Für Fernando Alonso sind die Fans Teil seiner "zweiten Familie"

Formel 1 2012

— 05.05.2012

Alonso: "Bin immer ich selbst geblieben"

Auf seiner persönlichen Homepage gibt Fernando Alonso Einblicke ins Rennfahrerleben und beantwortet die Fragen seiner Fans



Fernando Alonso hat eine große Fangemeinschaft. Der Doppelweltmeister der Jahre 2005 und 2006 machte die Formel 1 in seinem Heimatland Spanien erst populär, zuvor hatten sich die meisten Landsleute nur für den Motorradsport begeistern können. Spätestens nach dem Titelgewinn 2005 brach in seiner Heimat eine wahre "Alonsomania" los, die auch nächste Woche zum fünften Rennen der Saison wieder Tausende an den "Circuit de Catalunya" locken wird.

Nach den WM-Siegen in Diensten Renaults gab Alonso im Jahre 2007 ein relatives kurzes und turbulentes Gastspiel bei McLaren-Mercedes. Dort stand er vor allem wegen des Duells mit Teamkollege Lewis Hamilton im Fokus, der viele Male schneller war als der Spanier, der dies wiederum nicht recht auf sich sitzenlassen wollte. Durch die spanischen Medien wurde das Thema immer wieder aufgebauscht und McLaren eine Bevormundung Hamiltons unterstellt.

Nach nur einer Saison wechselte Alonso 2008 wieder für zwei Jahre zu Renault, wo er vor allem 2009 nahezu in der Versenkung verschwand. Mickrige 26 WM-Punkte und ein dritter Platz schlugen am Ende zu Buche, weshalb der Mann aus dem nordspanischen Oviedo die Reißleine zog und einen Vertrag bei Ferrari unterschrieb. Dort kehrte er auf Anhieb in die Erfolgsspur zurück und wurde 2010 Vize-Weltmeister hinter Sebastian Vettel.

Alonso gibt Einblick ins Rennfahrerleben

Alonso sorgte nicht zuletzt wegen seiner heißblütigen Art und seiner spektakulären Manöver - man denke nur an das Überholmanöver gegen Michael Schumacher im Jahre 2005 in Suzuka in der ultraschnellen 130R - für zahlreiche Kontroversen und eine Menge Gesprächsstoff. Vielleicht verfügt der 30-Jährige gerade deshalb über einen großen Fananhang.

An diesen wendete er sich nun auf seiner Homepage. Fans konnten Fragen an ihn schicken, die er betont ehrlich beantworten wollte. Dabei gab Alonso u.a. Einblicke in das Leben eines Rennfahrers. "Wir verbringen die Hälfte unseres Lebens in Flugzeugen, trainieren sehr intensiv, üben im Simulator, arbeiten zusammen mit dem Rest des Teams in Maranello, nehmen Pressetermine und Termine von Ferrari und den Sponsoren wahr", schreibt Alonso und wendet sich mit sehr persönlichen Worten an seine Fangemeinde: "Aber wir finden dabei immer wieder etwas Freizeit, die wir euch allen widmen wollen. Ihr wart immer Teil dieses Teams, das meine zweite Familie geworden ist."

Alonso: "Wenn ich meinen Rennoverall anziehe, bin ich Racer"

Das stressige Leben eines Rennfahrers, die ganze Aufmerksamkeit durch die Medien und die Öffentlichkeit habe ihn selbst jedoch nicht verändert. "Ich bin immer ich selbst geblieben", so der Spanier. "Und das obwohl ich mich oft auf Titelblättern vieler Zeitungen und Zeitschriften gesehen habe - wo ich jedes Mal denke 'Das bin ich doch gar nicht'. Ich bin immer noch dieselbe Person: Dieselbe Person, die vor elf Jahren in die Formel 1 kam."

"Ich bin meiner Meinung nach nicht anders als jeder andere: Ich vermisse Leute, wie es jeder tun würde, der mehr als 280 Tage pro Jahr weit weg von zu Hause ist. Wenn ich meinen Rennoverall anziehe, bin ich Racer und bis zur letzten Runde ein wahrer Kämpfer. Aber sobald ich ihn ausziehe, bin ich ein Sohn, ein Bruder und ein Freund, wie jeder von euch."

Zu den Rennen in aller Welt reist Alonso übrigens keineswegs mit einem Privatjet: "Wir fliegen mit gewöhnlichen Fluglinien. Für manche Rennen in Europa bucht das Team extra Charterflüge, dann reisen wir zusammen mit Toro Rosso, die ebenfalls in Italien ansässig sind. Wenn ich vor oder nach einem Rennen in Italien bin, fliege ich also mit ihnen zusammen."

Keine Angst beim Fahren im Regen

Auf die Frage eines Fans, ob er Angst hätte, bei starkem Regen und praktisch keiner Sicht unmittelbar hinter Konkurrenten zu fahren, entgegnet Alonso auf seiner Homepage: "Ich würde nicht sagen, dass ich Angst habe, da sich Angst und Konkurrenzkampf nicht miteinander vereinbaren lassen. Natürlich ist es aber nicht so angenehm, eine Gerade mit 300 km/h runterzufahren, wenn man absolut nichts sieht und auch nicht vom Gas gehen kann, weil der Fahrer direkt hinter die ja auch nichts sieht."

Vom Gas zu gehen wäre auch vollkommen untypisch für Alonso, der sich nicht unbedingt als vorsichtigen Fahrer einschätzt, wie er auf die entsprechende Frage eines Fans antwortet: "Ich denke nicht, dass ich ein vorsichtiger Fahrer bin, sondern ein konkurrenzfähiger und ein kämpferischer bis zur letzten Runde eines Grand Prix. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Aber ich habe dabei immer Kampfgeist bewiesen. Über die Jahre habe ich an Aggressivität verloren, die größten Comebacks meines Lebens sind mir in den letzten beiden Jahren gelungen."

Apropos 300 km/h: Ein weiterer Fan weist Alonso darauf hin, dass die menschlichen Sinne bei dieser Geschwindigkeit auf 80 Prozent reduziert seien, was dem Doppelweltmeister bisher nicht bekannt war. Scherzhaft antwortet der Ferrari-Pilot: "Ich sitze schon seit 27 Jahren hinter dem Lenkrad, vielleicht haben sich meine Sinne schon an die 300 km/h gewöhnt!"

Fotoquelle: xpbimages.com

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