Hat intern keinen Pirelli-Streit zu schlichten: Fry zweifelt nicht am Mercedes-Frieden

Formel 1 2012

— 10.05.2012

Fry erklärt Pirelli-Diskussion zur Grundsatzfrage

Der Team-Geschäftsführer bescheinigt Michael Schumacher eine "intelligente Sicht der Dinge", bestärkt aber auch Pirelli - Debatte für den Rekord-Weltmeister beendet



Seit Wochen diskutiert die Formel 1 über die Einheitsreifen von Pirelli. Vor dem Rennen in Barcelona wollen die Protagonisten aus dem Hause Mercedes die Debatte beenden. Das Machtwort kommt von Nick Fry: "Ich denke, die wirkliche Frage ist eine philosophische und nicht die, ob die Reifen gut, schlecht oder ganz egal sind", so der Team-Geschäftsführer am Donnerstag. Er nimmt eine moderate Position zwischen seinen Piloten und Pirelli ein.

Fry stärkt einerseits dem italienischen Zulieferer um Sportchef Paul Hembery den Rücken: "Pirelli ist mehr als fähig, Reifen zu bauen, die für alle Eventualitäten vorbereitet sind", ist er sich sicher und erkennt in der Diskussion um den Pneu eine, die sich mehr um eine Grundsatzentscheidung dreht als als um Qualität.

Mercedes-Piloten führen "gesunde Debatte"

So reduziert Fry den langwierigen Austausch von Argumenten auf ein grundsätzliches, normatives Problem: "Ich habe eine mediale Debatte darüber erlebt, welcher der richtige Weg für die Formel 1 ist. Ob die Reifen haltbar genug sein sollten, damit die Fahrer das ganze Rennen Vollgas fahren können, oder nicht", so Fry.

Die Antwort darauf müssten die Teams, die Organisatoren und die Fans geben. Seine Fahrer würden diese Frage unterschiedlich beantworten, glaubt der Team-Geschäftsführer. "Das ist sicherlich der Anspruch, den Michael hat", unterstreicht Fry mit Blick auf langlebige Gummis. Nico Rosberg hingegen bevorzuge Reifen, die sensibel sind.

In der Mercedes-Box stelle Pirelli keinen Brandherd da, glaubt Fry: "Vom Standpunkt des Teams gesehen gibt es keine Diskussion: Der eine Pilot vertritt diesen Standpunkt, der andere einen unterschiedlichen. Das ist eine gesunde Debatte", meint er und stellt sich hinter Schumacher: "Wir unterstützen Michael, wenn er eine klare Meinung dazu hat. Es mag keine sein, die andere Fahrer teilen, aber sie ist absolut legitim und eine intelligente Sicht der Dinge."

Auch Schumacher will Pirelli-Diskussion beenden

Und diese hatte Schumacher unter Woche wiederholt: "Ich denke, dass sie eine zu große Rolle spielen, weil sie so anfällig und speziell sind. So bringen sie weder unsere Autos noch uns selbst ans Limit", sagte der Rekord-Weltmeister dem US-amerikanischen Nachrichtensender 'CNN' über die Pirelli-Reifen. "Wir fahren wie auf rohen Eiern und ich will die Reifen gar nicht übermäßig beanspruchen", erklärte Schumacher.

In Barcelona scheint aber auch für ihn ein Schlussstrich gezogen zu sein: "Ich habe gesagt, was ich zu sagen hatte, und stehe dazu. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen." Lieber spricht Schumacher über die sportlichen Aussichten für den Spanien-Grand-Prix: "Ganz egal, ob ich irgendwo gewonnen habe oder nicht: Jedes Podium wäre immer willkommen, keine Frage", blickt er voraus.

Mehr Rennspeed dank Mugello-Test?

Nach vier WM-Läufen und einem Test glaubt Schumacher, mit dem F1 W03 besser klarzukommen. "In den ersten Rennen haben wir unsere Stärken und unsere Schwächen kennengelernt. Zu verstehen, wie wir die Schwächen ausmerzen können, dafür war der Test in Mugello wichtig." Er konkretisiert: "Beim Fahren unter Rennbedingungen in bestimmten Programmen haben wir viel über das Auto gelernt. Das war sehr hilfreich", gibt sich Schumacher optimistisch.

Dennoch hält sich der Kerpener mit Prognosen, dass die Silberpfeile am Wochenende in den Himmel über Katalonien schießen, zurück. "Wir sind mit anderen Zielen in dieses Projekt gestartet, aber man muss sich immer an die Realität halten", sagt Schumacher. "Und die Realität in diesem Jahr ist, dass wir ein Auto haben, mit dem wir auf das Podium fahren und Rennen gewinnen können. Je eher, umso besser", bekräftigt der Mercedes-Pilot.

Fotoquelle: xpbimages.com

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