Das "wilde Tier" Kimi Räikkönen geht am liebsten auf der Strecke aus sich heraus...

Formel 1 2012

— 16.05.2012

Boullier: "Kimi ist wie ein wildes Tier"

Lotus-Teamchef Eric Boullier vergleicht seine beiden Piloten Kimi Räikkönen und Romain Grosjean und erklärt, was sich im Team durch die neue Fahrerpaarung geändert hat



In der Winterpause 2011/2012 wurde beim ehemaligen Weltmeisterteam aus Enstone gleich in mehrfacher Hinsicht ein neues Kapitel aufgeschlagen Neben der Änderung des Teamnamens - aus Renault wurde Lotus - wurden beide Stammfahrer ausgetauscht. Saßen beim Saisonfinale im vergangenen November in Sao Paulo noch Witali Petrow und Bruno Senna im Cockpit der beiden schwarz/goldenen Boliden, so waren weder die Dienste des Russen noch des Brasilianers für eine weitere Saison erwünscht.

Der nach zwei Jahren Formel-1-Pause zurückgekehrte Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und Romain Grosjean, der bereits in der Saison 2009 einige Rennen an der Seite von Fernando Alonso für das damalige Renault-Team bestritt, bilden in diesem Jahr die Fahrerpaarung in Enstone und ließen bis dato wenig Zweifel an ihrer Beförderung aus der Rallye-Weltmeisterschaft beziehungsweise aus der GP2-Serie in die Königsklasse des Motorsports aufkommen.

Für Lotus-Teamchef Eric Boullier sind die beiden Piloten Räikkönen und Grosjean das ideale Gespann, obwohl oder gerade weil der Finne und der Franzose grundverschiedene Typen sind. Über Ex-Weltmeister Räikkönen, allgemeinhin als "Iceman" bekannt, sagt Boullier: "Er hat sich gut ins Team eingelebt." In Enstone versuche man, die politischen Dinge so gut es geht von den Fahrern fern zu halten und ihnen das zu geben, was sie brauchen. "Wir wissen, dass Kimi keine PR und keine Medien mag. Warum sollten wir ihn also damit belasten", so der Lotus-Teamchef gegenüber 'Formula1.com'.

Räikkönen hat das Pech, dass er beliebt ist

Der seit jeher mit dem Gasfuß anstatt mit ausschweifenden Interviews Schlagzeilen machende Räikkönen verhält sich laut Boullier "wie ein wildes Tier, du musst ihn einfach laufen lassen". Bis zu einem gewissen Grad wird dieser Ansatz bei Lotus beherzigt, aber "natürlich müssen wir die Anforderungen und Wünsche unserer Sponsoren damit in Einklang bringen", wie Boullier herausstellt.

"Zu seinem Pech macht ihn seine Persönlichkeit bei den Fans sehr beliebt", urteilt der 38-Jährige über den Superstar im Team, der sich am liebsten ausschließlich aufs Fahren konzentrieren und sämtliche PR-Verpflichtungen in den Wind schießen würde. Bei Lotus ist man sich dessen bewusst und versucht, "seine Verpflichtungen auf ein Minimum zu beschränken", wie der Boullier betont. Räikkönen dankt es dem Team, was auch am Chef nicht unbemerkt vorüberzieht: "Ich merke, dass er damit leben kann."

Grosjean hat komplexen Charakter

Im Gegensatz zu Räikkönen ortet Boullier bei dessen Teamkollegen Grosjean einen "komplexen Charakter". "Er ist einerseits sehr stark, gleichzeitig aber auch sehr sensibel", urteilt der Teamchef über seinen Landsmann und erklärt: "Es kommt darauf an, diese beiden Extreme seines Charakters in Einklang zu bringen."

So liegt es für Boullier auf der Hand, warum sich der amtierende GP2-Champion inzwischen deutlich wohler im Team fühlt als bei seinen sieben Starts in der Saison 2009: "In seiner ersten Formel-1-Zeit war er noch sehr jung und nicht zur rechten Zeit am rechten Ort. Jetzt, da er sich mit der richtigen Unterstützung zur richtigen Zeit am richtigen Ort befindet, liefert er auch Ergebnisse ab." Bekanntlich wird Grosjean von der Gravity Sports Management, der Firma von Lotus-Mitbesitzer Gerard Lopez, betreut.

Kein Nummer-eins-Fahrer bei Lotus

Anders als in der Vergangenheit, als es in Person von Nelson Piquet, Michael Schumacher oder Fernando Alonso über weite Zeiträume der Teamgeschichte einen klaren Nummer-eins-Piloten gab, sind die beiden aktuellen Stammfahrer in Enstone gleichberechtigt und erhalten absolut identisches Material.

"In der Vergangenheit gab es immer einen klaren Leader im Team, aber das hat sich ganz eindeutig geändert", sagt Boullier und erklärt: "Ich will zwei schnelle Fahrer, denn nur so kommst du in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft nach vorn. Bei uns haben beide Fahrer denselben Status."

In diesem Zusammenhang stellt der Lotus-Teamchef heraus, dass Räikkönen und Grosjean deswegen nicht zwangsläufig die besten Kumpels sein müssen. "Sind sie grundverschieben und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie jemals gemeinsam Urlaub machen werden. Meiner Meinung nach müssen sie aber auch gar keine Freunde sein, ich erwarte von ihnen lediglich, dass sie sich gegenseitig respektieren." Unterm Strich dürften sowohl Räikkönen als auch Grosjean "niemals vergessen, dass sie für das Team arbeiten".

Fotoquelle: Lotus

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