein gutes Auto und sahen in Bahrain, dass es gut genug ist, um damit zu gewinnen. Das wird das Ziel sein."

Teamkollege Grosjean will nach seinem ersten Podiumsplatz in Bahrain bereits in Barcelona höher hinaus. Als Grund führt er die guten Leistungen bei den Testfahrten im Winter an. "Beim Test belegten wir nach vier Testtagen Platz eins, also werden wir hoffentlich wieder dort stehen", so der Franzose. "Jedes Team gibt bei der Weiterentwicklung der Autos sein Optimum. Wir verstehen den E20 nach dem Test in Mugello gut und hoffen, ein paar Updates nach Spanien bringen zu können. Es ist ein ständiger Kampf, beim Rennen um die Spitze dabei zu bleiben. Wie wir dieses Jahr bereits gesehen haben, geht es sehr eng zu, und eine kleine Verbesserung kann bereits einen großen Unterschied machen."

"Wir müssen schauen, was wir aus dem Hut zaubern können! Wir müssen weiterhin Schritt für Schritt vorgehen", fordert Grosjean. "Die letzten beiden Rennen waren sehr gut, sowohl fürs Team als auch für mich. Ich werde in Barcelona mein Bestes geben und mein Ziel bei den kommenden Rennen wird sein, in der Fahrerwertung so weit wie möglich nach vorne zu kommen. Ich muss noch viele Dinge lernen. Ich habe erst vier Grands Prix als festangestellter Stammfahrer bestritten. Das ist nicht viel an Erfahrung, doch jeder Grand Prix, den ich beende, ist eine fantastische Erfahrung für mich. Mit Sicherheit macht mich die Podiumsplatzierung in Bahrain zuversichtlich für Barcelona."

Fotoquelle: xpbimages.com

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