Vitantonio Liuzzi hat die Formel 1 noch nicht aus den Augen verloren

Formel 1 2012

— 07.05.2012

Liuzzi: Der schwierige Weg zurück ins Cockpit

Vitantonio Liuzzi ist derzeit zwischen HRT-Testfahrer-Vertrag und Zukunftsambitionen gefangen: Die schwierige Beziehung zum Team und der Traum von Ferrari



Das Red-Bull-Nachwuchsprogramm hat zwar Superstar Sebastian Vettel hervorgebracht, aber gleichzeitig auch mehrere Piloten rat- und joblos zurückgelassen. Die jüngsten Beispiele sind Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari, deren Zeit als Einsatzpiloten bei Toro Rosso abgelaufen ist. Zuvor war auch beispielsweise Vitantonio Liuzzi durchs Raster gefallen. Der Italiener konnte sich aber anschließend zu Force India retten und 2011 bei HRT andocken.

Liuzzi hat einen langfristigen Vertrag beim kleinen spanischen Team, aber er sitzt nicht im Auto. Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan absolvieren 2012 die Rennen für HRT, Liuzzi steht als Test- und Ersatzfahrer nur noch in der zweiten Reihe. "Ich halte an meinem HRT-Vertrag fest, der noch bis Ende des kommenden Jahres läuft. Aufgrund dieser verrückten Situation im Team waren sie gezwungen, andere Piloten zu nehmen. Das lag nur am Geld", schildert "Tonio" im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Schade, dass HRT den Test in Mugello abgesagt hat, denn dort hätte ich vielleicht im Auto sitzen können. Ich wäre auf jeden Fall jederzeit bereit, sofort ins Auto zu springen und zu fahren. Ich halte mich fit und halte Kontakt zum Team", sagt Liuzzi, der jederzeit Signale sendet, dass er seine vertraglichen Verpflichtungen einhalten wird - trotz der sicherlich schwierigen Umstände. "Die Beziehung ist in Ordnung", erklärt er, wobei das Lächeln in seinem Gesicht allerdings bei diesen Worten verschwindet.

"Natürlich ist es ganz anders, wenn man Stammfahrer ist. Es ist etwas schwierig", gibt er dann doch zu. "Bei den Überseerennen war ich nicht einmal dabei. Ich werde bald zu einigen Rennen gehen. Es ist eben ganz anders als früher. Ich versuche mich einzubringen, aber natürlich ist die Bindung aufgrund dieser ganzen Problematik nicht ganz so eng", schildert Liuzzi. "Ich kann mit der Situation aber recht gut umgehen und freue mich auf die Zukunft."

"Mein Ziel ist es immer noch, möglichst schnell in die Formel 1 zurückzukehren", sagt der 30-Jährige, der in der italienischen Superstars-Serie aktiv ist und bald mit Lotus-LMP2 auf der Langstrecke startet. "Ich arbeite an meinen Zukunftsplänen und bin sehr offen. Die Formel 1 ist in Bewegung, aber es gibt auch einige andere interessante Serien. Aber wenn man mal einige Jahre in der Formel 1 war, dann ist das die Spitze. Dort will man wieder hin. Allerdings finde ich manch andere Kategorie auch interessant, wenn man dort mit einem guten Team vorne mitfahren kann."

"Ich nutze diese Phase meiner Karriere, um allen zu zeigen, dass ich in unterschiedlichen Autos schnell sein kann", beschreibt er seinen Plan für das Jahr 2012. "Dass ich nicht mehr in der Formel 1 fahre, war natürlich anfangs nicht so einfach zu verschmerzen. Vor allem auch deshalb, weil ich eigentlich immer gute Leistungen gezeigt hatte. Ich habe in jedem Jahr meinen jeweiligen Teamkollegen geschlagen. Aber es geht eben nicht immer um Leistung, sondern in der Formel 1 geht es auch um viel Geld."

Für einen neuen Drive bei HRT oder bei einigen anderen Teams müsste Liuzzi Geld mitbringen, doch seine Möglichkeiten sind begrenzt. Der Italiener bewegt sich im Umfeld seines Förderers Colin Kolles, immer in der Hoffnung, dass die Beziehungen ins Renncockpit führen. Womöglich sogar bei Ferrari? "Wir haben eines gemeinsam: Wir kommen aus Italien. Das war's dann auch schon im Moment", blockt Liuzzi ab. "Aber man weiß es ja nie. Ferrari ist der Traum eines jeden Rennfahrers."

Er selbst sieht sich als gute Alternative in Zeiten einer Königsklasse, wo der Umgang mit den Reifen mehr zählt als alles andere. "Es ist irgendwie eine neue Ära der Formel 1. Es gibt viele Verschiebungen, viel Abwechslung und viele Überholmanöver", beschreibt Liuzzi seine Eindrücke. "Für alle ist es schwieriger geworden, die Rennen überhaupt einzuschätzen und das Auto für die Reifen passend einzustellen. Die Pneus sind enorm wichtig."

"Ich denke, dass heutzutage der Fahrer einen erheblichen Unterschied ausmachen kann. Als Pilot muss man wichtige Entscheidungen im Rennen treffen, es richtig lesen, die Reifen anständig behandeln. Es ist eine große Herausforderung, dies alles im Griff zu haben", so Liuzzi über die aktuellen Aufgaben in der Formel 1. "Das gefällt mir: Ein Fahrer sollte nicht nur schnell sein, sondern auch clever", fügt er grinsend hinzu.

Fotoquelle: HRT

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